Neues Heizungsgesetz betrifft jeden: Was sich jetzt verändert

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Gas war gestern – doch die Rechnung schreibt sich erst morgen. Wer jetzt noch in fossile Flammen investiert, legt sein Heizbudget auf eine tickende Zeitbombe.

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Heizungsgesetz sorgt weiter für Streit

Image: AI
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Die Diskussion um das geplante neue Heizungsgesetz reißt nicht ab. Während Kritiker vor hohen Kosten und neuen Unsicherheiten warnen, sehen Befürworter im Entwurf eine sinnvolle Weichenstellung für die Zukunft. Besonders häufig fällt dabei ein Argument: Gasheizungen mit Biogas könnten eine clevere Alternative zur Wärmepumpe sein und ebenfalls dabei helfen, den CO2-Ausstoß zu senken.

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Auch mit Blick auf die Strompreise wird immer wieder diskutiert. Manche verweisen darauf, dass Strom ebenfalls teurer werden könne – je nachdem, wie er erzeugt wird. Deshalb sei auch die Wärmepumpe keineswegs automatisch die dauerhaft günstigere Lösung. Genau dieser Punkt sorgt bei vielen Eigentümerinnen und Eigentümern für Unsicherheit.

Doch wo liegen die tatsächlichen Risiken? Könnte Gas oder Biogas künftig doch wieder günstiger werden – oder droht Haushalten dort ein langfristig teurer Irrweg?

Verbraucherschützerin warnt vor fossilem Risiko

Image: IMAGO / Bernd Elmenthaler
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Laura Vorbeck, Energieexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, sieht die Lage eindeutig. Wer heute noch auf fossile Brennstoffe setzt, gehe ein schwer kalkulierbares Risiko ein. Im Gespräch mit t-online warnt sie: „Wer heute noch auf fossile Brennstoffe setzt, geht ein schwer kalkulierbares Risiko ein, da die Preise durch geopolitische Krisen und steigende Netzentgelte weiter in die Höhe getrieben werden.“

Besonders wichtig sei dabei nicht nur der reine Gaspreis, sondern auch das Drumherum. Vorbeck betont, dass Verbraucher sehr genau auf alle Bestandteile der künftigen Heizkosten achten müssten. Vor allem bei den Gasnetzentgelten sieht sie eine klare Richtung. „Was wir ganz sicher wissen, unabhängig von Kriegen und dem CO2-Preis, sind die Gasnetzentgelte in Deutschland, die bis 2045 sicher steigen werden. Es ist mit einer Verzehnfachung der Entgelte zu rechnen.“

Damit wird klar: Selbst wenn der eigentliche Gaspreis schwanken sollte, drohen über andere Kostenfaktoren erhebliche Belastungen.

Warum Gas für viele Haushalte zur Kostenfalle werden könnte

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Vorbeck widerspricht auch der Hoffnung, dass sich die Entwicklung bei Gaspreisen kaum seriös vorhersagen lasse. Sie erinnert an den drastischen Preissprung nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Damals seien die Energiepreise massiv gestiegen – und bis heute nicht wieder auf das alte Niveau zurückgekehrt.

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Früher lagen die durchschnittlichen Gaspreise für Haushalte bei etwa 6 bis 7 Cent pro Kilowattstunde. Inzwischen seien sie teilweise doppelt so hoch. Ihre Einschätzung ist deshalb klar: „Die Preise sinken nur selten wieder vollständig auf das alte Niveau.“ Für Verbraucher bedeutet das, dass selbst zwischenzeitliche Entspannung nicht automatisch eine echte Rückkehr zu früheren Kosten bedeutet.

Hinzu kommt ein weiterer Punkt, der oft unterschätzt wird: Wenn immer mehr Haushalte von Gas auf Wärmepumpen umsteigen, müssen die Kosten für Wartung und Betrieb der Gasnetze von immer weniger Kunden getragen werden. Genau deshalb könnten die Netzentgelte in Zukunft drastisch steigen – mit spürbaren Folgen für private Haushalte.

Biogas als Hoffnung – oder nur ein neues Risiko?

