Schneegigant „Elli“ hält Deutschland in Atem – doch erst ganz am Ende zeigt sich, wer wirklich aufatmen darf.
Rekordwinter im Anmarsch

Meterhohe Verwehungen, zweistellige Minusgrade und ein Tiefdruckkern, der so schnell rotiert wie seit Jahren kein Wintersturm mehr: „Elli“ setzt schon vor ihrem Aufprall neue Maßstäbe. Meteorologen sprechen von der mächtigsten Schneelast seit dem Jahrhundertwinter 1978/79 im Norden.
Gleichzeitig droht ein gefährlicher Temperaturmix zwischen Emsland und Erzgebirge – dort prallen eiskalte Ostluft und milde Atlantikluft aufeinander, was blinden Eisregen begünstigt. Schon jetzt warnen Notdienste vor Stromausfällen, gesperrten Straßen – und einem Verkehrschaos, das sich bis zum Abend fortsetzen könnte.
Lassen Sie uns sehen, wo „Elli“ zuerst zuschlägt …
Erste Schneewelle: Flughäfen kämpfen, Schulen schließen

In Hannover und Bremen stehen Räumflotten rund um die Uhr bereit, Start- und Landebahnen werden minütlich enteist, doch Verzögerungen lassen sich kaum mehr verhindern. Parallel dazu melden Hamburg, Schleswig-Holstein und die Küste orkanartige Böen bis 110 km/h, während in den Mittelgebirgen weiße Wände aus Schnee die Sicht auf wenige Meter reduzieren.
Der Schulbetrieb fällt in großen Teilen Norddeutschlands aus; allein Hamburg und Bremen schicken über 350 000 Kinder vorsorglich nach Hause. Die Bahn hebt die Zugbindung auf – ein untrügliches Zeichen, dass der Fahrplan im Winterchaos versinkt.
Dennoch steckt „Elli“ erst in der Aufwärmphase – die extremen Zahlen folgen jetzt.
20 cm Neuschnee in Stunden – und Eisregenfalle im Süden

Der Deutsche Wetterdienst spricht inzwischen von bis zu 20 cm Neuschnee in nur sechs Stunden zwischen Harzvorland und Lausitz. Im Harz selbst könnten 30 cm fallen, an den Alpen drohen Lawinenabgänge durch nassen Neuschnee auf Altschnee.
Im Süden schwappt wärmere Luft herein: Was als Flocken startet, geht in gefrierenden Regen über. Glatteis-Unfälle häufen sich auf der A 7, ein Reisebus rutscht einen Hang hinab, drei Menschen werden verletzt. Die Rettungsketten sind gespannt wie Drahtseile – doch die eigentliche Gewitterzone zieht weiter nordostwärts.
Wer noch besonders auf der Hut sein muss, erfahren Sie gleich …
Brennpunkt Gefahr: Diese Länder müssen jetzt durchhalten

Noch unter Unwetterstufe Rot stehen: Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg (Nordwest), Sachsen-Anhalt sowie große Teile Sachsens. Hier verdichtet sich Schneefall mit stürmischem Ostwind zu meterhohen Verwehungen, Nebenstraßen sind vielerorts unpassierbar.
Tragische Bilanz in Bayern: Zwei Menschen sterben bei einem Frontalzusammenstoß nahe Reisbach (Landkreis Dingolfing-Landau), nachdem ihr Fahrzeug auf spiegelglatter Fahrbahn ins Schleudern geriet. Die Polizei appelliert eindringlich, Fahrten in allen Gefahrenregionen zu verschieben.
Doch es gibt auch erste Lichtblicke – wir blicken dorthin, wo „Elli“ den Griff langsam lockert.
Hier wird es entspannter: Erste Entwarnung

Aufatmen können inzwischen Berlin und weite Teile Brandenburgs: Der DWD hat die Unwetterwarnung vor starken Schneeverwehungen dort aufgehoben; nur die Prignitz bleibt vorsichtig. Auch im Südwesten, also Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, mischt sich Regen unter die Flocken – Straßen bleiben glatt, doch die weißen Massen schmelzen rasch.
Selbst im südlichen Bayern zeigt sich am Nachmittag stellenweise die Sonne. Temperaturen um +3 °C helfen, Eisplatten zu knacken; Räumdienste melden „beherrschbare Lage“. Vorsicht gilt dennoch nachts, wenn die Nässe erneut gefriert.
Bleibt die Frage: Wie geht es nach „Elli“ weiter?
Ausblick: Kältekeule folgt, dann Frühlingstraum?

Meteorologen erwarten bis Montag eine arktische Rückseite: Tiefstwerte bis –25 °C in Tälern von Thüringer Wald und Erzgebirge, verbreitet Dauerfrost. Wer also taut, friert kurze Zeit später wieder ein.
Doch die Bauernregel zum Paulustag verheißt ein versöhnliches Ende: Ist der 10. Januar bitterkalt und stürmisch, droht laut Volksweisheit ein milder, ruhiger Frühling. Ob Tradition oder Statistik – nach „Elli“ klammert sich Deutschland gern an jede warme Hoffnung.
Damit endet unsere Wetter-Tour – mögen Sie sicher und warm durch diesen extremen Winter kommen!