Es gibt neue Erkenntnisse zur Inflationsrate – und die sorgt für einen unerwarteten Schockmoment.
Endlich ein kleines Aufatmen beim Wocheneinkauf?

Der Preisdruck in Deutschland lässt spürbar nach: Im Februar 2026 lagen die Verbraucherpreise laut Statistischem Bundesamt nur noch 1,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats – nach 2,1 Prozent im Januar. Damit verlangsamt sich der Anstieg der Lebenshaltungskosten wieder.
Für viele Haushalte fühlt sich das wie ein erstes Signal an: Vielleicht wird es nicht mehr jeden Monat noch schlimmer. Vor allem, weil sich gleich mehrere Bereiche anders entwickeln als zuletzt. Doch die Entspannung ist nicht überall gleich stark – und genau darin steckt die nächste Überraschung.
Energie günstiger – und das drückt die Gesamtzahl

Ein Hauptgrund, warum die Inflationsrate im Februar sinkt, liegt bei den Energiekosten. Energie verbilligte sich im Jahresvergleich um 1,9 Prozent (Januar: minus 1,7 Prozent). Das wirkt wie ein Gegengewicht zu vielen anderen Preisen, die weiter steigen.
Auch im Monatsvergleich zeigt sich Bewegung: Gegenüber Januar 2026 stiegen die Verbraucherpreise insgesamt nur um 0,2 Prozent – also ein eher moderater Schritt.
Doch wer jetzt denkt „alles entspannt sich“, stößt sofort auf den nächsten Bremsklotz. Denn ein Bereich bleibt auffällig teuer – und der trifft viele im Alltag besonders direkt.
Dienstleistungen bleiben der Problemfall

Während Energie nach unten zieht, bleibt ein anderer Block hartnäckig: Dienstleistungen. Sie verteuerten sich im Februar erneut um 3,2 Prozent – exakt wie schon im Januar. Das ist der Bereich, der oft viele Alltagskosten prägt: von Reparaturen bis Gastronomie, von Friseur bis Handwerksleistungen.
Genau deshalb wirkt die gesunkene Gesamtinflation für manche weniger spürbar, als die Zahl vermuten lässt: Wer vor allem Dienstleistungen bezahlt, merkt weiter Druck.
Trotzdem gibt es in den Daten noch eine zweite gute Nachricht – und die betrifft ausgerechnet das Thema, das viele am stärksten beschäftigt.
Lebensmittel: Der Preisschub schwächt sich deutlich ab

Bei Lebensmitteln hat sich der Anstieg spürbar verlangsamt. Im Februar verteuerten sich Nahrungsmittel nur noch um 1,1 Prozent, nachdem es im Januar noch 2,1 Prozent waren.
Das heißt nicht, dass Essen „billig“ geworden ist – aber das Tempo des Anstiegs ist deutlich geringer. Gerade für Familien kann das eine echte Entlastung sein, weil Lebensmittel zu den Posten gehören, die sich kaum vermeiden lassen.
Gleichzeitig zeigen die Zahlen, dass der Preisdruck ohne die besonders schwankungsanfälligen Komponenten immer noch höher liegt. Und genau da kommt ein Begriff ins Spiel, der oft unterschätzt wird.
Kerninflation bleibt bei 2,5 Prozent – und das ist der Knackpunkt

Die sogenannte Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) verharrte im Februar bei 2,5 Prozent.
Das ist wichtig, weil diese Kennzahl zeigt, wie „breit“ der Preisdruck in der Wirtschaft verankert ist – unabhängig von Energie- oder Lebensmittelpreisen, die oft stark schwanken. Wenn die Kerninflation hoch bleibt, heißt das: Viele Preise im Alltag steigen weiter – nur eben nicht überall gleich sichtbar.
Und dann gibt es noch eine zweite Messung, die politisch besonders brisant ist: die Inflationsrate nach EU-Standard. Denn dort liegt Deutschland plötzlich genau auf einer Marke, die für die EZB entscheidend ist.
EZB-Ziel getroffen – Lagarde sieht die Geldpolitik bestätigt

Nach europäischem Standard (HVPI) lag die deutsche Inflationsrate im Februar bei 2,0 Prozent – damit genau auf dem Zielwert der Europäischen Zentralbank.
Die EZB hatte ihre Leitzinsen nach früheren Erhöhungen später deutlich gesenkt: Der maßgebliche Leitzins liegt seit 11. Juni 2025 bei 2,0 Prozent und wurde zuletzt am 5. Februar 2026 unverändert gelassen.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte vor dem Europaparlament, die entschlossene Geldpolitik habe entscheidend geholfen, die Inflation wieder Richtung Zwei-Prozent-Ziel zu bringen. Sie erwartet zudem, dass sich der Preisauftrieb weiter stabilisiert und das Lohnwachstum nachlässt.