Blitzschläge zucken schon am Horizont, der Luftdruck fällt – doch noch ahnt niemand, wo die Gewitterwand tatsächlich zuschlagen wird. Alles deutet auf einen unruhigen Mittwochnachmittag hin, aber die spannendsten Details bleiben noch verborgen.
Gewitterfront zieht auf

Die Atmosphäre hat sich in den frühen Morgenstunden rasant aufgeheizt. Meteorologen melden eine schwül-warme Luftmasse, die entlang einer kaum sichtbaren Kaltfront instabil geworden ist. Bereits gegen acht Uhr begannen vereinzelte Quellwolken zu turmhohen Gewitterzellen anzuwachsen und lieferten erste elektrische Entladungen.
Bis zum Mittag wuchs daraus ein breites Regenband, in dem eine hohe Energiemenge gespeichert ist. Experten sprechen von potenziellen Niederschlagsraten von über 40 l/m² in weniger als einer Stunde – Werte, die Keller fluten und Straßen unter Wasser setzen können. Doch noch bleibt unklar, welche Regionen als Erste betroffen sein werden.
Warnungen verschärft

Kurz nach zehn Uhr schalteten führende Wetterdienste ihre Alarmstufe hoch. Neben Starkregen wird nun auch vor Hagelkörnern von bis zu drei Zentimetern Durchmesser gewarnt. Besonders brisant: In den Modellläufen tauchen punktuelle Windspitzen bis 100 km/h auf, was örtlich Sturmschäden anrichten kann.
Die Bevölkerung wird aufgefordert, Fahrzeuge aus Gefahrenzonen zu bringen und lose Gegenstände zu sichern. Dennoch herrscht vielerorts eine eigentümliche Ruhe – die Sonne scheint phasenweise, das Thermometer klettert über 30 Grad. Die Spannung steigt, denn der Wetterumschwung kann innerhalb von Minuten erfolgen.
Erste Auswirkungen spürbar

Gegen Mittag berichten Bahnreisende von Verzögerungen, weil Vorsichtsmaßnahmen an Oberleitungen eingeleitet wurden. Gleichzeitig gehen bei Feuerwehrleitstellen erste Meldungen über Wassereinbrüche in Unterführungen ein – noch vereinzelt, aber der Trend ist eindeutig.
Besonders heikel sind die aufziehenden Böen, die bereits Baustellenplanen zerfetzt und leichte Gegenstände durch die Straßen geweht haben. Währenddessen geraten Campingplätze in Alarmbereitschaft: Betreiber räumen Zelte leer, Besucher suchen Schutz in festen Gebäuden. Doch das eigentliche Zentrum des Unwetters ist nach wie vor unterwegs.
Das Epizentrum der Unwetter

Erst am frühen Nachmittag trifft die Gewitterlinie mit voller Wucht ein – und sie konzentriert sich auf den Süden Deutschlands, allen voran den Großraum München und Teile Schwabens. Dort fällt innerhalb von 45 Minuten so viel Regen wie sonst in zwei Wochen, Hagel prasselt auf parkende Autos, und orkanartige Böen knicken Bäume wie Zündhölzer.
Besonders betroffen ist die Stadt Augsburg: Mehrere Straßenzüge stehen bis zu 30 Zentimeter unter Wasser, der Nahverkehr kommt zeitweise völlig zum Erliegen. Rettungskräfte sind im Dauereinsatz, und die Behörden mahnen, nur noch bei absoluter Notwendigkeit das Haus zu verlassen. Damit löst sich das Rätsel dieses Tages: Ausgerechnet Bayerns sonst so sonnige Regionen wurden zum Schauplatz des heftigsten Sommerunwetters des Jahres.