Parteizentrale im Krisenmodus

Schon am frühen Morgen danach leuchteten die Handys der Parteiorganisator:innen ununterbrochen. Strategierunden jagten einander, Arbeitsgruppen erstellten Blitzpapiere, in denen Ursachenforschung und mögliche Gegenmaßnahmen gesammelt wurden. Besonders brisant: Viele Landesverbände drängten darauf, sozialpolitische Versprechen zu konkretisieren, um das Vertrauen der Stammwähler:innen zurückzugewinnen.
Gleichzeitig kursierten intern Positionspapiere, die vor einem zu starken Rechtsruck warnten. Immer lauter wurde der Ruf nach einer klareren Abgrenzung innerhalb der schwarz-roten Koalition, damit die Sozialdemokrat:innen nicht weiter an Profil verlieren. Doch wer den Ton verschärfen sollte und wie weit die Partei dabei gehen könnte, blieb zunächst offen.