Kärnten wacht im Dunkeln auf: Ein Sturm hat in der Nacht auf Freitag Zehntausende Menschen überrascht – und plötzlich gingen die Lichter aus.
Stromausfall im Südosten: Die bittere Bilanz am Morgen

Ein mächtiges Sturmtief fegte Donnerstagabend über Kärnten und kappte binnen Minuten Versorgungsleitungen. Bis Mitternacht standen rund 8 000 Haushalte ohne Strom da, am stärksten betroffen: die Bezirke Villach-Land, Klagenfurt-Land und Völkermarkt.
Noch in den frühen Morgenstunden meldete der Netzbetreiber 1 200 Haushalte ohne Versorgung – doch Experten warnten: „Es werden wohl noch mehr.“ Denn zahlreiche Leitungen liegen unzugänglich in steilen Waldstücken.
Lassen Sie uns nun schauen, was diesen Blackout eigentlich ausgelöst hat …
Wenn Böen zu Brechstangen werden

Der Sturm brachte Orkanböen von über 100 km/h, die Bäume mühelos wie Streichhölzer knickten. Ganze Baumkronen landeten auf Freileitungen, morsche Stämme rissen Masten um – ein Dominoeffekt, der besonders die Mittel- und Unterkärntner Netze traf.
Gleichzeitig sorgte heftiger Starkregen dafür, dass aufgeweichte Böden jede weitere Windböe gefährlicher machte. Jeder gefallene Baum bedeutete eine neue potenzielle Stromfalle.
Doch wer kämpfte eigentlich die ganze Nacht gegen das Chaos? Weiter geht’s …
140 Feuerwehreinsätze in nur sechs Stunden

Ab 18 Uhr rückten bis zu 80 Feuerwehren aus: Kettensägen kreischten, Drehleitern wankten, Pumpen dröhnten. Allein bis Mitternacht wurden 140 Einsätze gezählt; Priorität hatte stets, lebenswichtige Zufahrten freizuschneiden.
Dabei mussten die Helfer nicht nur umgestürzte Bäume räumen: Verstopfte Einlaufschächte führten zu lokalen Überflutungen, Keller liefen voll, Straßen wurden zu Bächen. Ein Wettlauf gegen Wind, Wasser und Zeit.
Doch während Helfer schufteten, standen Bewohner im Dunkeln – und erlebten ihre ganz persönlichen Krisen …
Kerzenschein und kalte Küchen: So treffen Ausfälle den Alltag

Eltern erklärten ihren Kindern, warum WLAN und Cartoon-Kanäle verschwanden, Gasthermen streikten, Kühlschränke abtauten. Viele griffen zu Campingkochern, andere verlegten das Abendbrot kurzerhand ins Auto, das Handy am Zigarettenanzünder ladend.
Und immer wieder das bange Mitternachts-Flüstern in den Stiegenhäusern: „Hast du schon Strom?“ – „Nein, bei uns ist’s noch finster.“ Die Unsicherheit wuchs, weil Störungs-Hotlines wegen Tausender Anrufe überlastet waren.
Wie geht es weiter, wenn das Netz schwächelt? Ein Blick hinter die Kulissen der Reparaturtrupps verrät mehr …
Stromnetz unter Hochdruck: Reparatur mit Hindernissen

Kärnten Netz mobilisierte sämtliche Bereitschaftsteams, doch viele defekte Leitungen liegen schwer zugänglich in Waldschneisen. Kräne können dort nicht arbeiten, Techniker müssen zu Fuß und mit Geländewagen vor. Jeder zusätzliche Windstoß gefährdet die Monteure – Sicherheit geht vor Geschwindigkeit.
Nach ersten Schätzungen könnte die vollständige Wiederherstellung bis zum Wochenende dauern, vorausgesetzt, kein weiterer Sturm folgt. Die Kosten könnten in die Millionen gehen – eine bittere Pille für ein Netz, das ohnehin dringend modernisiert werden muss.
Was aber, wenn die Natur keine Verschnaufpause gönnt? Ein Ausblick auf die kommenden Stunden …
Blick nach vorne: Wettertrend und Vorsorgetipps

Meteorologen warnen vor weiteren Schauer-Staffeln und kräftigen Böen bis Samstagfrüh. Die Gefahr neuer Baumstürze ist hoch, vor allem in Höhenlagen über 800 m. Bewohner sollten lose Gegenstände sichern und Fahrten in Waldgebiete meiden.
Wer noch ohne Strom ist, sollte Kerzen, Batterielampen und geladene Powerbanks bereithalten, Kühlgeräte möglichst geschlossen halten und Nachbarn – besonders alleinstehende Seniorinnen und Senioren – regelmäßig aufsuchen. Gemeinschaft kann in finsteren Stunden der hellste Lichtblick sein.
Bleiben Sie wachsam, denn das letzte Wort dieses Sturms ist noch nicht gesprochen.