Ein Schuldenberg in Glamour-Gold: Hinter Lena Gerckes Strahlen lauert ein Millionen-Drama, das die Modewelt fassungslos macht.
Der Schulden-Schock: 27,3 Millionen in zwei Jahren

Als erste „Germany’s Next Topmodel“-Siegerin wurde Lena Gercke vom Laufsteg-Liebling zur Unternehmerin. Doch hinter den Kulissen türmten sich 2022 und 2023 Verluste von insgesamt 27,3 Millionen Euro bei ihrer LeGer GmbH. Das Defizit überstieg zeitweise sogar den Jahresumsatz – ein seltener, beunruhigender Befund in der Fashion-Branche.
Die nackten Zahlen klingen wie das Vorspiel zu einem Insolvenzantrag, doch das Drama hat erst begonnen – und es führt zu einer entscheidenden Weichenstellung, mit der wir gleich weitermachen.
Vom Lizenzmodell zum Risiko-Unternehmen

Bis 2021 war LeGer nur eine Lizenzmarke von About You: Produktion, Logistik und Einkauf lagen beim Hamburger E-Commerce-Riesen. Mit dem Wechsel zum Marktplatz- und Eigenfinanzierungsmodell musste Gercke plötzlich Stoffe, Lager und Marketing aus eigener Tasche bestreiten – mitten im Pandemie-Nachbeben, während Lieferketten ruckelten und Kunden zögerlich kauften.
So wurde aus jeder unsicheren Absatzprognose eine tickende Kostenbombe – und das erklärt, weshalb die Verluste explodierten. Doch ein zweiter Geldfluss wirft noch größere Fragen auf, und genau dem schauen wir jetzt ins Auge.
30 Millionen Euro – aber kein Bankkredit: Das Rätsel der About-You-Darlehen

Statt klassischer Bankkredite flossen etwa 30 Millionen Euro als konzerninterne Darlehen von About You an LeGer. Dank „Rangrücktritt“ stehen diese Schulden ganz hinten in der Gläubiger-Schlange – sie werden erst fällig, wenn Gewinne sprudeln. Ein scheinbar sanftes Rettungsnetz, das jedoch die Bilanz aufbläht und die Zinslast nach oben treibt.
Diese stille Quersubvention hat Kritiker auf den Plan gerufen, die von „kreativer Bilanzkosmetik“ sprechen. Wie reagiert die Gründerin auf den öffentlichen Druck? Das verrät der nächste Blick hinter die Kulissen.
Lena Gercke spricht: Zwischen Glamour und Bilanzstress

„LeGer war mein erstes Baby“, betont Gercke – und wehrt Spekulationen kämpferisch ab. Sie verweist auf Branchenkrisen, betont ihre 60-Prozent-Mehrheit und streut Optimismus: „Wir zahlen alles zurück, sobald wir Gewinne machen.“ Gleichzeitig zeigt sie sich verletzlich: „Natürlich treffen mich die Zahlen, aber Aufgeben ist keine Option.“
Diese Mischung aus Selbstbewusstsein und Alarmstimmung färbt jede ihrer TV-Auftritte – doch sie ist nicht nur PR. Denn 2024 blitzte tatsächlich Hoffnung auf, und damit steigen die Erwartungen an eine Trendwende, die wir gleich entschlüsseln.
Erste Lichtblicke: Plus eine Million im Jahr 2024

Mit einem Made-to-Order-Ansatz – erst nähen, wenn Händler bestellen – senkte LeGer Lagerkosten drastisch. Ergebnis: ein Nettogewinn von rund 1 Million Euro im Jahr 2024. Weniger Umsatz, dafür höhere Margen lautet die neue Devise. Branchenexperten sprechen von einem „schmerzhaften, aber überfälligen Strategiewechsel“.
Doch ob ein einziger Lichtblick genügt, um den Schuldenberg abzutragen, hängt von einem noch größeren Deal ab – und dieser führt zu Zalando, Übernahmen und einer verlängerten Kreditlaufzeit. Darum drehen sich die letzten Zeilen.
Was jetzt zählt: Zalando, About You und die Zukunft von LeGer

Nach dem Squeeze-out im Juli 2025 verschlang Zalando die restlichen Anteile an About You. Für LeGer bedeutet das: Frisches Kapital ist weiter gesichert, denn der Kreditrahmen wurde um 50 Prozent erhöht und die Laufzeit auf elf Jahre gestreckt. Gleichzeitig wächst der Druck, endlich stabile Gewinne zu liefern – sonst droht der Traum vom eigenen Mode-Imperium zu platzen.
Ob LeGer zum Vorzeige-Comeback avanciert oder als teuerster Laufsteg-Fehltritt in die Annalen eingeht, entscheidet sich jetzt – wenn Glamour und Geschäftssinn in der wohl spannendsten Modenschau ihres Lebens aufeinanderprallen.