Österreich macht Schluss mit dem „Pickerl“ – die Ära der Klebevignette endet, doch das spannendste Detail enthüllen wir erst ganz am Schluss.
Feuerrot – die allerletzte Klebevignette

Die Farbe könnte kaum symbolträchtiger sein: „Feuerrot“ ziert die finale Klebevignette, die Ende November 2025 in den Handel kommt und für das Mautjahr 2026 gilt. Nostalgiker greifen jetzt schon zu, denn dieses Stück Folie wird zum Sammlerstück, wenn es ab Februar 2027 keine Klebevignetten mehr auf Österreichs Windschutzscheiben geben wird.
Mit ihr endet eine 27-jährige Tradition. Vom ersten „Pickerl“ 1997 bis heute wurden jedes Jahr rund 18 Millionen Aufkleber produziert. Jetzt schmilzt die Ära buchstäblich von der Scheibe – aber warum eigentlich?
Weiter geht’s mit den Gründen hinter diesem historischen Abschied …
Warum das „Pickerl“ ausgedient hat

Drei Argumente überzeugten Politik und Autofahrer: 75 Prozent nutzen bereits die digitale Vignette, Fälschungen sind nahezu unmöglich, und die Asfinag spart bis zu fünf Millionen Euro an Produktions- und Versandkosten. Auch der Umweltaspekt spielte eine Rolle: Tonnen von Trägerfolien wandern künftig nicht mehr in den Müll.
Hinzu kommt der Komfort: Die digitale Vignette koppelt sich ans Kennzeichen, mehrfaches Abkratzen entfällt, und wer das Fahrzeug wechselt, nimmt die Maut einfach online mit.
Doch ab wann gilt nur noch digital? Der Zeitplan zeigt es …
Der Countdown zum Klebe-Finale

Die letzte Klebevignette ist ab 1. Dezember 2025 gültig und darf bis 31. Januar 2027 genutzt werden. Danach ist Schluss: Ab 1. Februar 2027 wird auf allen Autobahnen und Schnellstraßen ausschließlich kontrolliert, ob das Kennzeichen digital registriert ist.
Für Gesetzgeber und Betreiber war es wichtig, eine Übergangsfrist einzubauen. So können Jahresvignetten wie gewohnt 14 Monate gelten, und jene, die 2026 noch klassisch kleben, geraten nicht in Terminstress.
Was kostet das alles? Die neuen Preise verraten es gleich …
Was die digitale Vignette künftig kostet

Mit der Umstellung steigt die 10-Tages-Vignette auf 12,80 Euro, die 2-Monats-Version auf 32,00 Euro und die Jahresvignette auf 106,80 Euro. Für Sparfüchse bleibt alles beim Alten: Motorräder zahlen wie bisher knapp die Hälfte, und Vielfahrer können Streckenmautpakete online bündeln.
Neu ist das 1-Tages-Ticket für spontane Städtetrips. Für 9,60 Euro fährt man 24 Stunden lang ohne Kleben, ganz einfach via App oder Self-Service-Terminal an der Tankstelle.
Doch was bedeutet das für Urlauber und Pendler? Gleich kommt der Praxis-Check …
Tipps für Urlauber und Pendler

Wer mit dem Auto nach Österreich reist, sollte seine digitale Vignette spätestens 18 Tage vor Fahrtantritt online kaufen, damit das Widerrufsrecht abläuft und sie sofort gültig ist. Kurzentschlossene nutzen Verkaufsautomaten an Grenz-Raststätten – dort ist sie binnen Minuten aktiv.
Ohne gültige Registrierung drohen 120 Euro Ersatzmaut; wer nicht zahlt, riskiert bis zu 3 000 Euro Strafe. Pendler profitieren: Bei Fahrzeugwechsel kann die digitale Vignette kostenfrei auf das neue Kennzeichen umgebucht werden.
Bleibt die Frage: Wer profitiert am meisten von der Abschaffung? Die Antwort folgt jetzt …
Die heimlichen Gewinner der Umstellung

Der Staat spart Millionen durch weniger Produktion, während sich die Asfinag über stabile Einnahmen freut: Allein 2024 flossen rund 600 Millionen Euro aus Vignettengebühren in den Ausbau des 2 265 Kilometer langen Netzes. Dank digitaler Kontrolle steigen die Einnahmen, weil Fälschungen praktisch ausgeschlossen sind.
Und die Autofahrer? Sie gewinnen Zeit: Kein Kratzen, kein Kleben, kein Stress. Das „Pickerl“ verschwindet, aber die Maut bleibt – nur moderner, sicherer und (fast) unsichtbar. Damit ist das Geheimnis gelüftet: Die digitale Vignette wird zum neuen Standard, und das alte „Pickerl“ wird zum begehrten Erinnerungsstück.