Ein neues Kapitel im digitalen Grenz-Check: Die USA haben einen neuen Plan für alle Einreisende, der jetzt schon für große Diskussionen sorgt.
USA planen schärfere Einreiseregeln: Müssen Urlauber bald 5 Jahre Social-Media-Daten offenlegen?

Die Vereinigten Staaten bereiten offenbar eine weitreichende Verschärfung der Einreisekontrollen vor. Künftig könnten Reisende verpflichtet werden, ihre Social-Media-Aktivitäten der vergangenen fünf Jahre offenzulegen – vollständig und ohne Auswahlmöglichkeit.
Schon heute können US-Behörden öffentlich zugängliche Inhalte auf Instagram, X und anderen Plattformen prüfen. Doch dieser Schritt würde die Überwachung auf ein völlig neues Niveau heben.
Was steckt hinter dem neuen Vorschlag? Weiter auf Seite 2.
CBP-Vorschlag: Social Media als fester Bestandteil von Sicherheitschecks

Die US-Grenzschutzbehörde CBP hat ein Dokument vorgelegt, das einen deutlichen Hinweis enthält: Die Offenlegung von Social-Media-Profilen könnte bei Anträgen für ESTA oder Visum verpflichtend werden.
Bislang konnten Reisende freiwillig entscheiden, ob sie entsprechende Angaben machen. Doch zahlreiche Fälle, in denen europäische Besucher trotz gültiger ESTA an der Grenze festgehalten oder abgewiesen wurden, haben die Debatte erneut angeheizt.
Kommt nun die Pflicht für alle? Weiter auf Seite 3.
Mögliche Verschärfung ab Februar: „Unvollständig“ könnte künftig „abgelehnt“ bedeuten

Laut dem Vorschlag sollen Reisende aus Deutschland und vielen anderen Ländern künftig alle genutzten Social-Media-Accounts der letzten fünf Jahre angeben müssen.
Fehlen Angaben, könnte ein Antrag als unvollständig gelten – und damit automatisch abgelehnt werden. Die Einführung der neuen Regelung könnte bereits ab Februar schrittweise starten.
Doch die Idee ist höchst umstritten. Weiter auf Seite 4.
Warnungen von Datenschützern: Gefahr für Meinungs- und Vereinigungsfreiheit

Die Diskussion um Social-Media-Pflichten begleitet die USA seit Jahren. Bürgerrechtsorganisationen wie die ACLU warnen eindringlich: Eine solche Offenlegung könne die freie Meinungsäußerung massiv beeinträchtigen und sogar Rückschlüsse auf politische Haltung, Identität oder berufliche Netzwerke zulassen.
Kritiker betonen, dass Social-Media-Profile weit mehr preisgeben als reine Reiseinformationen – sie eröffnen Einblicke in persönliche Beziehungen, Weltanschauungen und Alltagsgewohnheiten.
Warum treiben die USA die Pläne dennoch voran? Weiter auf Seite 5.
Ziel: Gefahren früher erkennen – Terrorismus, Spionage, Kriminalität

Die US-Behörden argumentieren, man wolle mithilfe umfassender Social-Media-Daten potenzielle Bedrohungen für die nationale Sicherheit frühzeitig erkennen.
Dazu zählen Verdachtsmomente in den Bereichen Terrorismus, Spionage oder organisierte Kriminalität.
Noch ist allerdings nicht festgelegt, welche Plattformen betroffen wären oder wie die Auswertung erfolgen soll. Auch Fragen zur Speicherung, Nutzung und Löschung der Daten sind offen.
Wie geht es nun weiter? Weiter auf Seite 6.
Viele offene Fragen: Umsetzung unklar – Kritik wächst

Ob und wann die neuen Regeln endgültig in Kraft treten, bleibt vorerst offen. Die US-Regierung muss klären, wie die Daten geprüft werden, welche Behörden Zugriff bekommen und wie Missbrauch verhindert werden kann.
Eines steht jedoch fest: Sollte die Social-Media-Pflicht Realität werden, würde sich das Einreiseverfahren für Millionen Menschen deutlich verändern – und wohl auch für erheblichen Protest sorgen.
Ein möglicher Wendepunkt in der globalen Reisefreiheit – mit weitreichenden Folgen für Datenschutz und Bürgerrechte.