Mitten in einem Hochhaus eskaliert ein Einsatz, der viele Bewohner völlig unerwartet trifft. Im „Weißen Riese“ rücken Kräfte zu einer groß angelegten Aktion an – und am Ende steht eine Maßnahme im Raum, die für maximale Unruhe sorgt: „Jetzt müssen alle zum DNA-Test“.
Unruhe im „Weißen Riese“

Am frühen Morgen kam es in Kiel zu einem massiven Polizeieinsatz. Gegen 6 Uhr stürmten Einsatzkräfte den sogenannten „Weißen Riesen“ im Stadtteil Mettenhof.
Nach Informationen von BILD sollen rund 200 Beamtinnen und Beamte in dem Hochhaus im Einsatz sein. Das Gebäude wurde umstellt, niemand durfte den Komplex zunächst verlassen.
Auf 22 Etagen befinden sich 242 Wohnungen. Die Ermittler gingen demnach Tür für Tür vor, klingelten und klopften an jeder einzelnen Wohnung. Der Einsatz dürfte für viele Bewohner völlig überraschend gekommen sein.
Ermittler gehen von Wohnung zu Wohnung

Die Polizei arbeitete sich nach den vorliegenden Informationen von oben nach unten durch das Hochhaus. Auch eine Staatsanwältin war vor Ort.
Zur Unterstützung wurden Drohnen eingesetzt. Die Bewohnerinnen und Bewohner mussten offenbar DNA-Proben abgeben. Ziel des Großeinsatzes ist es, den Ursprung eines schweren Angriffs auf einen Polizeiwagen zu klären.
Denn der Verdacht wiegt schwer. Anfang Juni war ein kiloschweres Stück einer Gehwegplatte aus dem Hochhaus geworfen worden. Nun soll geklärt werden, aus welcher Wohnung der gefährliche Wurf kam.
Betonbrocken trifft Polizeiwagen

Der Vorfall ereignete sich am 2. Juni kurz nach Mitternacht. Aus einer der Wohnungen soll ein schweres Stück einer Gehwegplatte auf einen Polizeiwagen geworfen worden sein.
Der Betonbrocken durchschlug die Frontscheibe des Fahrzeugs. Eine 25-jährige Polizistin wurde dabei an Hand und Sprunggelenk so schwer verletzt, dass sie bis heute dienstunfähig ist.
Für die Ermittler ist der Fall deshalb besonders ernst. Sie gehen von versuchtem Mord aus. Wer den Brocken geworfen haben soll, ist bislang jedoch unklar.
Ein ganzes Hochhaus unter Verdacht

Die zentrale Frage lautet: Aus welcher Wohnung kam der Wurf? Genau das versuchen Polizei und Staatsanwaltschaft nun mit dem Großeinsatz herauszufinden.
Obwohl die Staatsanwaltschaft bereits 1000 Euro Belohnung für Hinweise auf den Täter ausgesetzt hatte, blieb der entscheidende Durchbruch bislang offenbar aus. Die Bewohner schwiegen demnach.
Damit steht nun ein ganzes Hochhaus im Fokus der Ermittlungen. Der Einsatz zeigt, wie ernst die Behörden den Angriff nehmen. Denn ein Wurf aus großer Höhe kann tödliche Folgen haben.
Der „Weiße Riese“ ist Kiels höchstes Wohnhaus

Der „Weiße Riese“ steht am Kurt-Schumacher-Platz in Kiel-Mettenhof. Das markante Hochhaus gehört seit 2014 dem börsennotierten Wohnimmobilienunternehmen Grand City Properties.
Mit 85 Metern gilt es als höchstes Wohngebäude der Stadt. Gebaut wurde es ab 1968, die ersten Bewohner zogen 1971 ein.
Doch in den vergangenen Jahrzehnten geriet das Gebäude immer wieder in die Schlagzeilen. Dabei ging es häufig um soziale Probleme und den baulichen Zustand des Hochhauses.
Polizei ist dort regelmäßig im Einsatz

Der „Weiße Riese“ gilt seit Jahren als schwierige Adresse. Die „Kieler Nachrichten“ beschrieben das Hochhaus bereits früher als „heruntergekommen“.
Auch die Polizei ist dort regelmäßig im Einsatz. Polizeisprecherin Stephanie Lage sagte gegenüber BILD: „2025 gab es 107 Polizeieinsätze in dem Haus.“
Der aktuelle Großeinsatz hebt die Lage nun auf eine neue Stufe. Nach dem Angriff auf den Polizeiwagen und der schweren Verletzung einer Beamtin wollen die Ermittler offenbar mit allen Mitteln herausfinden, wer den Betonbrocken geworfen hat. Bis dahin bleibt der Fall ein schwerer Verdacht mitten aus einem Hochhaus heraus.