Ein Riss geht durch die deutsche Wirtschaft: Die jahrzehntelange Brandmauer zur AfD bröckelt. Doch wer stellt sich wirklich hinter den Tabubruch – und wer stemmt sich dagegen?
Die Familienunternehmer sprengen das Tabu

Mit einem Paukenschlag hat der Verband Die Familienunternehmer erklärt, künftig auch den Dialog mit der AfD zu suchen. Präsidentin Marie-Christine Ostermann begründet den Kurswechsel damit, dass Ausgrenzung „nicht von Erfolg gekrönt“ gewesen sei. Aus der knapp 6 500 Mitglieder starken Lobby-Gruppe kommen überraschend viele zustimmende Rückmeldungen.
Der Schritt sorgt für Aufruhr, denn die Familienunternehmer gelten als tonangebend für Mittelstand und Industrie. Ist dies der Dammbruch, der andere Branchen mitreißt? – weiter geht’s mit den ersten politischen Reaktionen …
CSU & Co. schlagen Alarm

Kaum war das neue Kurs-Papier veröffentlicht, wetterte CSU-Generalsekretär Martin Huber: Wer die AfD hofiere, „legt die Axt an das Fundament unserer sozialen Marktwirtschaft“. Ähnlich scharf reagierten SPD- und Grünen-Spitzen, die von „Brandstiftung“ sprachen.
Dennoch bleibt der Vorstoß nicht ohne Wirkung: Hinter verschlossenen Türen fragen sich weitere Verbände, ob Schweigen noch reicht. Welche Traditionshandwerker nun ins Grübeln geraten, zeigt die nächste Folie …
Bäckerhandwerk: Gesprächsbereit – unter Vorbehalt

Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks betont, man suche die AfD nicht aktiv – doch wenn Abgeordnete um Termine bäten, „gebiete der Respekt vor dem Amt, zu sprechen“. Zugleich verweist Dr. Friedemann Berg auf rote Linien bei Europa-, Russland- und Migrationspolitik.
Damit signalisiert erstmals ein stark verwurzeltes Handwerk Öffnung. Steht jetzt auch die Landwirtschaft vor einem Kurswechsel? – wir werfen einen Blick auf die Familien-Bauern …
Familien-Bauern wollen reden

Max von Elverfeldt, Präsident der Familienbetriebe Land und Forst, hält Dialog mit allen demokratisch gewählten Parteien für Pflicht: „Nur so vertreten wir unsere Mitglieder wirksam.“ Seine Bauern-Lobby vertritt tausende Höfe und Forstbetriebe.
Der Verweis auf „Unparteilichkeit“ könnte Nachahmer ermutigen – zugleich wächst der Druck der Basis, die steigende AfD-Umfragewerte spürt. Doch mächtige Industriekapitäne halten weiter dagegen, wie die nächste Seite zeigt …
Schwergewichtige Gegenwehr aus Industrie & Handel

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Verband der Chemischen Industrie (VCI) lehnen Gespräche strikt ab: Die AfD gefährde „stabile Rahmenbedingungen“. Auch der Markenverband sieht „keine Schnittmenge“ mit populistischen Kräften.
Diese Branchenhüter pochen auf internationale Reputation und warnen vor einem „Standortschaden“. Reichen ihre Mahnungen, um die Brandmauer zu retten – oder ist der Einsturz nicht mehr aufzuhalten? Die Antwort folgt im Finale …
Brandmauer am Scheideweg – was jetzt?

Noch herrscht Machtkampf zwischen Öffnung und Abgrenzung: Während Bäcker und Bauern das Gespräch nicht länger ausschließen, stemmen sich Konzerne und Handelsriesen gegen jede Normalisierung. Entscheidend wird, ob weitere Mittelstands-Verbände umschwenken – sie könnten der AfD erstmals flächendeckend wirtschaftliche Legitimation verschaffen.
Damit steht fest: Die Brandmauer wankt, gefallen ist sie noch nicht. Ob der Tabubruch Einzelereignis bleibt oder zur Lawine wird, entscheidet sich in den kommenden Monaten – wenn die nächste Verbandsrunde Farbe bekennen muss.