Ein Fremder klingelt an der Haustür – und als der Bewohner öffnet, fallen Schüsse. Der Familienvater bricht vor seinem eigenen Haus zusammen und stirbt wenig später. Eine Nachbarin eilte ihm zu Hilfe und sprach mit der Zeitung „Bild“ über die schrecklichen Minuten. Vom Schützen fehlt weiter jede Spur.
Schüsse an der Haustür: Was bisher bekannt ist

Ein ruhiges Wohngebiet, ein ganz normaler Montagmittag: Ein Unbekannter klingelt an einem Einfamilienhaus und schießt auf den Mann, der ihm die Tür öffnet. Der 43-Jährige stirbt noch am Tatort. Die Polizei hat eine Sonderkommission gebildet, doch Täter und Motiv sind weiter unbekannt.
Die Tat geschah am Montag, 26. Oktober 2026, gegen 12.30 Uhr. Laut Polizei kam es an der Tür zunächst zu einem kurzen Gespräch, dann gab der Unbekannte mindestens einen Schuss auf den Ehemann ab. Nachbarn berichten von drei Schüssen. Anschließend flüchtete der Täter mit einem dunklen Auto.
„Halte durch, halte durch!“: Nachbarin kämpft um sein Leben

Eine Nachbarin war kurz nach den Schüssen am Haus. Der „Bild“ schilderte sie, was sie dort sah. Sie habe plötzlich die Frau des Opfers schreien hören und sei hinübergelaufen. Der Mann habe vor der Tür auf dem Bauch in einer Blutlache gelegen, der Kopf auf Höhe des Fußabstreifers.
> „Ich hörte plötzlich seine Frau schreien und lief rüber. Ich versuchte, die Frau zu beruhigen.“
> – Nachbarin des Opfers gegenüber „Bild“
Die Ehefrau habe den Notruf gewählt und verzweifelt gerufen: „Wann kommt denn endlich ein Krankenwagen?“ Die Nachbarin versuchte laut „Bild“ auch, dem Verletzten zu helfen, und redete auf ihn ein: „Halte durch, halte durch.“
Kurz darauf trafen die Einsatzkräfte ein und begannen sofort mit der Reanimation. Doch sie konnten den Mann nicht mehr retten, er starb noch am Tatort. Ein weiterer Anwohner war gerade mit Laubarbeiten beschäftigt, als er drei Schüsse und einen Frauenschrei hörte. „Es war klar, was los ist“, sagte er laut „heute.at“. Er alarmierte sofort die Einsatzkräfte.
Wer war das Opfer?

Der Getötete war 43 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Die Kinder waren laut „Bild“ zum Tatzeitpunkt in der Schule. Die Familie lebte noch nicht lange in dem Viertel. Ein Kriseninterventionsteam betreute die Angehörigen.
Laut „Bild“ war der Mann Unternehmer und Chef einer Sicherheitsfirma. Die Firma soll vor Kurzem Insolvenz angemeldet haben. Außerdem soll es nach Informationen der Zeitung strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn gegeben haben. Die Polizei wollte sich dazu auf Anfrage der „Bild“ nicht äußern. Ob es einen Zusammenhang mit der Tat gibt, ist völlig offen.
Die Ermittler prüfen derzeit auch, ob Täter und Opfer sich kannten.
Flucht im schwarzen BMW: Hier geschah die Tat

Tatort ist Dingolfing in Niederbayern (Landkreis Dingolfing-Landau), eine Stadt mit rund 20.000 Einwohnern. Die Schüsse fielen in der Wohngegend an der Schwedenschanze. Bürgermeister Valentin Walk zeigte sich bestürzt.
Ein Anwohner sah den mutmaßlichen Täter laut „Bild“ in einem schwarzen Auto davonrasen und gab der Polizei Hinweise zur Fluchtrichtung. Nach Angaben von Polizeisprecher Günther Tomaschko soll der Schütze mit einem schwarzen BMW geflüchtet sein. Laut Polizei hatte der Wagen möglicherweise getönte Scheiben.
So beschreibt die Polizei den Gesuchten:
– spricht Hochdeutsch
– trug eine dunkle Jacke mit Kapuze
– hat einen Oberlippenbart
– hat ein eher rundliches Gesicht
| Der Fall im Überblick | Details |
|---|---|
| Tatzeit | Montag, 26.10.2026, gegen 12.30 Uhr |
| Tatort | Wohnhaus an der Schwedenschanze, Dingolfing |
| Opfer | Mann, 43 Jahre, verheiratet, zwei Kinder |
| Fluchtfahrzeug | dunkler bzw. schwarzer BMW, möglicherweise getönte Scheiben |
| Ermittler | Kripo Landshut mit Soko (rund 30 Beamte) und Staatsanwaltschaft Landshut |
| Stand | kein konkreter Tatverdacht, Motiv unklar |
Großfahndung, Soko und ein makabrer Zwischenfall

Direkt nach der Tat startete die Polizei eine Großfahndung mit zeitweise rund 40 Streifen, Diensthunden, Spezialeinheiten und einem Hubschrauber. Gegen 16 Uhr wurde sie ohne Ergebnis beendet. Die Kriminalpolizei Landshut hat eine Sonderkommission mit rund 30 Beamten eingerichtet und ermittelt gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft wegen eines Tötungsdelikts.
Die Obduktion am Institut für Rechtsmedizin in München ergab vorläufig: Mindestens ein Projektil traf den Mann tödlich. Am Dienstag befragten die Ermittler mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei die Anwohner. Laut „Bild“ suchten Einsatzkräfte außerdem das Gebiet, in das der Fluchtwagen gefahren war, mit Metalldetektoren ab.
Am Dienstagnachmittag gab es dann einen erneuten Großeinsatz. Gegen 16 Uhr hielt ein dunkler BMW vor dem Haus der Familie. Aus dem Auto heraus fielen gegenüber Angehörigen Äußerungen, die als Drohung verstanden werden konnten. Die Polizei rückte wieder mit vielen Streifen und einem Hubschrauber aus. Gegen 17 Uhr fanden die Beamten das Auto im Stadtgebiet und nahmen zwei junge Männer (17 und 18) in Gewahrsam. Die Polizei geht von Trittbrettfahrern aus. Die beiden hielten ihr Verhalten nach eigenen Angaben für „lustig“. Ein Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt ist nicht bekannt.
Polizei sucht dringend Zeugen

Einen konkreten Tatverdacht gibt es bislang nicht, auch zum Fluchtfahrzeug fehlen gesicherte Hinweise. Laut Polizei gibt es derzeit keine Hinweise auf eine Gefahr für die Allgemeinheit. Die Ermittler bitten trotzdem um Mithilfe.
Wichtig sind vor allem Beobachtungen:
– vom Montag, 26.10.2026, zwischen 12 und 12.30 Uhr
– aus den Tagen vor der Tat
– im Bereich Schwedenschanze und Eppenauerstraße in Dingolfing
– zu verdächtigen Personen oder Fahrzeugen, etwa einem dunklen BMW
Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Landshut unter der Telefonnummer 0871/9252-0 entgegen, ebenso jede andere Polizeidienststelle. Wer etwas Verdächtiges bemerkt, soll sich nicht selbst in Gefahr bringen und die Polizei verständigen.