Mitten in der Nacht schlagen Spezialkräfte in Dortmund zu: Ein mutmaßlicher Terror-Financier wird aus dem Schlaf gerissen, weil er Kopfgelder auf deutsche Spitzenpolitiker sammelte. Sein digitales Netzwerk reicht tief ins Darknet – und seine „Todesliste“ liest sich wie ein Who’s who der Republik.
Ein nächtlicher Zugriff in Dortmund

Uniformierte sperren die Straße, während vermummte GSG-9-Beamte das Mehrfamilienhaus stürmen. Martin S., 49, wird überrascht, als die Ramme die Wohnungstür sprengt – Sekunden später klicken die Handschellen.
Die Bundesanwaltschaft hatte zuvor einen Haftbefehl wegen Terrorismusfinanzierung erwirkt. Noch in derselben Nacht wird der Deutsch-Pole nach Karlsruhe geflogen, um dem Ermittlungsrichter vorgeführt zu werden. Jetzt stellt sich die Frage: Wie fand man überhaupt zu ihm?
Weiter geht es mit einem Blick ins Schattenreich, in dem der Verdächtige agierte …
Die perfide Plattform im Dunkel des Netzes

Martin S. betrieb im Darknet ein Board, das an Zynismus kaum zu überbieten ist: „Assassination Politics“ bot Bauanleitungen für Sprengsätze und sammelte Kryptospenden als Kopfgelder auf Politiker.
Über Monero und Bitcoin flossen mehrere Tausend Euro auf Wallets, die allein der Finanzierung von Auftragsmorden dienen sollten. Jeder neue Coin auf dem Konto erhöhte den „Preis“ auf ein Menschenleben.
Doch wer genau stand eigentlich ganz oben auf seiner Liste?
Eine prominente Todesliste

Als Fahnder die Server kopieren, stoßen sie auf 20 Namen – und zwei springen sofort ins Auge: Angela Merkel und Olaf Scholz. Daneben tauchen Richter, Staatsanwälte und ein bekannter Virologe auf.
Viele Betroffene erfahren erst jetzt von der Bedrohung, Sicherheitskreise erhöhen umgehend den Personenschutz. Was den Ermittlern zusätzlich Sorgen bereitet: sensible Privatadressen und Routinen waren bereits veröffentlicht.
Um zu verstehen, wie ein Mann zu solchem Hass gelangt, lohnt ein Blick in seine Vergangenheit …
Woher kam der Verdächtige?

Geboren in Oppeln, groß geworden im Ruhrgebiet, driftet Martin S. nach einer Firmenpleite in die Reichsbürger-Szene ab. Verschwörungsblogs, Pandemie-Frust und Chatgruppen radikalisieren ihn binnen weniger Jahre.
Bekannte berichten von einer „Rutschbahn“: Erst regierungskritische Memes, dann Waffenforen und schließlich der Sprung ins Darknet. Sein Ziel: die „Feinde des Volkes“ ausschalten – koste es, was es wolle.
Die Ermittler standen dennoch nicht im Dunkeln: Ein digitales Puzzlestück nach dem anderen führte zum Zugriff …
Die Jagd nach digitalen Spuren

Ein Hinweis des Verfassungsschutzes führt zum Server-Cluster in Litauen. Spezialisten dekodieren verschleierte IP-Adressen, folgen kryptischen Chats und knacken schließlich die Wallet-Transaktionen.
Parallel nimmt das BKA heimlich die Wohnung ins Visier: WLAN-Sniffer, Observationskameras, Postkontrollen. Als Martin S. eine neue Zahlung anfordert, schnappt die Falle zu – minutiös vorbereitet in drei Bundesländern.
Bleibt die entscheidende Frage: Welche Strafe droht – und wie reagiert die Politik?
Was droht dem mutmaßlichen Drahtzieher?

Die Anklagepunkte lesen sich wie ein Katalog des Grauens: Terrorismusfinanzierung, Aufruf zu schweren staatsgefährdenden Gewalttaten, Verbreitung personenbezogener Daten. Im Extremfall könnten bis zu 15 Jahre Haft warten.
Innenpolitiker fordern bereits schärfere Kontrollen von Kryptowährungen, während einige Opfer nun rund um die Uhr bewacht werden. Ob Martin S. Mitstreiter hatte, klären die Ermittler – doch eines ist sicher: Sein digitales Gift hat reale Narben hinterlassen.
Damit endet unser Überblick – doch das Kapitel „Hass im Darknet“ dürfte Deutschland noch lange beschäftigen.