Die Lage spitzt sich zu. Das erste europäische Land schützt sich vor dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika.
Trumps Grönland-Pläne setzen Dänemark unter Alarmbereitschaft

Der ungewöhnliche Wunsch von US-Präsident Donald Trump, Grönland zum Teil der USA zu machen, hat nun konkrete Folgen in Dänemark: Im Außenministerium wurde ein nächtlicher Bereitschaftsdienst eingerichtet.
Grund: Man will auf überraschende US-Mitteilungen sofort reagieren können.
Nachtwache im Ministerium: 17 Uhr bis 7 Uhr

Wie die dänische Zeitung „Politiken“ berichtet, wurde ein eigener Nacht-Dienst geschaffen, der von 17 Uhr bis 7 Uhr morgens im Ministerium präsent sein muss. Die Aufgabe: Alle relevanten Nachrichten aus Washington zu sammeln und für die Regierung aufzubereiten.
Im sechsten Stock hängt dafür eine Liste mit den wichtigsten Kontakten – für den Fall eines diplomatischen Zwischenfalls mitten in der Nacht.
Reaktion auf die Trump-Ära und nächtliche Tweets

Der Bereitschaftsdienst gilt als eine direkte Reaktion darauf, wie unvorhersehbar und spät US-Politik unter Trump kommuniziert wird. Ein Regierungsmitarbeiter sagte dem „Guardian“, die Zeitverschiebung und die besondere Lage Grönlands machten diese Maßnahme nötig.
So müssen nicht alle Regierungsangestellten „nachts ständig aufs Handy schauen“ – stattdessen gibt es nun eine zentrale Stelle, die auf Trump-Äußerungen achtet.
Hintergrund: US-Interesse an Grönlands Rohstoffen und Militärlage

Trump hatte im Mai erklärt, eine Annexion Grönlands nicht auszuschließen. Gründe sind vermutlich die reichen Rohstoffvorkommen sowie die strategisch wichtige Lage entlang internationaler Schifffahrtsrouten.
Die USA betreiben auf Grönland bereits einen wichtigen Luftwaffenstützpunkt, was das geopolitische Interesse zusätzlich verstärkt.
Dänemark und Grönland lehnen US-Pläne ab

Kopenhagen und Nuuk hatten Trumps Annäherungsversuche scharf kritisiert. Dennoch scheint der US-Präsident sein Interesse nicht verloren zu haben. Laut „Politiken“ sollen die USA versuchen, direkte Kontakte mit der Regierung Grönlands aufzubauen – ohne Beteiligung der dänischen Seite.
Dem Bericht zufolge haben US-Vertreter seit April mehrfach Treffen mit Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen angefragt.
Politisch brisant: USA wollen Dänemark umgehen

Brisant ist dabei, dass solche Gespräche unter Ausschluss dänischer Vertreter gegen die politische Praxis im Königreich Dänemark verstoßen würden. Bei allen Themen rund um Außen-, Sicherheits- oder Verteidigungspolitik müssen Vertreter beider Regierungen anwesend sein.
Dass die USA dennoch versuchen, mit Nielsen allein zu sprechen, deutet darauf hin, dass Washington das Projekt Grönland keineswegs aufgegeben hat – und in Dänemark künftig wohl noch öfter nächtliche Alarmbereitschaft herrschen wird.