Schweizer Brand schockt die Nation Überlebende der CransMontana Tragödie erzählen alles

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Die Nacht begann glitzernd, voller Champagner­funken und Beats, die von den Bergen widerhallten. Niemand ahnte, dass der Jahreswechsel im Edel-Skiort Crans-Montana in ein Inferno münden würde.

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Der letzte Atemzug der Partystimmung

Image: IMAGO / MAXPPP
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Goldene Dekoration, dichte Menschenmengen, internationale Gäste – Le Constellation vibrierte vor Silvester­euphorie. Überlebende erinnern sich, wie der DJ genau um Mitternacht die Bässe drosselte, damit alle gleichzeitig „drei, zwei, eins“ brüllen konnten. In diesem Moment fühlte sich der Club laut einem Besucher „wie das schlagende Herz der Alpen“ an.

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Dann glitten Handylichter durch die Dunkelheit, als die Menge sich filmte. Ein Student aus Mailand schwärmt noch immer von dem Gefühl, als zahllose Mini-Vulkan­sprühkerzen an Champagner­flaschen entzündet wurden: „Ein metallischer Sternenregen direkt über unseren Köpfen – dachte ich damals.“

Doch binnen Minuten sollte dieser funkelnde Zauber ein unkontrollierbares Eigenleben entwickeln …

Sekunden zwischen Glanz und Grauen

Image: IMAGO / MAXPPP
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Als die Sprühkerzen höher schlugen, roch eine Snowboarderin plötzlich „verkokeltes Plastik“. Zeitgleich setzten Lautsprecher­anlagen mit kreischender Rückkopplung aus, die Lichter flackerten. Ein Barkeeper rannte panisch zu einem Feuerlöscher – zu spät. Mehrere Zeugen berichten von „einem lauten Zischen“, als flüssiger Wachs oder Alkohol die schwelende Decke erreichte.

Der Rauch verwandelte den Dancefloor in einen schwarzen Tunnel. „Ich sah keine Flammen, nur Hitze, als stünde man vor einem Düsen­triebwerk“, schildert ein Franzose, der sich an der Hand seiner Freundin orientierte. Noch glaubten viele an einen Fehlalarm.

Wie blitzartig das Feuer wirklich fraß, spürten sie erst, als die Panik zur Stampede wurde …

Die Zahlen, die niemand hören wollte

Image: IMAGO / MAXPPP
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Um 1:30 Uhr zerbarst plötzlich eine Glasscheibe – der Moment, in dem das Feuer Sauerstoff fand und den ganzen Saal in einem Flashover verschlang. Erste offizielle Bilanzen sprechen von rund 40 Todes­opfern; über 115 Menschen erlitten schwerste Verbrennungen oder Rauch­inhalation. Manche sind noch nicht identifiziert, weil Ausweise mit den Kleidern verschmolzen.

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Ein junger Barkeeper schaffte es, eine Notausgangs­klappe aufzudrücken. „Ich hörte hinter mir Schreie abbrechen“, sagt er leise, „und wusste, dass es viele nicht mehr hinaus­schaffen würden.“

Warum dauerte es trotz der alpinen Profi-Bergrettung so lange, bis Hilfe in das brennende Kellergeschoss kam?

Rettung auf schmalem Grat

Image: IMAGO / MAXPPP
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Innerhalb weniger Minuten standen Sno-Cats, Helikopter und Dutzende Ambulanzen vor dem Club. Doch die enge Haupttreppe war bereits zu einem Schacht voller erstickender Gäste geworden. Sanitäter beschrieben, wie sie Opfer mit vereisten Feuerlöschern kühlen mussten, während andere noch brannten.

Im Regional­spital Sion riecht es seither durchgehend nach Flammsalbe. Ärzte berichten von Patienten mit Verbrennungen vierten Grades, während Angehörige verzweifelt Listen nach Namen absuchen. Mindestens zwölf Vermisste gelten weiterhin als „schwerst identifizierbar“.

Die Frage, wer Verantwortung trägt, drängt sich lauter auf als jede Sirene …

Ermittler unter Hochdruck

Image: IMAGO / MAXPPP
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Erste Erkenntnisse belasten das Management schwer: keine Brandschutz­kontrolle seit 2019, leicht entflammbarer Akustik­schaum unter der Decke sowie verbotene „Fountain-Sparklers“. Der Betreiber Jacques Moretti sitzt in Untersuchungshaft; Anklagepunkt fahrlässige Tötung in 40 Fällen. Behörden prüfen zudem, ob der Club weit mehr Gäste hereinließ als zulässig.

Auch der Hersteller der Dekor-Paneele gerät ins Visier, weil das Material angeblich nicht der Schweizer Feuerklasse B1 entsprach. Ein Bauingenieur spricht sogar von „einer Brandlast wie in einer Zündholz­schachtel“.

Doch hinter der juristischen Aufarbeitung stehen Menschen, die ihr Leben neu zusammensetzen müssen …

Narben, Solidarität und die Zukunft des Kurorts

Image: IMAGO / MAXPPP
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Viele Überlebende liegen noch in künstlichem Koma, andere lernen mit Hauttrans­plantationen und psychischer Traumatherapie, wieder zu leben. Spontane Spenden­aktionen sammelten binnen 48 Stunden über zwei Millionen Franken; Luxushotels stellten Zimmer für Angehörige bereit.

Crans-Montana ringt nun um sein Image: Wintersportler fragen, ob Nachtleben und Sicherheit zusammenpassen. Geschäfts­inhaber setzen auf strengere Kontrollen, weil sie wissen, dass die glitzernde Fassade nur so stark ist wie die Sicherheit dahinter.

– Ende der Bilderstrecke –

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