Ein dramatischer Einsatz nimmt plötzlich eine völlig unerwartete Wendung: Ausgerechnet ein Rettungswagen wird auf der Autobahn zum Opfer eines schweren Zusammenstoßes.
Plötzlich wird aus Hilfe pures Chaos

Sie wollten eigentlich nur helfen – doch plötzlich wurden die Helfer selbst zu Unfallopfern. Auf der A44 zwischen Diemelstadt in Hessen und Warburg in Nordrhein-Westfalen kam es am Donnerstagabend zu einem schweren Zusammenstoß. Vier Menschen wurden schwer verletzt und mussten in Krankenhäuser gebracht werden.
Der Unfall ereignete sich gegen 19 Uhr in Fahrtrichtung Kassel. Ein Rettungswagen stand zu diesem Zeitpunkt auf dem Seitenstreifen. Im Inneren befand sich ein 27-jähriger Fahrer eines Pannenfahrzeugs, der zuvor längere Zeit auf Hilfe gewartet hatte.
Der Mann hatte sich schließlich unwohl gefühlt und über Flüssigkeitsmangel geklagt. Deshalb wurde er von den Rettungskräften im RTW versorgt.
Zwei Sanitäter und eine Auszubildende kümmerten sich gerade um den Patienten, als es zum folgenschweren Aufprall kam.
Ein Sattelzug krachte offenbar ungebremst in den stehenden Rettungswagen. Die Wucht des Zusammenstoßes war enorm.
Nach Angaben der Polizei wurde die linke Seite des RTW regelrecht aufgerissen. Der Patient und die drei Personen aus dem Rettungsteam wurden durch die Kollision aus dem Fahrzeug auf die Fahrbahn geschleudert.
Alle vier erlitten schwere Verletzungen.
Weitere Rettungskräfte eilten zum Unfallort. Zur Versorgung und zum Transport der Verletzten wurden zusätzliche Rettungswagen sowie zwei Rettungshubschrauber eingesetzt.
Doch nicht nur der Rettungswagen wurde durch den Aufprall schwer beschädigt.
Lkw stürzt Böschung hinunter – Gutachter ermittelt

Auch der Sattelzug kam durch die Wucht des Zusammenstoßes von der Fahrbahn ab. Der Lastwagen stürzte eine Böschung hinunter und überschlug sich anschließend.
Der Fahrer des Lkw wurde dabei verletzt. Seine Verletzungen sollen allerdings vergleichsweise leicht gewesen sein.
Nun soll ein Gutachter klären, warum der Sattelzug offenbar nicht rechtzeitig gebremst hatte. Die genaue Ursache des schweren Unfalls ist bislang nicht abschließend geklärt.
Eine weitere Frage beschäftigt die Ermittler ebenfalls: Nach Angaben der „Hessenschau“ war zunächst unklar, ob am Rettungswagen zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes das Blaulicht eingeschaltet war.
Die A44 musste nach dem Unfall für mehrere Stunden vollständig gesperrt werden. Erst gegen 23.45 Uhr konnte die Strecke wieder freigegeben werden.
Besonders auffällig ist dabei, dass es auf demselben Autobahnabschnitt bereits wenige Stunden zuvor zu einem schweren Unfall gekommen war.
Schon am Donnerstagmittag waren dort drei Lastwagen miteinander kollidiert. Bei diesem Unfall wurde ein Lkw-Fahrer lebensgefährlich verletzt. Zwei weitere Beteiligte erlitten leichte Verletzungen.
Und damit nicht genug: Erst vor weniger als einem Jahr hatte sich nur wenige Kilometer entfernt ein ähnlich gelagerter Unfall ereignet. Damals war ebenfalls ein Lastwagen in ein eigentlich abgesichertes Pannenfahrzeug gefahren.
Der jüngste Crash wirft deshalb erneut die Frage auf, wie sicher Pannen- und Rettungseinsätze auf viel befahrenen Autobahnen tatsächlich sind.
Für die vier schwer verletzten Menschen begann der Donnerstagabend jedoch mit einer völlig anderen Situation: Sie waren an der Unfallstelle, um einem anderen Menschen zu helfen – und wurden innerhalb weniger Sekunden selbst zu den Opfern eines schweren Crashs.