Ein Wetterdrama nimmt Fahrt auf: Deutschland steht vor Tage voller Kälte und Chaos, während gleich zwei Tiefs ihre zerstörerische Energie bündeln. Erst kriecht „Constanze“ heran, dann prescht Orkantief „Elli“ mit ungeahnter Wucht ins Land. Was jetzt schon eisig beginnt, mündet in einem Sturm, der Blitzeis, extreme Böen und meterhohe Schneemassen verspricht – doch das wahre Ausmaß wird erst ganz zum Schluss sichtbar.
Eisiger Auftakt: Tief Constanze rollt an

Arktische Luft liegt seit der Nacht über weiten Teilen Deutschlands. Mit Sonnenaufgang meldeten die ersten Stationen in NRW und Rheinland-Pfalz Neuschnee, im Bergland türmten sich binnen Stunden zehn Zentimeter. Straßen glänzen spiegelglatt, Räumdienste kämpfen bereits am frühen Morgen gegen die weiße Schicht.
Wer meint, das Schlimmste sei damit getan, irrt – denn noch heute Nachmittag trifft wärmere Atlantikluft ein und hat einen tückischen Begleiter im Gepäck. Lassen wir uns ansehen, wie daraus die gefährlichste Temperaturfalle des Winters wird.
Temperaturfalle: Blitzeis auf Knopfdruck

Wenn mildes Regenband auf gefrorenen Boden prallt, erstarrt die Nässe in Sekunden. Genau diese Mischung erwartet man ab den Abendstunden im Westen vom Saarland bis nach Hessen. Meteorologen nennen das „eiskalte Warmfront“: Oberflächen bleiben bei –2 °C, während in 500 Metern Höhe schon +4 °C herrschen – perfekte Bedingungen für Blitzeis. Rettungsdienste warnen vor „Null Bremsweg“ selbst auf geräumten Autobahnen.
Doch Regen ist nur das Vorspiel: Auf seiner Rückseite zündet die Front eine Sturmmaschine, die ganz Deutschland in den nächsten 48 Stunden spüren wird. Jetzt kommt Elli ins Spiel.
Sturmvorwarnung: Elli nimmt Kurs aufs Festland

Ab Donnerstagabend greift Orkantief „Elli“ von der Nordsee auf die Mitte Deutschlands über. Erste Messbojen melden Böen um 110 km/h, im Ärmelkanal werden 120 km/h erwartet. Elli trägt zwei Gesichter: südlich der Linie Ruhrgebiet–Erzgebirge bringt sie Regen und noch mehr Glatteis, nördlich davon fällt der Niederschlag als Schnee. Der Wind peitscht die Flocken horizontal, Sichtweiten schrumpfen auf wenige Meter.
Den Höhepunkt erreicht der Sturm jedoch nicht in der Nacht, sondern am Folgetag. Dort entscheidet sich, ob das Wort „Jahrhundertwinter“ 2026 schon im Januar Realität wird.
Freitag der 9.: Wenn Wind zum Orkan wird

Der Freitag beginnt mit orkanartigen Böen bis 140 km/h auf den Mittelgebirgskämmen, an Nord- und Ostseeküste sind Sturmfluten möglich. Stromleitungen vereisen, Bäume brechen unter der doppelten Last von Wind und Eis. Die Bahn rechnet mit flächendeckenden Ausfällen, Flughäfen stellen Enteisungsgeräte im Dauereinsatz bereit.
Während der Süden für Stunden im Regen versinkt, verfestigt sich über dem Nordosten ein Schneeschild – und hier schlägt Elli seine frostigste Kralle. Doch noch fehlen die Zahlen, die das Ganze wirklich bedrohlich machen. Die liefert der nächste Blick gen Norden.
Schneewände im Norden: 30 Zentimeter in Stunden

Von Schleswig-Holstein bis Vorpommern verfangen sich feuchte Luftpakete in der Kaltluftglocke. Binnen sechs Stunden sind 15 cm Neuschnee prognostiziert, insgesamt können 20 bis 30 cm fallen. Verwehungen türmen sich hüfthoch, Bundesstraßen werden zu Sackgassen. Die Küstenorte stellen Fährverbindungen ein, Schulen kündigen bereits Notpläne an.
Doch wer glaubt, 30 Zentimeter seien extrem, hat die Berge noch nicht gesehen – dort wartet der große Showdown mit einem halben Meter Pulverschnee.
Halber Meter Weiß: Wo 50 Zentimeter Neuschnee drohen

Zwischen Schwarzwald, Harz und den Alpen kollidieren die feuchte Westströmung und eisige Fallwinde aus Nordost. Über 600 Metern Höhe prognostizieren Modelle 50 Zentimeter Neuschnee binnen 36 Stunden, lokal sogar mehr. Lawinenstufe 3 wird in den bayerischen Alpen diskutiert, kleinere Pässe könnten unpassierbar werden. Selbst Höhenlagen ab 300 Meter melden zweistellige Neuschneezuwächse, während Täler unter einer Betonkruste aus Blitzeis gefangen sind.
Damit ist das Unwetter-Mosaik komplett: Blitzeis im Westen, Orkanböen in der Mitte, ein Schnee-Inferno im Norden und ein halber Meter Pulverschnee in den Bergen – ein Finale, das selbst hartgesottene Winterfans zum Zuhausebleiben zwingt.