Das Landgericht Rostock ist bis auf den letzten Platz gefüllt, als sich die Tür des Saals öffnet – doch was die Zuschauer heute erfahren, übertrifft alle bisherigen Enthüllungen im spektakulären Fall Fabian.
Beklemmende Stille, bevor der erste Zeuge spricht

Die Atmosphäre im Gericht ist angespannt: Reporter tippen fieberhaft, Familienmitglieder kämpfen mit den Tränen, während die Angeklagte Gina H. schweigend Platz nimmt. Ein leitender Ermittler beschreibt minutiös, wie sich der Achtjährige am 10. Oktober 2025 vom Spielplatz entfernte – ein Detail, das bislang nur in Akten stand, jetzt aber vor Publikum ausgesprochen wird.
Als ein Polizeibeamter schildert, wie erst nach Stunden des Suchens ein Streifenwagen den leblosen Körper des Jungen am abgelegenen Tümpel in Klein Upahl fand, geht ein hörbares Raunen durch den Saal. Doch der Beamte hält sich mit Spekulationen zurück – er verspricht, dass „später am Tag wesentliche Puzzleteile zusammengefügt“ würden.
Handyspuren entlarven widersprüchliche Alibis

In der zweiten Verhandlungsrunde zieht die Staatsanwaltschaft tausende Chat-Nachrichten und Bewegungsdaten aus dem Smartphone der Beschuldigten heran. Experten belegen, dass Gina H. am Tatnachmittag exakt in die Richtung des Fundorts fuhr – nur 27 Minuten bevor Fabians Signal dort zum letzten Mal aufleuchtete.
Trotzdem fehlt weiterhin die Tatwaffe, und das Verteidiger-Team spielt auf Zeit: Mancher Hinweis könne, so ihr Argument, auch auf einen unbekannten Dritten deuten. Die Geschworenen wirken unbeeindruckt, doch das Publikum spürt, dass die eigentlich brisante Enthüllung noch bevorsteht.
Profiler rekonstruiert den Tathergang – und bringt neue Klarheit

Mit Projektor und Virtual-Reality-Brille betritt Kriminalpsychologe Dr. Lennart Vogt den Zeugenstand. Seine 3D-Rekonstruktion zeigt den Tatort aus unterschiedlichen Blickwinkeln, untermalt von dynamischen Graphiken der Handydaten. Vogt legt dar: Fabian wurde höchstwahrscheinlich von hinten überrascht, ein kurzer Würgegriff führte zur Bewusstlosigkeit, erst danach stach der Täter zu.
Die Simulation endet, als Vogt den Weg des mutmaßlichen Mörders zum Auto einblendet – eine Route, die exakt deckungsgleich mit Gina H.s GPS-Spur ist. „Andere Täter können wir praktisch ausschließen“, erklärt der Profiler, „doch das Rätsel um das verschwundene Messer bleibt.“ Während die Zuschauer den Atem anhalten, verlässt Gina H. mit versteinerter Miene den Saal – und der Prozess steuert unaufhaltsam auf sein dramatisches Finale zu.