Ein 30-Tonnen-Gigant liegt vor Timmendorfer Strand fest, ganz Deutschland schaut zu – und die Kassen klingeln. Seit einer Woche eilen Helfer, Schiffe und schweres Gerät herbei, um den jungen Buckelwal aus seiner Sandfalle zu befreien. Doch was kostet dieser Wettlauf gegen die Zeit wirklich? Wir haben die Zahlen zusammengetragen – die endgültige Summe verraten wir erst ganz am Schluss.
Schiffe im Dauereinsatz

Zwei Küstenwachschiffe – die „Hummer“ und die „Fehmarn“ – kreuzten stundenlang in der Lübecker Bucht, um den Wal mit Schallwellen von der Sandbank wegzulocken. Hinzu kam ein drittes Boot der Wasserschutzpolizei für die Absperrung des Sperrgebiets.
Allein Treibstoff, Mannschaftsverpflegung und Liegegebühren schlagen hier mit rund 5 000 € zu Buche. Klingt schon heftig? Weiter geht’s gleich mit dem schwersten Kaliber des ganzen Einsatzes …
Der schwimmende Bagger – teuerster Posten

Weil alle sanften Versuche scheiterten, wurde ein 90-Tonnen-Schwimmbagger aus Niedersachsen herantransportiert. Zwei Tage grub er eine 200 Meter lange Rinne. Miete, Spezialtransport und Stand-by-Bereitschaft summieren sich auf satte 15 000 €.
Damit liegt die Teilrechnung bereits bei 20 000 € – und noch haben wir keinen einzigen Taucher bezahlt. Im nächsten Abschnitt tauchen wir buchstäblich ab …
Taucher, Schlauchboote und Schutznetze

Vier Profi-Taucher der DLRG arbeiteten in Schichten, zerschnitten alte Stellnetze und legten ein provisorisches Leitseil für den Wal. Ihre Ausrüstung kam per Schlauchboot; zwei Boote von Sea Shepherd patrouillierten zusätzlich.
Einsatzpauschalen, Pressluft, Bootssprit und Reparaturen kosten zusammen 3 000 €. Zwischensumme: 23 000 €. Doch Menschen müssen auch essen und schlafen – jetzt wird’s logistischer …
Überstunden, Verpflegung, Unterkunft

Feuerwehr, THW, Kommunalarbeiter: Mehr als 120 Kräfte standen jeden Tag bereit, viele davon in 24-Stunden-Schichten. Überstundenvergütung und Spesen belaufen sich auf 9 500 €.
Dazu kommen mobile Sanitäranlagen, ein beheiztes Zelt, Stromaggregate und Absperrgitter – weitere 7 500 €. Nun stapeln sich bereits 40 000 € an Rechnungen. Fehlt da nicht noch was? Auf der letzten Folie lüften wir das komplette Geheimnis …
Die Endabrechnung

Alle Posten addiert – Schiffe (5 000 €), Schwimmbagger (15 000 €), Taucher & Boote (3 000 €), Personalkosten (9 500 €), Logistik & Infrastruktur (7 500 €) – ergibt die bislang offiziell bestätigte Gesamtsumme von exakt 40 000 €.
Und das Drama ist noch nicht vorbei: Sollte der Wal erneut stranden, wird jeder weitere Tag schnell fünfstellig. Fürs Erste aber steht fest, was die bisher spektakulärste Wal-Rettungsaktion der Ostsee gekostet hat – 40 000 Euro, die hoffentlich den Weg in seine Freiheit kaufen.