Wer in der Drogerie ein kühles Getränk kauft, denkt selten darüber nach, wo er die leere Flasche wieder loswird – bis der Geldpfand plötzlich im Portemonnaie fehlt. Gerade bei Ketten wie Rossmann und dm scheint die Rückgabe komplizierter als im Supermarkt. Doch es gibt einen einfachen Weg, der vielen Kund:innen bislang verborgen geblieben ist.
Ein unerwartetes Pfand-Dilemma

Viele Shopper kennen das Szenario: In der Drogerie wandern erfrischende Limonaden oder Energydrinks in den Korb, das bekannte Pfandlogo prangt darauf – aber ein Automat zum Zurückgeben? Fehlanzeige. Schnell stapeln sich die leeren Gebinde zu Hause, weil beim nächsten Einkauf vermeintlich keine Abgabestelle in Sicht ist.
Dieser Umstand sorgt regelmäßig für Frust. Immerhin geht es selten nur um ein paar Cent: Wer häufig Getränke in kleinen Verpackungen kauft, kann übers Jahr gerechnet auf beachtliche Summen verzichten. Doch warum leisten sich große Filialisten überhaupt diesen vermeintlichen Service-Mangel?
Gesetzliche Pflicht statt Kulanz

Das Verpackungsgesetz schreibt klar vor, dass jede Verkaufsstelle, die Einwegverpackungen vertreibt, auch zur Rücknahme verpflichtet ist – unabhängig von Größe oder Branche. Damit stehen Rossmann und dm rechtlich auf derselben Stufe wie Supermärkte oder Tankstellen.
Dennoch halten sich in Foren und sozialen Netzwerken hartnäckig Gerüchte, die Drogerieketten dürften Pfand anstandslos ablehnen. Diese Fehlinformation führt nicht nur zu Irritation, sondern verleitet Kund:innen häufig dazu, den Weg zum Supermarkt zu suchen – und dort erneut einzukaufen. Ein cleveres Verkaufsargument, aber keineswegs eine rechtliche Realität.
Wer sucht, findet – aber nicht immer den Automaten

In manchen Filialen hängen unscheinbare Aushänge mit Hinweisen zur Pfandrückgabe, oft gut versteckt neben Regalschildern. Einigen Märkten ist es gelungen, auf begrenzter Fläche sogar einen kleinen Automaten zu installieren. Doch das bleibt die Ausnahme: Drogerien sind primär auf Kosmetik- und Haushaltswaren ausgelegt, zusätzliche Technik kostet Platz und Geld.
Dieser Spagat zwischen Kundenservice und Flächenoptimierung führte im Ausland bereits zu radikalen Ideen. So diskutierte man in Polen zeitweise, Getränke ganz aus dem Sortiment zu streichen, um der logistischen Herausforderung zu entgehen. In Deutschland hingegen betonen Unternehmenssprecher unisono, man setze weiter auf ein bewährtes Verfahren – nur kennen es eben die wenigsten.
Die simple Lösung an der Kasse

Der viel besagte Pfandtrick ist letztlich erstaunlich unspektakulär: Leere Einwegflaschen oder -dosen können direkt an der Kasse abgegeben werden. Das Personal bucht den Pfandwert sofort vom Einkaufsbetrag ab oder zahlt ihn bar aus – ganz ohne Automaten, Barcode-Stress oder Mindestmenge. Entscheidend ist allein, dass das Gebinde das DPG-Pfandzeichen trägt.
Damit entlarvt sich das Rätsel als Service, der längst „langjährig gelebt“ wird, wie Rossmann betont. Wer künftig also mit einem Sixpack Wasser die Drogerie verlässt, muss seine Flaschen nicht mehr quer durch die Stadt schleppen. Einfach beim nächsten Besuch mitbringen, aufs Laufband legen und freundlich auf die Rückgabe hinweisen – der Rest läuft automatisch über das Kassensystem.
Fazit: Geld sparen ohne Umwege

Die Drogerie als Pfand-Annahmestelle? Ja, das funktioniert – unkompliziert, gesetzeskonform und ohne zusätzliche Wege. Kund:innen sollten sich nicht von fehlenden Automaten verunsichern lassen und stattdessen das laut Gesetz verbriefte Rückgaberecht selbstbewusst einfordern. So landen die 8 bis 25 Cent pro Behälter nicht in der Haushaltskasse des Händlers, sondern dort, wo sie hingehören: bei den Verbraucher:innen.