Mitten im Juni schiebt eine gewaltige Hitzeglocke heiße Luft aus Südwesteuropa nach Deutschland – Meteorolog:innen warnen, aber noch weiß niemand, ob wir wirklich vor der „längsten Hitzewelle der Geschichte“ stehen.
Glühender Start in den Sommer

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat bereits amtliche Warnungen für große Teile des Südwestens herausgegeben. Schon heute klettern die Temperaturen entlang des Oberrheingrabens auf deutlich über 35 Grad, im Rhein-Main-Gebiet sind lokal sogar bis zu 39 Grad möglich. Die drückende Schwüle begleitet viele Regionen in die Nacht, sorgt für Tropennächte ohne echte Abkühlung – eine gefährliche Belastung vor allem für ältere Menschen.
Parallel dazu entstehen über der Mitte Deutschlands mächtige Quellwolken, die sich nach Sonnenuntergang in heftige Gewitter entladen können. Experten sprechen von Unwettergefahr mit Starkregen, Hagel und Sturmböen, weil die heiße Luftmasse enorme Energie speichert.
Was macht diese Hitzewelle so außergewöhnlich?

Zum einen ist es die Dauer: Mehrere internationale Modellrechnungen lassen die Hitze mindestens bis zum kommenden Wochenende verharren – das wären zehn Tage am Stück mit Temperaturen über 30 Grad in vielen Landkreisen. Der bislang längste Juni-Hot-Spot stammt aus dem Jahr 2003; wird diese Marke überboten, schreibt 2026 Geschichte.
Zum anderen droht eine neue Allzeit-Bestmarke. Die Prognosen wackeln zwar, doch einzelne Läufe des ECMWF sehen am Freitag einen Peak von 41 bis 42 Grad im Südwesten. Sollte diese Schwelle tatsächlich fallen, wäre das der höchste Juni-Wert seit Beginn der Wetteraufzeichnungen – und ein deutliches Signal für den fortschreitenden Klimawandel.
Der Blick voraus – wann endet die Glut?

Viele hoffen auf eine rasche Abkühlung, doch Hoch „Xenia“ blockiert kühle Atlantikluft weiterhin. Erst ab Dienstag, 30. Juni, könnte eine schwache Kaltfront von Frankreich her vordringen und die feuchte Warmluft verdrängen. Selbst dann rechnen Meteorolog:innen nicht mit einem abrupten Temperatursturz, sondern eher mit Gewitterschüben, die regional nur kurzzeitig Erleichterung bringen.
Bleibt Hoch „Xenia“ standhaft, rollt die Hitze direkt in den Juli – und damit in die Geschichtsbücher. Der leitende DWD-Meteorologe fasst es so zusammen: „Sollte die Blockade bis Monatswechsel halten, erleben wir nicht nur die heißesten, sondern auch die längsten Hitztage, die Deutschland je gesehen hat.“ Ob das Schreckensszenario Realität wird, entscheidet sich in den nächsten 72 Stunden – bis dahin gilt: Viel trinken, direkte Sonne meiden und Wetterwarnungen ernst nehmen!