Ein Sommertag am Roten Meer, strahlende Sonne, türkisblaues Wasser – und eine Berliner Familie, die sich auf unbeschwerte Ferien freut. Was als harmlose Schnorchel-Tour beginnt, endet wenige Augenblicke später in einem Albtraum, der ihr Leben für immer verändern wird.
Wenn der Traumstrand zur Gefahr wird

Urlaub in Ägypten boomt: Jährlich reisen Zehntausende Deutsche an die Strände von Hurghada und Marsa Alam, angezogen von warmen Temperaturen, farbenprächtigen Korallenriffen und vergleichsweise günstigen Preisen. Gerade Familien schätzen die kinderfreundlichen Resorts und die Delfin-Ausflüge, bei denen man die Meeressäuger aus nächster Nähe erleben kann.
Doch mit dem Massentourismus steigt auch das Risiko für Unfälle auf dem Wasser. Laut ägyptischem Tourismusministerium werden allein in der Hochsaison dutzende Freizeitboote täglich zu Schnorchel-Hotspots geschickt – oft unter großem Zeitdruck. Sicherheitseinweisungen fallen dabei nicht selten knapp aus, Besatzungen sind überlastet, und Motoren laufen, obwohl Gäste noch in unmittelbarer Nähe des Hecks schwimmen.
Sekunden, die alles verändern

Auch an jenem verhängnisvollen Nachmittag im Juli scheint alles routiniert abzulaufen: Mehrere Speedboote werfen vor einer Sandbank den Anker, Guides helfen den Ausflüglern hinein ins 28 Grad warme Wasser. Die Sicht ist grandios, bunte Fische ziehen vorbei, leises Kinderlachen mischt sich mit dem Rauschen der Wellen.
Doch plötzlich entsteht Hektik an Bord. Ein Crewmitglied ruft etwas auf Arabisch, der Kapitän greift zum Zündschlüssel – ohne den Blick aufs Wasser gerichtet zu haben. Während der Außenbordmotor laut aufheult, kämpfen einige Schnorchler noch mit verrutschten Masken und starken Strömungen. Niemand ahnt, dass genau in diesem Moment eine deutsche Mutter verzweifelt versucht, die steile Badeleiter zu erreichen.
Kampf um Leben und Gerechtigkeit

Was folgt, sind dramatische Minuten, die den beteiligten Familienmitgliedern bis heute den Schlaf rauben. Binnen Sekunden verfärbt sich das Wasser dunkelrot, Helfer ziehen die Verletzte über die Reling, Kinder schreien, Handys wählen panisch Notrufnummern. Auf offener See gibt es weder Betäubungsmittel noch Blutkonserven; das nackte Überleben hängt jetzt von improvisierten Druckverbänden und einem rasenden Sprint zurück zum Hafen ab.
Im nächstgelegenen Krankenhaus stabilisieren Ärzte die schwer verletzte Berlinerin, geben literweise Blut, wagen eine stundenlange Not-Operation. Erst danach darf ein deutscher Ambulanzjet starten, um die Patientin ins Unfallkrankenhaus Marzahn zu fliegen. Währenddessen beginnen Angehörige, Beweismaterial zu sichern – denn gegen den Bootsführer wird bereits wegen grob fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.
Das Schicksal von **Jeannine W.** – Berliner Fünffach-Mutter verliert ihr Bein

Erst in Berlin wird das volle Ausmaß klar: Die 37-jährige Jeannine W., Kita-Köchin und Mutter von fünf Kindern, hat ihr rechtes Bein verloren. Die Schiffsschraube hat es unterhalb des Oberschenkels abgetrennt; ein Replantationsversuch in Hurghada scheitert, um eine Sepsis zu verhindern, müssen die Ärzte amputieren. Ihr linkes Bein ist durch tiefe Schnittwunden ebenfalls schwer gezeichnet.
Trotz des Schocks richtet die Familie den Blick nach vorn. Tochter Luisa-Samara (12) startet eine Spendenkampagne, um Reha-Kosten, Spezialprothesen und barrierefreien Wohnraum zu finanzieren. Kolleginnen aus der Kita verteilen bei der Berliner Skate-Night Flyer mit QR-Codes, Freunde organisieren Benefiz-Konzerte. Während der mutmaßlich verantwortliche Kapitän in Untersuchungshaft sitzt, kämpft Jeannine sich mit unerschütterlichem Humor durch die ersten Schritte der Rehabilitation: „Ich hab fünf gute Gründe, wieder auf die Beine zu kommen – auch wenn jetzt nur noch eins davon meins ist.“
\\Der <a href="https://www.gofundme.com/f/bitte-helft-meiner-mama-dqrzk?utmid=97758v0s00e0tv2a1demoo4jlz9ex“>Spendenaufruf bei Gofundme! Mit dieser Aktion stehen wir nicht in Verbindung.