Deutschland muss sich erneut auf massive Ausfälle im Nahverkehr einstellen: Die Gewerkschaft Verdi greift im Tarifkonflikt um Bus- und Bahnbeschäftigte zur schärfsten Waffe – dem bundesweiten Warnstreik.
Der Konflikt erreicht den Siedepunkt

Die aktuelle Verhandlungsrunde zwischen Verdi und den kommunalen Arbeitgebern ist völlig festgefahren. Seit Wochen mahnt die Gewerkschaft, dass Belastungsgrenzen im Schichtdienst längst überschritten sind, doch am Verhandlungstisch bewegen sich die Fronten kaum.
Die Geduld der Beschäftigten ist damit aufgebraucht. Für viele Fahrerinnen und Fahrer ist klar: Ohne ein nachdrückliches Signal werde es keinen Kurswechsel geben.
Lass uns genauer hinschauen, welche Forderungen Verdi überhaupt stellt …
Darum geht es Verdi

Kernpunkt bleibt die Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Zusätzlich verlangt die Gewerkschaft längere Ruhezeiten, höhere Zulagen für Nacht- und Wochenenddienste sowie mehr Urlaubstage.
Verdi argumentiert, dass erst attraktive Bedingungen den drohenden Personalmangel im Nahverkehr stoppen können. Der Verband warnt vor einem “Teufelskreis aus Überlastung und Flucht aus dem Beruf”.
Aber wie heftig kann ein Streik wirken? Ein Blick zurück liefert eine Ahnung …
Der Blick zurück: Das Chaos vom Monatsanfang

Schon am 2. Februar stand der ÖPNV fast bundesweit still. Pendler steckten stundenlang im Stau, Taxiunternehmen meldeten Rekordumsätze, Schulen verzeichneten tausende Verspätungen – ein Vorgeschmack auf das, was nun droht.
Damals reichte ein einziger Streiktag, um Bus- und Straßenbahnnetze lahmzulegen; diesmal schließt Verdi einen deutlich längeren Ausstand nicht aus.
Unter diesem Druck müssen nun die Arbeitgeber reagieren – oder?
Arbeitgeber unter Zugzwang

Die Kommunalen Arbeitgeberverbände weisen auf enge Finanzspielräume hin. Ihr bisheriges Angebot: eine leichte Arbeitszeitverkürzung ab 2030 und Einmalzahlungen – für Verdi ein “Tropfen auf den heißen Stein”.
Öffentlicher Druck wächst, weil Kosten für Ersatzverkehre und Staus sogar Kommunen belasten. Dennoch verweist die Arbeitgeberseite auf bereits steigende Zuschüsse und mahnt “Sachlichkeit in hitziger Atmosphäre” an.
Und wie reagieren die Menschen, die täglich auf Bus und Bahn angewiesen sind?
Frust bei Fahrgästen – Rückhalt für Beschäftigte?

Aktuelle Umfragen zeigen ein zwiegespaltenes Stimmungsbild: Zwei Drittel der Pendler ärgern sich über drohende Ausfälle, gleichzeitig unterstützen 58 Prozent die Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen. Viele sehen den ÖPNV als Schlüssel zur Verkehrswende und fordern, dass Politik zusätzlich Geld bereitstellt.
So entsteht paradoxerweise Sympathie für die Streikenden – gerade weil der Alltag ohne sie kaum noch vorstellbar ist.
Und jetzt zum entscheidenden Punkt: Wann und wo wird diesmal wirklich gestreikt?
Die harten Fakten: Datum und Hotspots des Warnstreiks

Am Freitag, 27. Februar 2026, ab 3 Uhr morgens legen die meisten kommunalen Verkehrsbetriebe bundesweit die Arbeit nieder. In zahlreichen Regionen wird der Ausstand bis zum Betriebsende am Samstag, 28. Februar 2026, fortgesetzt.
Betroffen sind nahezu alle Bundesländer – ausgenommen bleibt Niedersachsen wegen einer noch geltenden Friedenspflicht. Ob die Hochbahn in Hamburg und weite Teile Baden-Württembergs einsteigen, entscheidet sich erst kurz vor Beginn. Von München bis Kiel und von Köln bis Dresden müssen Fahrgäste sich somit auf gähnend leere Bus- und Straßenbahndepots einstellen.