Erste Äußerung nach Merz-Rauswurf sorgt für Zündstoff

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Ein Personalwechsel, der lange wie ein stiller Verwaltungsakt wirkte, entwickelt plötzlich erstaunliche Sprengkraft.

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Der Moment, der alles veränderte

Image: IMAGO / dts Nachrichtenagentur
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Drei Wochen sind vergangen, seit Christiane Schenderlein ihr Amt als Staatsministerin für Sport und Ehrenamt abgeben musste. Nun hat die CDU-Politikerin erstmals ausführlicher darüber gesprochen, wie sie die überraschende Entscheidung erlebt hat.

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In einem Gespräch mit der „Leipziger Volkszeitung“ und der „Sächsischen Zeitung“ machte die 44-Jährige deutlich, dass sie durchaus enttäuscht gewesen sei.

Gleichzeitig betonte Schenderlein, dass Bundeskanzler Friedrich Merz ihr gegenüber nach eigener Darstellung nicht von Fehlern oder einer schlechten Arbeitsleistung gesprochen habe.

„Ich war überrascht und selbstverständlich auch enttäuscht gewesen“, sagte sie.

Das Amt habe ihr viel Freude bereitet. Entsprechend gerne hätte sie ihre Arbeit weitergeführt.

„Selbstverständlich hätte ich diese Arbeit gern noch weitergeführt, doch das lag nicht in meiner Hand.“

Die Entscheidung selbst sei ihr demnach völlig unerwartet mitgeteilt worden.

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Und offenbar erfuhr sie davon sogar während ihrer Rückreise aus dem Urlaub.

Merz informierte sie persönlich über die Entscheidung

Image: IMAGO / Bernd Elmenthaler
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Nach Angaben von Schenderlein meldete sich Friedrich Merz telefonisch bei ihr, als sie sich auf der Rückfahrt aus ihrem Urlaub befand.

Der Kanzler habe ihr dabei seine Entscheidung erklärt.

Besonders wichtig sei für ihn offenbar gewesen, deutlich zu machen, dass ihre Ablösung nicht als Konsequenz aus Fehlern verstanden werden solle.

Schenderlein zufolge habe Merz ihr sogar bestätigt, mit ihrer bisherigen Arbeit zufrieden gewesen zu sein.

Der Grund für die Veränderung habe vielmehr in einer neuen Ausrichtung des Amtes gelegen.

Merz habe sich demnach eine Person gewünscht, die bereits über einen höheren Bekanntheitsgrad verfügt.

Damit wurde Schenderlein zwar aus ihrer bisherigen Funktion abberufen, gleichzeitig aber nicht aus der Bundesregierung entlassen.

Sie wechselte anschließend in eine andere wichtige Position.

Trotz der Erklärung des Kanzlers blieb die Entscheidung für die Politikerin natürlich nicht völlig folgenlos.

Denn auch wenn ihr offiziell keine Fehler vorgeworfen wurden, begann sie nach eigener Aussage trotzdem darüber nachzudenken, ob sie selbst etwas falsch gemacht haben könnte.

„Natürlich fragt man sich, was schiefgelaufen ist“

Image: IMAGO / Political-Moments
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Eine solche überraschende Personalentscheidung dürfte auch bei Schenderlein Fragen ausgelöst haben.

Obwohl Merz ihr gegenüber offenbar betonte, dass ihre Arbeit nicht der Grund für den Wechsel gewesen sei, habe sie sich selbst durchaus kritisch hinterfragt.

„Natürlich fragt man sich, was schiefgelaufen ist, was ich möglicherweise falsch gemacht haben könnte.“

Diese Gedanken seien nach ihrer Ablösung offenbar ganz automatisch entstanden.

Gleichzeitig habe sie sowohl von Merz selbst als auch aus dessen Umfeld die Rückmeldung erhalten, dass es nicht um Fehler ihrer Person gegangen sei.

Ende Juli war bekannt geworden, dass Schenderlein ihren Posten als Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt verlassen muss.

Für sie bedeutete die Entscheidung allerdings keinen kompletten Rückzug aus der Bundespolitik.

Stattdessen erhielt sie eine neue Aufgabe.

Sie wechselte als Parlamentarische Staatssekretärin in das Bundesgesundheitsministerium.

