Ein Ermittlungsbericht bringt nun erschütternde Klarheit: 34 der 40 Toten der Brandkatastrophe von Crans-Montana starben auf einer viel zu schmalen Treppe – ein grausames Detail, das das ganze Ausmaß fahrlässiger Umbauten offenlegt.
Die schockierende Zahl 34

Die Walliser Sonderkommission bestätigte am Sonntag, dass 34 Körper am Fuß der einzigen Verbindungstreppe zwischen Tanzfläche und Ausgang lagen. Der Durchgang war 2015 von drei Metern auf nur 1,37 Meter verengt worden – genug Platz für maximal zwei Personen nebeneinander, nicht aber für eine panische Menge von über 200 Gästen.
Die Ermittler sprechen von einer „menschlichen Staumauer“; ein abgerissenes Geländer und zerrissene Kleidung belegen, wie verzweifelt Menschen noch versuchten, zurück in den Rauch zu klettern. Doch warum war die Treppe überhaupt so verengt? – lassen Sie uns einen Blick auf die Umbaupläne werfen.
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Wie eine Treppe zur Todesfalle wurde

Die Pläne zeigen, dass der Betreiber bei einer „Luxus-Renovierung“ vor elf Jahren VIP-Nischen aus Beton in den Treppenschacht goss – ohne Bewilligung. Damit schrumpfte die Durchgangsbreite auf weniger als die Hälfte. Kein einziger Rauchmelder hing über der Stiege, Sprinkler fehlten komplett.
Zu allem Überfluss blieb die Brandschutztür am oberen Treppenabsatz in der Silvesternacht verschlossen. Sicherheitsleuchten fielen im Stromausfall aus; Gäste tasteten im Dunkeln, bis Hitze-Schwaden sie zu Boden zwangen. Die Architektur hatte sich in einen tödlichen Trichter verwandelt.
Doch was geschah in jenen Minuten eigentlich im Club? Weiter mit…
Die Nacht des Infernos

Kurz nach 0.30 Uhr zündeten Kellnerinnen die ersten Champagnerflaschen mit Wunderkerzen – der Funkenregen traf schalldämmenden Deckenschaum. Binnen 90 Sekunden brachen Flammen über DJ-Pult und Bar, heißer Kunststoff tropfte auf Tanzende. Dichte, schwarze Rauchfahnen suchten sich den Weg nach unten – ausgerechnet dorthin, wo die einzige Fluchttreppe endete.
Zeitgleich knallte ein Gast die Haupteingangstür von außen zu, um Freunde herbeizurufen; ein automatisches Schließsystem verriegelte sie. Das Alarm-Management versagte, die Musik lief noch, als der Rauch schon brannte. Gäste schrien, stolperten, stürzten – und fanden keine Ausweichroute.
Wer trägt dafür die Verantwortung? Ein Blick hinter die Kulissen zeigt…
Die Verantwortlichen unter Druck

Bar-Inhaber Jacques Moretti, 49, sitzt seit einer Woche in Untersuchungshaft. Der ehemalige Rotlicht-Betreiber kaufte das „Le Constellation“ 2020 – schon damals liefen in Frankreich Verfahren wegen Zuhälterei. Mehrfach ignorierte er Schweizer Auflagen, zahlte Bußgelder bar. Seine Ehefrau Jessica, 40, trug in der Unglücksnacht angeblich Tageseinnahmen von 75 000 Franken nach draußen und ist auf freiem Fuß.
Staatsanwälte prüfen nun die Anklagepunkte vorsätzliche Tötung, Brandstiftung und Betrug. Sollte der Vorwurf der „impliziten Tötungsabsicht“ greifen, drohen bis zu 20 Jahre Haft. Interne E-Mails zeigen, wie Moretti das Abschließen von Notausgängen anordnete, „um Zechpreller fernzuhalten“.
Doch hinter den Zahlen stehen Menschen – wer waren die Opfer?
Die Gesichter der Tragödie

Cyane Panine, 24, Kellnerin aus Sète, wollte ihren Lohn heimschicken, um das Studium ihrer Schwester zu finanzieren. Ihr Vater fand ihre letzte Sprachnachricht: „Ich helfe noch schnell beim Aufräumen, dann telefonieren wir, Papa.“ Cyane wurde bewusstlos vor der verriegelten Rauchertür geborgen.
Der 17-jährige Trystan Pidoux schrieb um 23.59 Uhr: „Frohes neues Jahr, Mama, ich liebe dich.“ Wenig später starb er gemeinsam mit Freunden auf der Treppe. Noch 80 Verletzte liegen in Spezialkliniken, viele mit lebenslangen Verbrennungen. Psychologen sprechen von der schlimmsten Katastrophe im Wallis seit dem Swissair-Absturz.
Bleibt die Frage: Was folgt nun für Crans-Montana und die Clubszene?
Was sich jetzt ändern muss

Die Gemeinde will binnen 30 Tagen alle Nachtlokale auf Fluchtwege prüfen, Brandschutztüren erhalten elektronische Paniköffner. Kantonsparlamentarier fordern eine bundesweite „Treppe-pro-Gästemeter“-Norm sowie härtere Strafen für bauliche Schwarzänderungen.
Auch auf Bundesebene wird gehandelt: Ein neues „Lex Constellation“ soll Betreiber bei illegalen Umbauten schon während des Betriebs schließen lassen – nicht erst nach einer Katastrophe. Angehörige hoffen, dass zumindest so aus ihrem Schmerz ein Schutz für kommende Feiernde erwächst.
Damit endet unsere Chronik – doch die Aufarbeitung fängt gerade erst an.