Immer mehr Frauen schnallen sich einen Helm unter das Kinn, drehen am Gasgriff – und verändern damit den deutschen Motorradmarkt. 2025 ist das Jahr, in dem Bikerinnen nicht länger eine Randerscheinung sind, sondern einen spürbaren Trend anführen.
Mehr Bikerinnen denn je – die Statistik 2025

Zwischen 2018 und 2024 blieb der Anteil weiblicher Neuzulassungen zwar knapp unter der Zehn-Prozent-Marke, doch absolut steigen die Zahlen weiter: 14.638 Maschinen wurden 2024 auf Frauen zugelassen, mehr als je zuvor. Noch deutlicher zeigt sich der Wandel beim Führerscheinbesitz: 20,8 Millionen Deutsche besitzen eine Motorrad-Lizenz, rund 32 Prozent davon sind inzwischen Frauen – ein Rekordwert, der Versicherer und Zubehörhersteller elektrisiert.
Dass der Marktanteil in Prozent leicht sinkt, liegt vor allem an den Euro-5+-„Zwangszulassungen“ der Hersteller; die Bikerinnen selbst lassen sich davon nicht bremsen. Die Community wächst, die Kaufkraft ebenso – aber wer steckt eigentlich hinter diesen Zahlen?
Lasst uns einen Blick auf das neue Gesicht der Szene werfen …
Von Twentysomethings bis Best Ager: Wer jetzt aufs Bike steigt

Die jüngste Altersgruppe überrascht: Jede fünfte neue Motorradfahrerin ist heute unter 30, sie kommt häufig aus der Roller- oder 125-Kubik-Ecke und will höher hinaus. Gleichzeitig bleibt die Generation 50 plus stark vertreten, denn viele Frauen holen den Motorradtraum erst nach der Familienphase nach.
Clubs wie „Petrolettes“, regionale Ladies-Ride-Outs und Social-Media-Hashtags wie #SheRidesGermany vernetzen diese bunten Altersgruppen. Gemeinsam fordern sie mehr Fahrtechnikkurse, leichtere Maschinen und alltagstaugliche Sitzhöhen – Forderungen, die Hersteller längst gehört haben.
Welche Features stehen ganz oben auf der Wunschliste?
Leicht, niedrig, A2-tauglich: Kaufkriterien der Bikerinnen

Das Zauberwort lautet Sitzhöhe unter 800 Millimetern. Ob 1,58-Meter-Fahrerin oder 1,75 Meter-Sportlerin – eine niedrige Sitzbank vermittelt Sicherheit beim Rangieren. Ebenso wichtig: fahrfertige Gewichte unter 190 Kilo, optionale 35-kW-Drossel für den A2-Führerschein und Konnektivität via TFT-Display.
Dazu kommen Soft-Features: verstellbare Kupplungshebel, Keyless-Go und Staufächer für die Handtasche. Hersteller, die diese Punkte erfüllen, landen fast automatisch in den Frauen-Charts – und sie präsentieren genau dafür optimierte Bikes.
Die EICMA 2025 zeigt, wohin die Reise geht …
EICMA 2025: Hersteller setzen auf Women-Friendly Bikes

Auf der Mailänder Messe überraschte Royal Enfield mit dem elektrischen Flying Flea S6: 120 Kilometer Reichweite, goldene Speichenräder und eine Sitzhöhe von 790 Millimetern – leicht genug für City-Commuterinnen und Wochenend-Abenteurerinnen. Zeitgleich rollte BMW den neuen F 450 GS ins Rampenlicht, einen 35-kW-Adventure-Twin, der speziell für kleinere Fahrer*innen einstellbare Federelemente bietet.
Auch Yamaha punktet mit dem YE-01-Elektro-Concept und austauschbaren Ergonomie-Paketen. Die Botschaft ist klar: Frauen sind keine Nische mehr, sondern Zielgruppe.
Doch welche Serienbikes bestellen Bikerinnen hierzulande tatsächlich?
Ranking-Raketen 2025: Platz 5 bis 3

Platz 5 geht an die Honda CMX 500 Rebel – ihr Cruiser-Look, 690-Millimeter-Sitzbank und entspanntes Handling überzeugen vor allem Einsteigerinnen. Auf Rang 4 landet die BMW F 900 R, ein Naked-Bike mit breitem Drehmomentband und individuell absenkbarer Sitzbank.
Platz 3 erobert die Yamaha MT-07: 184 Kilo fahrfertig, 805 Millimeter Sitzhöhe und ein treuer Fan-Club seit Jahren. Diese drei Modelle zeigen den Spagat zwischen Komfort, Performance und Stil – doch sie müssen sich hinter zwei echten Publikumslieblingen anstellen.
Welche Bikes tragen 2025 die Krone?
Die Doppel-Krönung: Honda CB 750 Hornet & Kawasaki Z 650

Ganz oben thront 2025 ein Patt: Sowohl die Honda CB 750 Hornet (795 mm Sitzhöhe, 92 PS) als auch die Kawasaki Z 650 (790 mm, 68 PS) verzeichneten die meisten Neuzulassungen auf Frauen. Beide bieten ein niedriges Gewicht um 190 Kilo, agile Mittelklasse-Power und optionale 35-kW-Kits – genau die Mischung aus Selbstbewusstsein und Zugänglichkeit, die moderne Bikerinnen suchen.
Ob sportliche Hornet-Schwünge durch die Alpen oder urbaner Z-650-Sprint zur Arbeit: Diese Twin-Spitze beweist, dass Frauen keine spezialisierten „Ladies-Bikes“ brauchen, sondern echte Allrounder mit cleverer Ergonomie. Keine Frage: Wer 2026 aufsteigen will, schaut sich diese beiden Topseller ganz genau an – und vielleicht schon nach dem passenden Custom-Zubehör, über das in Insider-Kreisen längst gemunkelt wird …
Wird der nächste Trend „She-Custom“ heißen?