Ein Linienbus, ein loderndes Inferno und ein schockierender Verdacht – der Schock sitzt tief.
Plötzlich wurde aus einer normalen Fahrt ein Albtraum

Was als gewöhnliche Fahrt kurz vor der Endstation begann, endete in Kerzers im Kanton Freiburg in einer Katastrophe. Am Dienstagabend geriet ein Linienbus in Brand, sechs Menschen starben, mehrere weitere wurden verletzt. Der Notruf ging gegen 18.25 Uhr ein; als die Einsatzkräfte ankamen, stand das Fahrzeug bereits komplett in Flammen. Die Gemeinde Kerzers liegt westlich von Bern, die Ermittlungen laufen seitdem unter Hochdruck.
Schon kurz nach dem Unglück war klar, dass es sich nicht um ein gewöhnliches Feuer handeln könnte. Denn die Behörden prüfen inzwischen sehr ernsthaft, ob der Brand absichtlich ausgelöst wurde. Genau dieser Verdacht macht den Fall nun noch erschütternder – und wirft die Frage auf, was sich in den letzten Minuten im Bus wirklich abgespielt hat.
Die Ermittler gehen inzwischen von einer vorsätzlichen Tat aus

Die Polizei spricht nach aktuellem Stand von einem möglichen vorsätzlichen bzw. „freiwilligen“ Handeln als Ursache des Feuers. Mehrere internationale Medien berichten unter Berufung auf die Ermittler, dass eine Person im Bus den Brand ausgelöst haben könnte. Eine abschließende Bestätigung zu allen Details gibt es zwar noch nicht, aber der Verdacht auf eine absichtliche Tat steht inzwischen klar im Raum.
Besonders brisant sind Zeugenaussagen, wonach sich ein Mann mit einer brennbaren Flüssigkeit – in Berichten ist von Benzin die Rede – übergossen und anschließend angezündet haben soll. Die Polizei hat bestätigt, dass solche Hinweise eingegangen sind, gleichzeitig aber betont, dass dieser genaue Ablauf noch nicht offiziell bestätigt sei. Genau deshalb bleibt der Fall weiter in Bewegung: Vieles deutet in eine Richtung, doch die Ermittler arbeiten noch daran, jede einzelne Spur sauber abzusichern.
Augenzeugen schildern dramatische Szenen aus dem Inneren des Busses

Was Zeugen über die Minuten nach Ausbruch des Feuers erzählen, klingt wie ein Schockfilm. Das Feuer soll sich nach ihren Angaben extrem schnell von der Busmitte aus ausgebreitet haben. Ein Augenzeuge schilderte laut Schweizer Berichten, binnen Augenblicken habe alles in Flammen gestanden; durch die enorme Hitze seien sogar Reifen explodiert. Solche Beschreibungen decken sich mit den Bildern vom ausgebrannten Wrack und mit der Einschätzung, dass für viele Insassen kaum Zeit zur Reaktion blieb.
Gleichzeitig gibt es Berichte über beherztes Eingreifen von außen. Zeugen beschrieben, dass ein Mann eine Scheibe eingeschlagen habe, damit Menschen aus dem Bus entkommen konnten. Unter den Verletzten befindet sich nach Angaben der Behörden auch ein Ersthelfer. Insgesamt wurden fünf Menschen verletzt, drei davon mussten ins Krankenhaus gebracht werden, zwei weitere wurden vor Ort versorgt.
Terror? Dazu gibt es bislang keinen Hinweis

So erschütternd die Tat wirkt, einen terroristischen Hintergrund sehen die Ermittler derzeit nicht. Mehrere Berichte unter Berufung auf die Freiburger Kantonspolizei halten fest, dass es bislang keine Hinweise auf Terror gebe. Auch eine Gefahr für die Bevölkerung werde aktuell ausgeschlossen. Das ist ein wichtiger Punkt – gerade weil nach einer solchen Gewalttat schnell Spekulationen entstehen.
Offen ist dagegen weiterhin, ob der mutmaßliche Brandverursacher unter den Toten oder Verletzten ist. Auch die Identifizierung der Opfer dauert an und kann laut Behörden noch mehrere Tage in Anspruch nehmen. Dass selbst am Tag nach dem Feuer noch nicht alle Opfer sicher identifiziert waren, zeigt, wie verheerend das Inferno im Inneren des Busses gewesen sein muss.
Großaufgebot, stundenlange Sperrung und eine Gemeinde unter Schock

Die Rettungskräfte waren mit einem massiven Aufgebot im Einsatz. Neun Rettungswagen und ein Rettungshubschrauber wurden alarmiert; die Straße rund um den Brandort blieb stundenlang gesperrt. Forensiker arbeiteten bis tief in die Nacht am ausgebrannten Wrack, um Spuren zu sichern und den Ablauf des Feuers zu rekonstruieren. Inzwischen läuft ein Strafverfahren der Staatsanwaltschaft.
Der Fall hat die Schweiz tief erschüttert. Bundespräsident Guy Parmelin äußerte öffentlich sein Beileid und sprach von Bestürzung über die Toten. Auch aus der Region kamen Trauerbekundungen; in Berichten ist bereits von Blumen und einer Gedenkstelle am Unglücksort die Rede. Für Kerzers, das nur rund 25 bis 26 Kilometer westlich von Bern liegt, ist das Geschehen ein Schock, der weit über den Ort hinausreicht.
Jetzt richtet sich alles auf die nächsten Ermittlungsdetails

Am Mittwoch wollten die Ermittler weitere Informationen zum Stand der Untersuchungen bekanntgeben. Der Fokus liegt nun darauf, den exakten Ablauf im Bus zu rekonstruieren, Zeugenaussagen zu prüfen und die Identität aller Opfer zweifelsfrei festzustellen. Bereits jetzt steht fest: Dieser Brand war kein gewöhnlicher Unglücksfall, sondern sehr wahrscheinlich eine gezielte Tat mit verheerenden Folgen.
Gerade deshalb bleibt der Fall so beklemmend: In wenigen Minuten wurde aus einer alltäglichen Busfahrt ein tödliches Inferno, bei dem sechs Menschen ihr Leben verloren. Und obwohl es derzeit keine Hinweise auf Terror gibt, ist die zentrale Frage noch immer nicht vollständig beantwortet: Was genau geschah in den letzten Augenblicken, bevor der Bus zur Feuerfalle wurde?