Blaulicht, schrille Schreie und plötzlich Leere – binnen Minuten verwandelte sich ein belebtes Einkaufsparadies am Donnerstagvormittag in ein gespenstisch stilles Szenario. Wer zu dieser Stunde dort unterwegs war, spürte sofort: Etwas Unvorstellbares ist geschehen.
Sekunden der Panik

Der Tumult brach mitten im geschäftigen Vormittagsstrom aus: Erst hektisches Getrappel, dann das scharfe Klirren von umgeworfenen Regalen – und schließlich der gellende Alarm. Augenzeugen berichten von einem ohrenbetäubenden Kreischlaut, der alles übertönte.
Nur wenige Minuten später wurde das Center in Rekordzeit geräumt. Menschen rannten, einige verloren ihre Einkäufe, andere ihre Nerven. Niemand wusste, wo Gefahr lauerte – nur, dass irgendwo Blut floss.
Rätsel um den Täter

Noch während Rettungskräfte die schwer verletzte Frau versorgten, startete eine groß angelegte Fahndung. Laut ersten Ermittlungen handelt es sich um einen einzelnen Angreifer, der nach dem Stich rasch im Gedränge untertauchte.
Das wichtigste Puzzleteil fehlt bislang: sein Motiv. Ermittler halten sich bedeckt, schließen aber weder Beziehungstaten noch einen Zufallsangriff aus. Fest steht: Der Täter trug dunkle Kleidung, eine auffällige Sonnenbrille – und verschwand spurlos.
Sperren, Suchhunde, Drohnen

Binnen einer Viertelstunde rückten Dutzende Streifenwagen an, Drohnen kreisten über den Dächern, Spürhunde suchten nach der Klinge. Die Einsatzleitung lobte später das besonnene Verhalten der Kunden, die trotz Angst nicht in Panik verfallen seien.
Weil die Tatwaffe bislang nicht gefunden wurde, blieb der abgesperrte Bereich bis in die frühen Nachmittagsstunden gesichert. Sicherheitskräfte kontrollierten jeden Ausgang, Bus- und Bahnlinien wurden umgeleitet – doch der Flüchtige blieb unentdeckt.
Das Einkaufszentrum Milaneo in Stuttgart

Jetzt ist klar, wo sich das Drama abspielte: Im Milaneo, dem größten Shopping-Komplex im Herzen von Stuttgart, Baden-Württemberg. Dort wurde eine 46-jährige Frau mit mehreren Messerstichen lebensgefährlich verletzt; sie liegt nach Not-OP weiterhin auf der Intensivstation, ist laut Ärzten aber stabil.
Die Polizei bestätigte am Abend, dass es keine Hinweise auf eine terroristische Motivation gebe. Zeugen, die den flüchtigen Mann – etwa 40 Jahre alt, Glatze, schwarz gekleidet – gesehen haben, werden gebeten, sich unter 0711 / 8990-5778 zu melden. Die Suche läuft auf Hochtouren – und die ganze Stadt hält den Atem an.