Taliban drosseln Internetzugang in weiten Teilen Afghanistans

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Ein massives digitales Schweigen legt sich über Afghanistan: Die Taliban haben seit Mitte September den Internetzugang Schritt für Schritt gedrosselt – bis hin zu einem nahezu landesweiten Blackout. Was als regionale Maßnahme begann, ist nun ein technologischer Kahlschlag, der Bildung, Wirtschaft und humanitäre Hilfe zugleich lähmt.

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Das digitale Schweigen beginnt

Image: AI
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Im frühen September kappten die Taliban zuerst das Glasfaser-Internet in der Provinz Balkh. Offiziell hieß es, man müsse „Unmoral verhindern“. Plötzlich standen Behörden, Start-ups und Universitäten ohne WLAN da, während mobiles Internet noch flackernd funktionierte.

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Die lokale Schockstarre war spürbar: Studierende verloren ihre Online-Vorlesungen, Geschäftsleute ihre Kundschaft. Doch das war erst der Anfang – lassen wir uns ansehen, wie sich die Dunkelheit ausbreitete.

Von Balkh nach ganz Nordafghanistan

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Nur Tage später meldeten auch Kunduz, Badachschan, Baghlan und Tachar drastische Drosselungen. Zwischen 16. und 18. September brach in weiten Teilen Nordafghanistans das Kabelinternet ein. NetBlocks verzeichnete einen Absturz der landesweiten Konnektivität um mehr als 60 %.

Familien, die auf Online-Unterricht für Mädchen hofften, sahen ihre letzte Bildungsader kappen; Händler verloren digitale Zahlungswege. Doch wie reagierte Kabul auf diese Welle der Abschaltungen?

Kandahar ordnet landesweite Abschaltung an

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Ende September kam der Befehl direkt aus Kandahar: Oberster Führer Hibatullah Akhundzada ließ Mobilfunk- und Festnetze nahezu im ganzen Land abschalten. Am 30. September lagen 99 % der regulären Verbindungen brach – die schwerste Kommunikationssperre seit der Machtübernahme 2021.

Hilfsorganisationen konnten weder Geldtransfers noch Logistik koordinieren, Krankenhäuser verloren Telemedizin-Zugänge. Die Frage lag in der Luft: Würde die Weltgemeinschaft tatenlos zusehen?

Empörung auf der Weltbühne

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UN-Vertreter sprachen von einem „kollektiven Bestrafungsakt“, Menschenrechtsgruppen warnten vor lebensbedrohlichen Folgen. Diplomatische Kanäle liefen heiß, doch Sanktionen verpufften bisher ohne sichtbare Wirkung.

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Ökonomen prognostizieren Milliardenschäden und einen Exodus von IT-Fachkräften. Gleichzeitig erinnern sich Beobachter an 2021, als Medienverbote und Schulschließungen einsetzten. Doch was steckt hinter dem neuen Druckmittel?

Moral oder Machtspiel?

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Die Taliban rechtfertigen die Sperren mit der Bekämpfung angeblicher „Sünden im Netz“. Insider deuten jedoch auf einen Machtkampf: Hardliner in Kandahar wollen ihre Autorität festigen, während pragmatischere Funktionäre in Kabul die Wirtschaft am Laufen halten möchten.

Indem sie den Datenfluss kontrollieren, minimieren die Hardliner zugleich Protest- und Mobilisierungs-möglichkeiten. Aber wie reagieren die Menschen im Land auf diese digitale Fessel?

Widerstand im Offlinemodus

Image: AI
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Journalisten berichten von improvisierten Mesh-Netzwerken, Satellitentelefonen und USB-Sneakern, die heimlich Lernmaterial verbreiten. Frauen gründen Untergrund-IT-Kurse, Händler organisieren Bargeld-Kuriere statt Online-Banking.

Trotz des staatlich verordneten Schweigens wächst eine stille, aber robuste Gegenkultur: Afghan*innen erfinden neue Wege, damit Stimmen gehört werden – selbst wenn das Netz verstummt.

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