Kaum hatte das Forschungsteam die ersten Bilder aus der Tiefe gesichtet, war klar: Diese Entdeckung könnte die Geschichtsbücher neu schreiben. Ein vor 2000 Jahren versunkener Hafen vor der Küste Ägyptens bringt nicht nur spektakuläre Bauwerke ans Licht – er befeuert auch die Hoffnung, endlich das legendäre Grab Kleopatras VII. zu finden.
Geheime Entdeckung unter den Wellen

Als die Sonargeräte im Spätsommer 2025 ein regelmäßiges Muster auf dem Meeresboden zeigten, hielten selbst abgebrühte Archäologen den Atem an. Zwanzig Fuß hohe Mauern, Säulenreste und ein labyrinthartiges Kaianlagen-Geflecht zeichneten sich unter fünf Metern Sediment ab – Spuren eines Hafens, den seit zwei Jahrtausenden niemand mehr betreten hatte.
Taucher erfassten das Areal mit 3-D-Kameras und stießen auf hunderte Amphoren, Anker und fein polierte Bodenplatten, die von reger Handelsaktivität in der Spätzeit der Ptolemäer zeugen. Die erste Sensation war perfekt – doch das Beeindruckendste sollte noch kommen.
Doch wer steckt hinter dieser unermüdlichen Suche?
Die Frau hinter der Sensation: Kathleen Martínez

Die dominikanische Anwältin, die zur Archäologin wurde, jagt seit 20 Jahren das Grab der letzten Pharaonin. Ihre Theorie: Kleopatra ließ sich nicht in Alexandria, sondern im Tempelbezirk von Taposiris Magna bestatten – aus Verehrung für die Göttin Isis.
Martínez’ Hartnäckigkeit zahlte sich aus: Bereits 2022 entdeckte sie einen 1,3 Kilometer langen Tunnel 13 Meter unter der Ruine. 2025 führte genau dieser Tunnel ihr Team nun direkt zum versunkenen Hafen – ein Triumph, der ihre Rivalen verstummen ließ.
Was verbirgt sich in diesem Tunnel wirklich?
Ein Tunnel direkt ins Herz der Vergangenheit

Mit Laser-Scannern vermaßen Wissenschaftler einen perfekt behauenen Gang, der schnurgerade aufs Meer hinausführt. Der Tunnel war teils geflutet, teils mit Sand verstopft, doch Keramik aus dem 1. Jh. v. Chr. klebte noch an den Wänden – ein untrüglicher Zeitstempel.
Martínez glaubt, die Passage könnte als Prozessionsweg für Kleopatras letzte Reise gedient haben, bevor Erdbeben und steigender Meeresspiegel das Areal verschlangen. Geologen zählen mindestens 23 Beben, die die Küste seit 320 n. Chr. erschütterten – genug, um Paläste, Tempel und eben auch diesen Hafen unter Wasser zu drücken.
Welche Schätze kamen dort zum Vorschein?
Versunkene Kolosse und 2.600 Fundstücke

Zwischen überwucherten Steinquadern tauchten Taucher auf ein Ensemble, das sie „Salam 5“ tauften: drei gewaltige Kalksteinpfeiler, Basaltpodeste und ein Sockel, der einst vielleicht eine Königsstatue trug. Daneben lagen 337 Bronzemünzen mit Kleopatras Profil, Schminkgefäße, Ringe und ein Kalksteinbüstchen mit Diadem – vielleicht die Königin selbst.
Insgesamt zählen die Inventarlisten bereits 2.600 Artefakte, die jetzt konserviert und digitalisiert werden. Jeder Gegenstand bietet Puzzleteile für das große Bild: Wie lebte – und wo starb – die berühmteste Frau des Altertums?
Doch nicht alle Fachleute jubeln vorbehaltlos …
Das Rätsel um Kleopatras Grab

Während Fernseh-Dokumentationen von „historischem Durchbruch“ sprechen, mahnen Ägyptologen zur Vorsicht. Texte aus römischer Zeit schweigen hartnäckig über eine Bestattung in Taposiris Magna, und Alexandrias königliches Viertel bleibt ein plausiblerer Kandidat.
Martínez kontert: „Wer ausschließen will, dass Kleopatra hier ruht, muss erst das komplette Gebiet ausgraben – an Land und unter Wasser.“ Die hitzige Debatte heizt das Interesse der Öffentlichkeit weiter an, denn noch niemand kann beweisen, wo die letzte Königin Ägyptens wirklich liegt.
Was plant das Team als Nächstes?
Was als Nächstes kommt – die Jagd geht weiter

Schon im Oktober starten Tiefseebohrer erste Kernbohrungen bei „Salam 5“, um unter den Steinblöcken nach verdeckten Kammern oder Grabbeigaben zu suchen. Parallel will das Team mithilfe von Unterwasser-Robotern das übrige Hafenbecken kartieren – sechs Meilen voller potenzieller Anhaltspunkte.
Martínez bleibt kämpferisch: „Für mich ist es nur noch eine Frage der Zeit.“ Gelingt ihr der Fund des Jahrtausends, würde nicht nur eine jahrhundertealte Legende wahr, sondern auch das größte archäologische Rätsel Ägyptens gelöst werden. Bis dahin hält die Welt den Atem an – und wartet auf den Moment, in dem sich der Schleier endgültig hebt.
Bleiben Sie dran – die Tiefsee birgt vielleicht schon morgen das nächste Geheimnis.