Ein ohrenbetäubender Knall reißt Anwohner aus dem Frieden – Sekunden später bricht das Chaos aus. Noch weiß niemand, was wirklich geschehen ist, doch Feuerwehrsirenen übertönen schon bald die Schreie aus dem dichten Rauch.
Ein lauter Knall – und plötzlich wurde es dunkel

Der Abend hatte kaum begonnen, als Anwohner – manche saßen beim Essen, andere verfolgten das EM-Spiel – von einer Druckwelle erfasst wurden. Fensterscheiben barsten, Strom fiel aus, Treppenhäuser lagen plötzlich in völliger Finsternis.
Während erste Videos in den sozialen Medien kursierten, war nur eines klar: Etwas in einem Mehrfamilienhaus hatte detoniert. Augenzeugen berichteten von „fliegenden Türrahmen“ und einer „süßlich-chemischen Geruchswolke“, die sich in den Hinterhöfen ausbreitete.
Rettungskräfte im Wettlauf gegen die Zeit

Bereits drei Minuten nach Eingang des Notrufs trafen die ersten Löschzüge ein – doch der Brandherd lag im zweiten Obergeschoss, wo sich Hitze staut wie in einem Kamin. Einsatzkräfte kämpften sich unter Atemschutz durch rußgeschwärzte Flure, suchten Wohnung für Wohnung nach Verschütteten ab.
Mehrere Bewohner, darunter Kinder, wurden über Drehleitern von Balkonen geholt. Einer der Geretteten erlitt einen Kreislaufstillstand noch im Korb der Feuerwehr – nur dank sofortiger Reanimation kehrte sein Puls zurück. Für einen anderen endete der Einsatz jedoch tragisch.
Was wir bisher über Ursache und Ermittlungen wissen

Noch in der Nacht nahm das Landeskriminalamt Hinweise auf; Brandermittler sprechen vorsichtig von einer „lokal begrenzten Explosionstechnik“. Ein Gasleck wird aktuell ausgeschlossen, stattdessen deuten Schmelzspuren an Metallstreben auf eine punktuelle Überhitzung – mögliches Indiz für einen unsachgemäß betriebenen Campingkocher.
Parallel prüft die Polizei, ob Renovierungsarbeiten im Haus eine Rolle spielten. In einem Kellerabteil fanden Experten mehrere Propangas-Kartuschen, zwei davon beschädigt. Bis ein Gutachten vorliegt, sind Spekulationen Tür und Tor geöffnet – auch Fahrlässigkeit steht im Raum.
Das erschütterte Viertel: Wie es in Lübeck weitergeht

Erst am frühen Morgen bestätigte die Einsatzleitung offiziell, worüber stundenlang nur gemunkelt wurde: Ein 32-jähriger Mieter erlag noch an der Einsatzstelle seinen schweren Verletzungen. Zwölf weitere Personen wurden verletzt, vier von ihnen befinden sich weiterhin in klinischer Behandlung.
Das betroffene Mehrfamilienhaus in der Breiten Straße im Zentrum von Lübeck, Schleswig-Holstein, bleibt unbewohnbar. Die Stadt hat ein nahegelegenes Hotel als Notunterkunft bereitgestellt, während Kriminaltechniker den Ort Zentimeter für Zentimeter vermessen. Eine Frage beschäftigt alle: Wie konnte eine einfache Kochflamme eine solche Katastrophe auslösen? Die Antwort – so hoffen Anwohner wie Ermittler – soll noch diese Woche Klarheit bringen.