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Manche Befürworter verweisen auf die Möglichkeit, künftig stärker mit Biogas zu heizen. Eine Analyse aus dem Jahr 2023 stellte sogar in Aussicht, dass die Ukraine nach einem Kriegsende zu einem wichtigen Lieferanten für günstiges Biogas werden könnte. Doch auch diese Hoffnung sieht Vorbeck kritisch.

Zum einen sei ein Ende des Krieges derzeit nicht absehbar. Zum anderen würde eine solche Lösung neue Abhängigkeiten schaffen. Ihre Einschätzung fällt entsprechend nüchtern aus: Selbst wenn die Ukraine später Biogas nach Deutschland liefern sollte, entstehe daraus erneut ein Kosten- und Versorgungsrisiko.

Vorbeck hält solche Aussichten deshalb für problematisch, weil sie bei Verbrauchern Hoffnungen auf bald sinkende Gaspreise wecken könnten. Ihrer Meinung nach habe das jedoch wenig mit der Realität auf den Energiemärkten zu tun. Zusätzlich erinnert sie daran, dass manche Kommunen und Versorger bereits darüber nachdenken, Gasnetze in einzelnen Gebieten noch vor 2045 stillzulegen. Damit geht es längst nicht mehr nur um Preise, sondern auch um die Frage, wie sicher die Versorgung überhaupt noch ist.

Warum Wärmepumpen trotz hoher Kosten attraktiver wirken

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Natürlich gibt es auch bei Wärmepumpen Vorbehalte – vor allem wegen der hohen Anschaffungskosten. Bis zu 30.000 Euro schrecken viele Haushalte zunächst ab. Doch mit staatlicher Förderung kann sich dieser Betrag laut dem Ausgangstext deutlich reduzieren. Im günstigsten Fall bleiben nur noch knapp 9.000 Euro übrig – also ein Betrag, der etwa in der Größenordnung einer neuen Gasheizung liegen kann.

Dazu kommt laut mehreren Berechnungen ein weiterer Vorteil: Wärmepumpen sollen selbst in Bestandsgebäuden oft günstiger heizen als neue Öl- oder Gasheizungen. Besonders attraktiv wird das System, wenn zusätzlich eine eigene Photovoltaikanlage vorhanden ist. Dann lässt sich ein Teil des benötigten Stroms direkt selbst erzeugen, was die laufenden Heizkosten weiter senken kann.

Auch spezielle Wärmepumpen- oder dynamische Stromtarife könnten zusätzliche Einsparungen bringen. Vorbeck betont deshalb: „Aktuell ist erneuerbarer Strom in der Erzeugung am günstigsten, und das wird auch so bleiben.“ Sie sieht deshalb bei fossilen Heizungen nur eine Richtung – und zwar nach oben.

Hausbesitzer stehen vor einer Entscheidung mit Folgen

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Ein weiterer Punkt in der Debatte ist die Lebensdauer. Bei professionell geplanten und eingebauten Wärmepumpen liegt sie laut Ausgangstext bei mindestens 20 Jahren – also in etwa auf dem Niveau einer Gasheizung. Der Unterschied liegt allerdings darin, dass eine Gasheizung womöglich gar nicht ihre volle Lebensdauer ausschöpfen kann, wenn Gasnetze vorher stillgelegt werden.

Genau darin sieht Vorbeck ein doppeltes Risiko: steigende laufende Kosten und gleichzeitig schwindende Sicherheit beim Anschluss. Eine neu eingebaute Gasheizung könnte dadurch womöglich schon nach zehn oder fünfzehn Jahren vor dem Aus stehen – deutlich früher als viele Eigentümer erwarten würden.

Zugleich warnt sie davor, sich von politischen Vereinfachungen täuschen zu lassen. Viele Haushalte seien verunsichert, weil Technik, Förderung, Kosten und kommunale Wärmeplanung komplex sind. Ihr Fazit fällt deshalb eindeutig aus: Eigentümer sollten nicht „in eine fossile Sackgasse investieren“, sondern lieber jetzt den Schritt zu einer zukunftsfähigen Heizung auf Basis erneuerbarer Energien gehen.

Gerade deshalb wird die Debatte um das Heizungsgesetz wohl noch lange nicht enden – denn für viele Hausbesitzer geht es längst nicht nur um Politik, sondern um eine Entscheidung, die sie viele Jahre teuer begleiten kann.

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