Doch ihre Ablösung sorgte innerhalb der CDU für deutlich mehr Diskussionen, als es ihre eigenen Äußerungen zunächst vermuten lassen.

Ihre Ablösung sorgte in der CDU für Unmut

Vor allem in ostdeutschen CDU-Landesverbänden stieß die Entscheidung von Friedrich Merz auf Kritik.

Schenderlein stammt aus Sachsen und war als Staatsministerin auch mit Themen befasst, die für viele ostdeutsche Regionen eine besondere Bedeutung haben.

Besonders deutlich äußerte sich Sachsens Ministerpräsident und CDU-Landeschef Michael Kretschmer.

Er machte öffentlich klar, dass er die Personalentscheidung nicht nachvollziehen konnte.

Den Wechsel habe er „überhaupt nicht verstanden“.

Schenderlein selbst verzichtet dagegen auf eine öffentliche Abrechnung mit dem Bundeskanzler.

Auch wenn sie ihre Enttäuschung offen zugibt, hält sie sich mit Kritik an Merz zurück.

Sie betont stattdessen, dass sie die Entscheidung des Kanzlers respektiere.

Damit versucht die CDU-Politikerin offenbar, den Blick nach vorne zu richten.

Denn inzwischen wartet bereits eine neue politische Aufgabe auf sie.

Und in dieser möchte sie ihre bisherigen Erfahrungen weiterhin einsetzen.

Neue Aufgabe im Gesundheitsministerium

In ihrer neuen Funktion als Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium möchte Christiane Schenderlein einen Schwerpunkt auf bestimmte regionale Themen legen.

Besonders die Situation in Ostdeutschland und in ländlichen Gebieten soll dabei eine wichtige Rolle spielen.

Ihre bisherigen Erfahrungen als Sport- und Ehrenamtsministerin möchte sie offenbar in ihre neue Arbeit einbringen.

Dabei geht es ihr vor allem um die Frage, wie Regionen mit langfristigen gesellschaftlichen Veränderungen umgehen können.

Einen besonderen Blick richtet sie auf die demografische Entwicklung in Ostdeutschland.

Für Schenderlein könnte gerade dieser Bereich eine Bedeutung haben, die weit über die östlichen Bundesländer hinausreicht.

Sie sagt: „Wie wir in Ostdeutschland mit der demografischen Entwicklung umgehen, kann für ganz Deutschland beispielhaft werden.“

Damit verbindet sie ihre neue Aufgabe mit einem Thema, das viele Regionen in Deutschland betrifft.

Ihre Zeit als Sportministerin möchte sie derweil nicht negativ bewerten.

Im Gegenteil: Ihre persönliche Bilanz fällt weiterhin positiv aus.

Trotz Enttäuschung blickt Schenderlein nach vorn

Auch wenn Christiane Schenderlein ihre Enttäuschung über den überraschenden Wechsel nicht verheimlicht, möchte sie offenbar keinen öffentlichen Streit mit Friedrich Merz beginnen.

Zu seiner Entscheidung sagt sie zurückhaltend: „Ich respektiere seinen Entschluss. Doch ich werde keine Einordnungen vornehmen.“

Ihre eigene Arbeit als Staatsministerin bewertet sie weiterhin positiv.

Dass sie das Amt gerne länger ausgeübt hätte, macht sie dennoch deutlich.

Nun steht allerdings eine neue Aufgabe im Gesundheitsministerium an.

Dort will Schenderlein insbesondere die Interessen Ostdeutschlands und ländlicher Regionen einbringen.

Damit könnte sie weiterhin Themen bearbeiten, die ihr bereits in ihrer bisherigen politischen Arbeit wichtig waren.

Ob für das Amt der Staatsministerin für Sport und Ehrenamt bald eine Nachfolge präsentiert wird, ist bislang nicht offiziell bekannt.

Für Schenderlein selbst beginnt derweil ein neues Kapitel.

Die überraschende Ablösung hat sie nach eigener Aussage getroffen – doch sie scheint entschlossen, daraus keinen öffentlichen Konflikt zu machen.

Stattdessen richtet sie den Blick auf ihre neue Aufgabe und will dort insbesondere zeigen, welche Erfahrungen aus Ostdeutschland auch für andere Regionen Deutschlands von Bedeutung sein können.

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