Ein Sommertag auf dem Wasser, ein plötzlicher Wetterumschwung – und ein Augenblick, der alles verändert. Noch ahnt niemand, welche Tragödie sich an diesem Abend anbahnen wird.
Wolkenloser Himmel, verheißungsvolle Ruhe

Die Sonne strahlt, das Wasser glitzert, Boote gleiten sanft über die glänzende Oberfläche. Urlauber genießen die warme Brise, Einheimische lassen den Tag gemächlich ausklingen.
Auch auf einem kleinen Motorboot herrscht ungetrübte Urlaubsstimmung. Ein Paar hat den Tag auf dem See verbracht, fern von Hektik und Alltag. Nichts deutet darauf hin, dass die Idylle nur Stunden später einem Drama weichen wird.
Der Himmel kippt – von Blau zu Bedrohung

Kurz nach dem Spätnachmittag verfärbt sich die Horizontlinie. Dunkle Gewitterzellen bauen sich auf, Wind peitscht erste Schaumkronen. Binnen Minuten verwandelt sich der See in ein brodelndes Gewässer.
Auf dem Motorboot wird hektisch der Kurs geändert, Regen prasselt wie ein Vorhang aus Stahl. Ein einzelner Donnerschlag, dann ein Hilferuf – doch der aufziehende Sturm verschluckt jedes Geräusch.
Minuten werden zu Stunden, Hoffnung zu Verzweiflung

Notruf, Funkverkehr, Leuchtbojen: mehr als 200 Einsatzkräfte rücken aus, Taucherteams, Suchhunde und ein Hubschrauber durchkämmen die peitschenden Wellen. Die Nacht bringt gleißende Scheinwerfer, aber keine Erleichterung.
Während die Retter Meter um Meter absuchen, bleibt dem Ehemann nur das Bangen. Immer wieder schweift sein Blick über die Wasseroberfläche, doch das grelle Blitzen der Blitze ist alles, was zurückleuchtet.
Tragischer Fund am Morgen danach

Erst mit den ersten Sonnenstrahlen ebbt der Sturm ab – und legt das ganze Ausmaß frei. Am Ufer nahe Langenargen am Bodensee, wenige Kilometer von Kressbronn in Baden-Württemberg entfernt, treiben Passanten auf eine reglose Gestalt zu. Die 65-jährige Frau, die am Vorabend bei aufziehendem Unwetter über Bord ging, kann nur noch tot geborgen werden.
Die Wasserschutzpolizei bestätigt, dass das Paar kurz zuvor in Kressbronn gestartet war. Warnungen des Deutschen Wetterdienstes vor Sturmböen von bis zu 100 km/h hatten gegolten – doch die Gewitterfront traf schneller und heftiger ein als erwartet. Was als friedlicher Ausflug begann, endete in einer Tragödie, die das wettergeplagte Bodenseeufer einmal mehr erschüttert.