Die Gesichter der „Tagesschau“ wirken unerschütterlich – doch hinter den Kulissen tobt seit Jahren eine hitzige Debatte: Verdienen Jens Riewa, Susanne Daubner & Co. wirklich so viel, wie man ihnen nachsagt? Wir haben exklusiv recherchiert – und lüften das Geheimnis Schritt für Schritt.
Glamour vor der Kamera, Sachlichkeit im Studio

Wer um 20 Uhr die ARD einschaltet, sieht perfekt sitzende Sakkos, ruhige Stimmen und höchstes journalistisches Niveau. Auf Social Media feiern Fans die Sprecher inzwischen wie Popstars: Autogrammwünsche, Selfies im ICE, sogar Parodien auf TikTok gehören zum Alltag.
Doch während Millionen Zuschauer das seriöse Auftreten bewundern, wissen nur wenige, welch große Disziplin und präzises Timing hinter jeder 15-minütigen Sendung stecken. Die Bühne mag glänzen – der Alltag der Sprecher ist streng getaktet und alles andere als Hollywood.
Weiter geht’s mit einem Blick auf die Karrieren der bekanntesten Köpfe.
Der lange Weg ins 20-Uhr-Studio

Jens Riewa studierte ursprünglich Maschinenbau, Susanne Daubner begann beim DDR-Rundfunk, Judith Rakers jobbte als Radiomoderatorin – erst viele Jahre später landeten sie in Deutschlands prestigeträchtigster Nachrichtensendung. Jeder von ihnen durchlief Sprechtraining, Redakteursvolontariat und unzählige Frühschichten.
Karriere-Sprungbrett ist oft die „Tagesschau-24“-Nachtschicht oder ein Morgenjournal im NDR-Hörfunk. Nur wer dort Souveränität beweist, schafft es irgendwann in die Hauptausgabe – und wird plötzlich zum Quotengaranten der ARD.
Im nächsten Abschnitt räumen wir mit Mythen über ihr Einkommen auf.
Mythen, Gerüchte und Schätzungen

Seit Jahren kursieren Fantasiezahlen: Von „20 000 Euro pro Sendung“ war im Netz zu lesen, einschlägige Boulevardblätter sprachen gar von „Manager-Gehalt für 15 Minuten Arbeit“. Kein Wunder, dass sich das Publikum über angebliche „Zwangsgebühren-Verschwendung“ aufregt.
Gleichzeitig verweisen Experten auf private Moderatoren wie Günther Jauch oder Thomas Gottschalk, deren Gagen je Sendung im sechsstelligen Bereich liegen. Dagegen wirken die Summen der „Tagesschau“ erstaunlich bescheiden – wie bescheiden, zeigen wir gleich.
Jetzt wird’s spannend: Wir enthüllen erstmals die offiziellen Zahlen.
Was im Kontoauszug steht: Die offiziellen Honorare

Laut aktueller ARD-Honorarordnung erhalten die Sprecher für die Hauptausgabe um 20 Uhr exakt 259,89 Euro pro Sendung. Kurzausgaben am Nachmittag werden mit 204,52 Euro vergütet, Blitzmeldungen von unter fünf Minuten sogar nur mit 142,62 Euro.
Damit verdienen Riewa, Daubner und ihre Kollegen an einem arbeitsreichen Tag mit drei Einsätzen knapp 800 Euro brutto – Freiberuflerhonorar, aus dem sie Steuern, Kranken- und Rentenversicherung selbst zahlen. Von Luxusgehältern kann also keine Rede sein.
Doch wie hoch ist das Jahres-Einkommen wirklich? Wir rechnen nach.
Drei Einsätze, zwölf Monate: Was bleibt übrig?

Bei durchschnittlich 12 Haupt- und 60 Kurzsendungen im Monat summiert sich das auf rund 50 000 Euro brutto pro Jahr – vorausgesetzt, kein Urlaub, keine Krankheit. Sprecher wie Riewa moderieren zusätzlichen Off-Text für Dokumentationen oder Events, um ihr Einkommen aufzubessern.
Insider verraten: Wer zwölf Monate ohne Unterbrechung durchmoderiert und parallel Sprecherjobs im Radio annimmt, kommt auf etwa 80 000 Euro brutto. Damit liegt ihr Verdienst deutlich unter dem mancher Tageszeitungs-Chefredaktion – aber weit über dem eines Reporterneulings.
Zum Abschluss prüfen wir, ob diese Bezahlung angemessen ist – und was sich künftig ändern könnte.
Fair oder zu wenig? Die Debatte um Gebührengelder

Kritiker fordern schon lange höhere Honorare, um Abwanderungen zu Privatsendern zu verhindern. Befürworter verweisen auf die öffentlich-rechtliche Aufgabe und den Solidarbeitrag der Rundfunkgebührenzahler.
Die ARD prüft aktuell eine moderate Anpassung, doch ein großes Sprung nach oben ist nicht in Sicht. Fest steht: Die „Tagesschau“-Stimmen bleiben seriös – und ihr Einkommen bleibt deutlich unter dem, was viele Zuschauer vermuten.
Und damit endet unsere Reise hinter die Kulissen der berühmtesten Nachrichtensendung Deutschlands.