Erneuter tödlicher Einsatz in Minneapolis: ICE erschießt 37-Jährigen

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Minneapolis zittert in der Kälte – und diesmal liegt es nicht nur am Wetter. Ein 37-Jähriger ist tot, erschossen von Bundesbeamten, während die Stadt zwischen Trauer und Wut schwankt.

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Frostige Spannung in der Innenstadt

Image: IMAGO / ZUMA Press Wire
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Trotz zweistelliger Minusgrade stehen Demonstrierende Schulter an Schulter auf der Nicollet Avenue, Schleier von Tränengas hängen über den Straßenlampen. Sirenen heulen, Scheinwerfer kreisen, und über allem liegt das dumpfe Dröhnen von Hubschraubern, die die Szene ausleuchten.

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BILD-Reporterin Amy Katz beschreibt ein vielstimmiges Durcheinander aus Gebeten, Rufen und Pfiffen, während schwer gepanzerte Einsatzkräfte sich mit Schilden nach vorn tasten. Noch weiß niemand genau, was wenige Stunden zuvor geschehen ist – doch jeder spürt, dass die Stimmung jederzeit kippen kann.

Als Nächstes blicken wir auf den Moment, in dem Routine und Ausnahmezustand frontal aufeinandertreffen.

Ein Morgen, der abrupt in Chaos umschlug

Image: IMAGO / Anadolu Agency
Image: IMAGO / Anadolu Agency

Gegen neun Uhr hatten Beamte des Heimatschutzministeriums vor einem Hotel an der Interstate Stellung bezogen; offiziell suchten sie einen mutmaßlich bewaffneten Verdächtigen. Passanten filmten, wie Uniformierte in Eile Absperrbänder zogen, während Gäste verschreckt hinter Lobby-Glasfronten verharrten.

Augenzeugen berichten von zunächst lautlosen Gesten, dann schrillen Kommandos, schließlich sich überschlagenden Funksprüchen. Minuten später hallten die ersten Knallkörper durch die Häuserschluchten – der Auftakt zu einem Tag, der Minneapolis noch lange verfolgen wird.

Doch richtig loderten die Emotionen erst, als ein Name wie ein Lauffeuer durch die Menge ging.

„Schande! Schande! Schande!“ – Die Menge ruft

Image: AI
Image: AI

Ein improvisiertes Blumenmeer wächst an der Ecke Nicollet/26th; Kerzen flackern, Fotos zeigen das Lächeln von Alex Pretti. Um 15 Uhr Ortszeit schwillt der Chor: „Schande! Schande! Schande!“ und „ICE OUT By Any Means!“. Einige schleudern Tränengaskanister zurück, andere legen schweigend Rosen ab.

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Die NBA verlegt das Heimspiel der Timberwolves, Hotels schließen früh, Buslinien werden umgeleitet. Über Lautsprecher drängen Polizisten zum Auseinandergehen, doch der Platz bleibt voll – geprägt von der paradoxen Mischung aus Trauer und explosive­m Zorn.

Während die Stadt inne­hält, verschiebt sich der Konflikt in die oberste politische Etage.

Gouverneur Walz und Präsident Trump prallen aufeinander

Image: IMAGO / NurPhoto
Image: IMAGO / NurPhoto

Minnesotas Gouverneur Tim Walz ruft das Weiße Haus an und fordert den sofortigen Abzug der „tausenden gewalttätigen, ungeschulten Beamten“. Sein Appell an Washington klingt verzweifelt – und wird binnen Stunden zum viralen Statement.

Präsident Donald Trump kontert über Truth Social, wirft Walz „gefährliche Rhetorik“ vor und trommelt: „LASST UNSERE ICE PATRIOTEN IHREN JOB TUN!“ Damit flammt der Schlagabtausch auf höchster Ebene auf – doch mitten in diesem Wortgefecht bleibt eine elementare Frage unbeantwortet.

Denn was geschah wirklich in den Sekunden, bevor die tödlichen Schüsse fielen?

Schüsse an der Kreuzung Nicollet/26th

Image: IMAGO / ZUMA Press Wire
Image: IMAGO / ZUMA Press Wire

Das Heimatschutzministerium erklärt, ein Grenzschutzbeamter habe auf einen Mann geschossen, der „mit einer Pistole“ auf die Einsatzkräfte zuging und sich „gewaltsam widersetzte“. Fotos zeigen später eine schwarze Sig-Sauer, angeblich die Waffe des Getöteten.

Videos aus Handys und Livestreams zeichnen ein anderes Bild: Alex Pretti, offenbar unbewaffnet, filmt die Szene, wird mit Pfefferspray getroffen, reißt eine zu Boden gestürzte Frau schützend an sich – Sekundenbruchteile später fallen Schüsse, drei insgesamt.

Eine Bodycam, spätabends veröffentlicht, macht die Erzählung plötzlich lückenlos …

Das verschwundene Handy – und was wirklich im Sekundenbruchteil geschah

Image: AI
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Die Aufnahmen zeigen, wie Pretti sein Smartphone hebt; kein Metallblitz, keine Pistole. Ein Beamter stößt einen Gegenstand zur Seite – es ist das Telefon –, dann reißt er Pretti zu Boden. Noch bevor der 37-Jährige reagiert, löst sich die erste Kugel, zwei folgen im Stakkato.

Prettis Familie wirft den Behörden „blanke Lügen“ vor, fordert unabhängige Ermittlungen. Während die Bundespolizei an ihrer Version festhält, bleibt Minneapolis im Ausnahmezustand: Tausende gedenken, Tausende protestieren – und eine Stadt fragt, wie sie je wieder zur Ruhe kommen soll.

Fortsetzung folgt – auf den Straßen, in Gerichten und im kollektiven Gedächtnis.

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