Städte ziehen den Stecker bei der Weihnachtsbeleuchtung

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Energiesparen statt Lichterglanz: Immer mehr Kommunen streichen oder kürzen in diesem Advent ihre berühmten Festilluminationen – ausgerechnet in der Saison, in der wir alle ein bisschen Glitzer gebrauchen könnten.

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Schatten über der Königstraße – Dresden knipst aus

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Die sächsische Landeshauptstadt verzichtet in diesem Jahr komplett auf die traditionelle Beleuchtung der barocken Königstraße. Normalerweise funkeln 80 Lindenbäume in warmem Gold, doch die Stadt hatte kein Budget für den nötigen Baumschnitt – und lehnte sogar das Angebot der Händlergemeinschaft ab, die Kosten privat zu tragen.

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Für Anwohner und Gäste bleibt damit ein zentraler Boulevard ungewohnt dunkel. Doch Dresden ist nur der Auftakt – eine süddeutsche Autostadt streicht ihren beliebtesten Blickfang gleich ganz.

Stuttgart spart den Schlossplatz leer

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Bis zu acht Meter hohe LED-Skulpturen von Porsche bis Riesenrad machten den Schlossplatz jedes Jahr zum Fotohotspot. 2025 lässt die Stadt sie ersatzlos in den Depots: 400 000 Euro Betriebskosten waren im Sparkurs nicht mehr vertretbar, Security-Gebühren inklusive.

Den Weihnachtsmarkt gibt es zwar weiter – aber ohne die glitzernden Wahrzeichen fehlt das funkelnde Herzstück. Wie man mit weniger Licht dennoch Stimmung erzeugt, zeigt nun eine traditionsreiche Universitätsstadt am Neckar.

Heidelberg dreht später auf und früher ab

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Erst 15 Uhr statt schon mittags erstrahlen die LED-Girlanden in der Hauptstraße; eine Stunde nach Marktschluss ist Schluss. Die Stadt verspricht so 650 Kilowattstunden Stromersparnis und setzt auf Sparwillen, um ein 70-Millionen-Defizit einzudämmen.

Shopper müssen sich also beeilen, wollen sie noch im Lichtermeer flanieren. Ob sogar das Aus droht, wenn das Geld endgültig fehlt, zeigt ein Blick nach Niedersachsen.

Hannover & Magdeburg: Löcher im Budget statt Lichter in der Luft

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In Hannovers City-Gemeinschaft klafft ein Finanzloch von 30 000 Euro; Sponsoren retten die Saison gerade noch, doch fürs nächste Jahr ist nichts sicher. Magdeburg wollte 400 000 Euro für neue Deko-Elemente ausgeben – das Geld wanderte wegen maroder Brücken zurück in den Gesamtetat.

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Die Folge: Provisorien, gekapptes Programm und eine bange Frage, ob 2026 überhaupt noch städtische Mittel fließen. Wie verzweifelt die Lage werden kann, zeigt ein Fall aus dem Ruhrgebiet.

Schwelm: Als die Lichter plötzlich verschwanden

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Kurz nach der Montage war die komplette Weihnachtsbeleuchtung weg – erst Diebstahl vermutet, dann stellte sich heraus: Sie wurde versehentlich entsorgt. Ersatz kostet 30 000 Euro, die klamme Stadt hofft nun auf Spenden und setzt vorerst auf ein paar Sommer-Lampions.

Die Bewohner reagieren zwischen Fassungslosigkeit und Galgenhumor, sammeln nun privat. Ob es trotzdem Hoffnung auf strahlende Innenstädte gibt, klärt das große Finale.

Rettungsaktionen – und was jetzt noch leuchten kann

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Von Berliner Unternehmen, die den Kudamm mit „Schenke Berlin Dein Licht“ finanzieren, bis zu Crowdfunding-Aktionen in Luckenwalde oder Hildesheim: Bürgersinn und Handel springen ein, wo die Kommune ausfällt. LED-Patenschaften, EU-Fördertöpfe und Second-Hand-Dekorationen machen Schule.

So setzt sich eine neue Erkenntnis durch: Der Advent bleibt hell – wenn alle gemeinsam zahlen. Und vielleicht funkeln die Städte im nächsten Jahr sogar wieder etwas nachhaltiger, weil Solidarität stärker leuchtet als jede Glühbirne.

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