WHO will Zuckersteuer erhöhen – so wird jeder Snack teurer

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Ein neuer WHO-Bericht schlägt Alarm: Weltweit sind zuckerhaltige Getränke und Alkohol viel zu billig – mit fatalen Folgen für unsere Gesundheit. Doch wie drastisch ist die Lage wirklich, welche Produkte sollen jetzt zusätzlich besteuert werden – und was könnte das für Deutschland bedeuten?

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Alarm in Genf: Die WHO legt zwei brisante Berichte vor

Image: IMAGO / Steinach
Image: IMAGO / Steinach

Die Weltgesundheitsorganisation präsentiert ­– kaum bemerkt vom breiten Publikum – gleich zwei umfangreiche Analysen: Eine zur weltweiten Besteuerung von Zucker­getränken, eine weitere zu Alkohol. Beide kommen zur gleichen bitteren Diagnose: Niedrige Abgaben halten Softdrinks, Fruchtsäfte, Wein und Bier erschreckend erschwinglich, während Diabetes-, Herz- und Krebserkrankungen explodieren.

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Besonders dramatisch ist, wie schnell die Preise relativ zum Einkommen gesunken sind. Seit 2022 wurden Zuckerdrinks in 62 Ländern, Bier in 56 Ländern de facto billiger. Gesundheitshüter warnen: Wenn das nicht gestoppt wird, droht eine Generation von Kindern mit Fettleibigkeit und Folgeschäden.

Lassen Sie uns nun auf die größten Sünder unter den Getränken blicken …

Die versteckten Zuckerbomben: Warum Fruchtsaft und Latte in der Kritik stehen

Image: IMAGO / Manfred Segerer
Image: IMAGO / Manfred Segerer

116 Staaten erheben bereits Steuern auf klassische Softdrinks – aber der Teufel steckt im Detail. 100-prozentige Fruchtsäfte, gezuckerte Milchdrinks oder „Ready-to-Drink“-Kaffees entkommen fast überall dem Fiskus. Genau diese Produkte landen täglich in Schul­brotdosen und Büroküchen.

Die WHO fordert deshalb, die Steuerbasis radikal auszuweiten, um sämtliche Getränke mit hohem Zuckeranteil zu erfassen. Schon eine moderate Abgabe könnte, so die Modellrechnungen, den Konsum um bis zu 20 Prozent senken.

Doch Zucker ist nur die halbe Wahrheit – beim Alkohol klafft eine noch größere Lücke …

Wein bleibt steuerfrei: Europas pikante Ausnahme

Image: IMAGO / Eibner
Image: IMAGO / Eibner

Mindestens 25 Länder – die meisten in Europa – befreien Wein komplett von Verbrauchsteuern, Deutschland inklusive. Während Korn, Whisky oder Wodka Abgaben zahlen und Bier seine eigene Steuer hat, bleibt der Riesling unberührt.

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WHO-Direktor Etienne Krug warnt: Alkohol sei Treiber von Gewalt, Unfällen und chronischen Krankheiten. „Die Industrie profitiert, die Öffentlichkeit zahlt den Preis“, mahnt er und verweist auf Milliarden, die im Gesundheitssystem fehlen.

Und doch beschränkt sich die WHO nicht auf mahnende Worte – sie will konkrete Summen sehen …

„3 by 35“: Die Milliarden-Initiative für teurere Drinks

Image: IMAGO / STEINSIEK.CH
Image: IMAGO / STEINSIEK.CH

Mit dem Programm „3 by 35“ fordert die WHO alle Staaten auf, innerhalb von zehn Jahren die Ladenpreise für Zuckerdrinks, Alkohol und Tabak um 50 Prozent anzuheben. Damit ließen sich laut Berechnungen über eine Billion US-Dollar bis 2035 einnehmen – frisches Geld für Prävention, Kliniken und Forschung.

Fallstudien aus Südafrika oder Kolumbien zeigen, dass solche Steuern funktionieren: Umsätze gehen zurück, Gesundheitsausgaben ebenso. Doch wo Geld fließt, regt sich Widerstand – vor allem in Europa.

Blicken wir deshalb nach Berlin, wo die Debatte besonders hitzig verläuft …

Ampel auf Rot: Deutschland blockt die Zuckersteuer

Image: IMAGO / dts Nachrichtenagentur
Image: IMAGO / dts Nachrichtenagentur

Während Ärzteverbände wie der Marburger Bund höhere Abgaben fordern, lehnt die Ampel-Koalition eine Zuckersteuer bislang ab. Stattdessen setzt man auf Ernährungsbildung in Schulen – ein Ansatz, den die WHO als längst nicht ausreichend bewertet.

Auch bei Alkohol bleibt alles beim Alten: Wein bleibt steuerfrei, Bier zahlt Minimalbeträge. Kritiker nennen das „gesundheitspolitische Schizophrenie“. Die Bundesregierung fürchtet allerdings Widerstand der Wein- und Getränke­lobby – und wahlentscheidende Verbraucherpreise.

Doch was passiert, wenn Berlin und Brüssel trotzdem den Kurs wechseln? Die Antwort birgt Sprengstoff …

Was teuere Drinks wirklich verändern könnten – und wer am meisten zahlt

Image: IMAGO / epd
Image: IMAGO / epd

Sollte Deutschland doch umschwenken, würden 0,5 Liter Cola plötzlich über 2 Euro, eine Flasche Weißwein rund 6 Euro kosten. Experten erwarten, dass junge Konsumenten und einkommensschwache Haushalte zuerst ihr Kaufverhalten ändern – genau jene Gruppen, die heute den höchsten Zucker- und Alkoholkonsum haben.

Langfristig könnte das tausende Fälle von Diabetes, Herzinfarkten und Leberzirrhosen verhindern und Milliarden­kosten sparen. Die WHO sieht darin einen historischen Hebel: Gesündere Bürger, entlastete Kliniken und prall gefüllte Staatskassen. Ob die Politik den Mut findet, bleibt die entscheidende Cliffhanger-Frage.

Fortsetzung folgt – denn die Debatte um Zucker und Alkohol hat gerade erst begonnen.

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