Dick Cheney, eine der schillerndsten und umstrittensten Figuren der amerikanischen Politik, ist tot. Der frühere Vizepräsident unter George W. Bush starb im Alter von 84 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung sowie langjähriger Herz- und Gefäßerkrankungen.
Ein leiser Abschied in Virginia

Cheney schlief Medienberichten zufolge am Abend des 3. November 2025 in seinem Haus in Northern Virginia friedlich ein. Erst am darauffolgenden Morgen gab die Familie die Nachricht heraus – exakt formuliert und ohne Fragen zuzulassen.
Schon wenige Stunden später wehten die Flaggen auf Bundesgebäuden auf halbmast. Gemäß den staatlichen Trauervorschriften wird das bis zum 14. November gelten. Doch das war erst der Beginn einer Welle von Reaktionen, die Washington erschüttern sollte …
Lassen Sie uns nun auf die Stimmen blicken, die zuerst zu Wort kamen.
Die ersten Reaktionen – Bush trauert, Trump schweigt

George W. Bush würdigte seinen langjährigen Stellvertreter als „Patrioten von seltener Entschlossenheit“. Auch Bill Clinton, Barack Obama und Joe Biden fanden warme Worte.
Auffällig dagegen: aus dem Trump-Lager kam – nichts. Pressesprecherin Karoline Leavitt bestätigte lediglich, der Ex-Präsident sei „informiert“. Das dröhnende Schweigen sagt womöglich mehr als ein Statement hätte sagen können …
Im nächsten Abschnitt werfen wir einen Blick auf Cheneys letzten großen öffentlichen Auftritt.
Die letzte öffentliche Mission

Zuletzt hatte Cheney im Sommer 2024 überrascht, als er sich demonstrativ hinter Vizepräsidentin Kamala Harris stellte und Donald Trump als „Gefahr für die Verfassung“ brandmarkte. Der Spot machte weltweit Schlagzeilen – und zeigte, wie sehr Cheney bis zuletzt versuchte, das politische Spielfeld zu prägen.
Viele Weggefährten berichten, er habe diese Botschaft trotz gesundheitlicher Schwäche unbedingt selbst einsprechen wollen. Damit setzte er ein letztes Ausrufezeichen – doch sein Körper forderte bald darauf Tribut.
Weiter geht es mit dem langen Kampf, den Cheney mit seinem eigenen Herzen ausfocht.
Ein Herz mit neun Leben

Seit seinem ersten Herzinfarkt 1978 lebte Cheney im permanenten Ausnahmezustand: fünf Infarkte, unzählige Bypass-Operationen und 2012 schließlich eine Herztransplantation. Ärzte nannten ihn „medizinisches Wunder“.
Trotz aller Eingriffe blieb er ein Meister der Disziplin: täglich 5-Uhr-Weckruf, strikte Diät, minutiöse Arbeitspläne. Doch die späten Komplikationen einer Transplantation ließen sich nicht mehr aufhalten.
Nun richten wir den Blick auf das politische Erdbeben, das er hinterlässt.
Machtfülle und Kontroversen

Als „Schattenpräsident“ trieb Cheney nach den Anschlägen vom 11. September die Expansion der Geheimdienst-Befugnisse, das Waterboarding und den Irakkrieg voran. Bewunderer sehen darin entschlossene Führung – Kritiker ein dunkles Kapitel der US-Demokratie.
Sein Einfluss zeigte, wie machtvoll das Amt des Vizepräsidenten sein kann, wenn es ein Stratege mit eiserner Agenda ausfüllt. Diese Debatte gewinnt mit seinem Tod neue Brisanz – gerade auch für künftige Administrationen.
Zum Schluss schauen wir darauf, wie Amerika offiziell Abschied nimmt.
Der Abschiedsplan – Flaggen, Reden, Rituale

Ein Staatsbegräbnis im Washington National Cathedral ist in Planung; Präsident Bush wird die Hauptrede halten, gefolgt von musikalischen Ehren der U.S. Naval Academy. Danach soll Cheneys Sarg per Sonderzug nach Wyoming überführt werden, wo eine private Zeremonie im Familienkreis stattfindet.
Währenddessen bleibt das politische Washington in gespannter Stille: Wer wird in den Trauerreden welchen Ton anschlagen? Und welche Kapitel seiner Biografie werden ausgespart? Die Antworten darauf dürften noch einmal zeigen, wie gespalten das Vermächtnis des Dick Cheney wirklich ist – Fortsetzung folgt.