Die Deutsche Post hat still und heimlich eine Änderung vorgenommen, die Millionen von Kunden und Beschäftigten betrifft.
Der traditionsreiche Name verschwindet

Zwei Worte, die seit Generationen zum Alltag gehören, verschwinden nun aus dem Konzernnamen: „Deutsche Post“. Nach 155 Jahren trägt der Konzern seit dem 1. September nur noch einen Namen: DHL.
Damit will sich das Unternehmen nach eigenen Angaben stärker als internationaler Logistikkonzern präsentieren. Der frühere Staatsbetrieb habe sich längst zu einem weltweit agierenden Unternehmen entwickelt – der Begriff „Post“ passe daher nicht mehr zur heutigen Konzernstruktur.
Für Kunden klingt das zunächst nach einer gewaltigen Veränderung: Briefe, Postkarten, Bewerbungsschreiben und Pakete bringt man künftig nicht mehr zur Post, sondern zu DHL.
Die drei Buchstaben stehen für die Nachnamen der Gründer Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn. Sie gründeten das Unternehmen 1969 in San Francisco zunächst als Dokumentendienst. Daraus entwickelte sich im Laufe der Jahre ein international tätiger Express- und Logistikkonzern.
1998 beteiligte sich die Deutsche Post an DHL, vier Jahre später erfolgte die vollständige Übernahme. Nun wechseln mehr als 180.000 Beschäftigte in die neue Konzernstruktur. Die Umbenennung soll rund 37 Millionen Euro kosten.
Dabei reicht die Geschichte des traditionsreichen Namens noch deutlich weiter zurück – und „Deutsche Post“ soll trotz der großen Veränderung nicht vollständig verschwinden.
Der Name bleibt – aber nur in einem Bereich

Die Wurzeln der Deutschen Post reichen bis ins Jahr 1871 zurück. Mit der Gründung Deutschlands sollte eine einheitliche Postverwaltung entstehen. Bis 1945 trug sie den Namen Deutsche Reichspost, anschließend hieß sie Deutsche Bundespost. Seit 1995 war schließlich „Deutsche Post“ der bekannte Unternehmensname.
Auch aus einem anderen Bereich des früheren Staatsbetriebs entstand ein bis heute bekannter Konzern: Aus dem Telekommunikationsgeschäft ging die Deutsche Telekom hervor.
Das Verschwinden des Wortes „Deutsche“ aus dem Konzernnamen erinnert an eine andere bekannte Namensänderung. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wurde 2015 offiziell unter der Bezeichnung „Die Mannschaft“ vermarktet. Nach jahrelanger Kritik wurde dieser Name 2022 wieder aufgegeben.
Während DHL nun international auf einen einheitlichen Namen setzt, behalten Postunternehmen in vielen europäischen Ländern weiterhin ihre nationale Bezeichnung – etwa Poste Italiane, La Poste Suisse, Poczta Polska oder Österreichische Post. Ein wichtiger Grund dafür ist das Vertrauen: Postunternehmen werden häufig weiterhin als Teil der grundlegenden Infrastruktur eines Landes wahrgenommen.
Der traditionsreiche Name „Deutsche Post“ soll deshalb zumindest teilweise erhalten bleiben. Das Deutschlandgeschäft mit Briefen wurde in eine neu gegründete Tochtergesellschaft ausgegliedert, die weiterhin unter dem Namen „Deutsche Post“ geführt werden soll.
Für Millionen Menschen bleibt der vertraute Name damit bestehen – auch wenn er künftig nicht mehr an der Spitze des gesamten Konzerns steht.