Sie sangen noch, als sie losfuhren – wenige Minuten später herrschte im Bus unvorstellbare Stille.
Ein Routineausflug nimmt eine dramatische Wendung

Die Jugendlichen freuten sich auf einen letzten Ferientag am Meer, ein paar Lehrer hatten Gitarren eingepackt, es sollte Musik, Sonne und Fisch vom Grill geben. Die Stimmung im Bus war ausgelassen; Selfies wurden gemacht, Playlists geteilt, jemand schwärmte von der ersten großen Welle, die er heute reiten wollte.
Dann, irgendwo zwischen sanften Hügeln und schroffen Felsen, geschah das Unfassbare. Ein kurzer Ruck ging durchs Fahrzeug, ein quietschendes Geräusch durchschnitt das Lachen – danach blieb nur noch das Krachen von Metall und das Brechen von Glas.
Rätselhafte Sekunden vor dem Absturz

Bislang weiß niemand genau, was in diesen entscheidenden Augenblicken passierte. Augenzeugen sprechen von einem „lauten Knall“, andere erinnern sich an Brandgeruch, als würde eine Bremse versagen. Sicher ist nur: Der Bus geriet ins Schlingern, raste durch ein Geländer und stürzte in die Tiefe – nach ersten Schätzungen rund dreißig Meter.
Rettungskräfte mussten sich abseilen, weil das Wrack auf einem schmalen Felsvorsprung zum Liegen kam. Stundenlang hallten die Rufe nach Überlebenden durch die Schlucht, während Hubschrauber über den Klippen standen und Bergungsteams im inoffiziellen Scheinwerferlicht der Smartphones arbeiteten.
Schockwellen und stumme Fragen

Vor dem örtlichen Krankenhaus drängten sich in der Nacht Eltern, Geschwister und Freunde, viele umklammerten Zettel mit den Namen der Mitfahrenden. Immer neue Rettungsfahrzeuge trafen ein, doch oft blieb die Tür verschlossen – zu schwer verletzt, um noch Hilfe zu brauchen.
Die Regierung des betroffenen Inselstaates reagierte sofort: Flaggen wurden auf Halbmast gesetzt, zwei Tage der Trauer ausgerufen. Doch die wichtigste Frage bleibt: Wie konnte ein moderner Reisebus auf einer scheinbar sicheren Strecke so plötzlich versagen?
Jetzt ist klar: **25 Menschen tot – Tragödie erschüttert Fogo auf Kap Verde**

Am frühen Morgen bestätigten Behörden, dass 25 Menschen – darunter zahlreiche Schülerinnen und Schüler – ihr Leben verloren. Der Unfall ereignete sich auf der Vulkaninsel Fogo, genauer zwischen Chã das Caldeiras und Campanas de Cima. Die enge Küstenstraße gilt als landschaftlich spektakulär, aber auch tückisch: Nur ein Bruchteil ist mit Leitplanken gesichert.
Die Staatsanwaltschaft von Kap Verde ermittelt wegen fahrlässiger Tötung; ein technisches Gutachten soll klären, ob Bremsversagen oder menschliches Versagen zum Absturz führte. Währenddessen brennen verstreut auf den Lavafeldern Hunderte Kerzen – stumme Mahnmale an einen Ausflug, der mit Lachen begann und mit einem Abgrund endete.