Rotes Licht, ein Transporter auf den Gleisen, ein Zug, der nicht mehr bremsen kann: An einem unbeschrankten Bahnübergang im Kreis Pinneberg hat sich am Dienstagmittag ein schwerer Unfall ereignet. Der Fahrer eines Transporters wurde eingeklemmt und schwer verletzt, mehrere Fahrgäste im Zug wurden leicht verletzt. Und es ist nicht der erste Unfall an dieser Stelle.
Zug erfasst Transporter am Bahnübergang

Der Unfall passierte am Dienstag, 3. November 2026, gegen 12.55 Uhr in Klein Offenseth-Sparrieshoop am Ortsrand von Elmshorn. Ein Transporter fuhr dort über den Bahnübergang Waldstraße/Offenauer Weg. Laut dem Nachrichtenportal NEWS5 kam der Wagen aus Richtung Elmshorn und bog nach rechts in den Offenauer Weg ab.
In diesem Moment näherte sich ein Zug der AKN in Richtung Ulzburg Süd. Wie die Bild berichtet, konnte der Lokführer nicht mehr rechtzeitig bremsen. Der Zug erfasste den Transporter, riss ihn mit und schleuderte ihn ins Gleisbett.
Fahrer eingeklemmt – Angaben zu den Verletzungen gehen auseinander

Der Fahrer des Transporters wurde in seinem Fahrzeug eingeklemmt. Laut NEWS5 dauerte es rund 40 Minuten, bis die Rettungskräfte ihn befreit hatten. Danach kam er in eine Klinik.
Wie schwer er verletzt ist, darüber berichten die Medien unterschiedlich: Die Bild spricht von lebensgefährlichen Verletzungen, die Hamburger Morgenpost unter Berufung auf die Feuerwehr dagegen von schweren, aber nicht lebensgefährlichen Verletzungen. Die Polizei machte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur zunächst keine Angaben zum Zustand des Mannes.
Auch im Zug gab es Verletzte. Michael Bunk vom Kreisfeuerwehrverband Pinneberg bestätigte der Bild, dass fünf der 63 Fahrgäste leicht verletzt wurden. Der Lokführer erlitt laut Bild einen Schock. Die Polizei sprach laut dpa von vier verletzten Zuginsassen, von denen zwei ins Krankenhaus kamen.
| Was bisher bekannt ist | |
|---|---|
| Zeitpunkt | Dienstag, 3. November 2026, gegen 12.55 Uhr |
| Ort | Unbeschrankter Bahnübergang Waldstraße/Offenauer Weg, Klein Offenseth-Sparrieshoop (Kreis Pinneberg) |
| Beteiligte | Transporter und AKN-Zug Richtung Ulzburg Süd |
| Transporterfahrer | eingeklemmt, schwer verletzt, in eine Klinik gebracht |
| Fahrgäste im Zug | 63 an Bord, mehrere leicht verletzt |
| Ursache | unklar, Polizei ermittelt, ein Gutachter soll den Hergang klären |
Hat der Fahrer das Rotlicht übersehen?
Wie es zu dem Unfall kam, ist noch offen. Nach Informationen der Bild soll das rote Lichtsignal am Bahnübergang eingeschaltet gewesen sein. Die Zeitung vermutet, dass der Fahrer es beim Rechtsabbiegen übersehen hat. Bestätigt ist das nicht: Die Polizei ermittelt, laut dpa soll ein Gutachter die Ursache klären.
Folgen für Bahnfahrer auf der AKN-Linie A3
Der Unfall hatte auch Folgen für den Bahnverkehr. Die AKN richtete einen Schienenersatzverkehr ein. Das bedeutet für Fahrgäste:
– Zwischen Elmshorn und Sparrieshoop fahren Busse statt Züge.
– Auf der Linie A3 kommt es zu Störungen und Verspätungen.
– Laut Hamburger Morgenpost fallen zwischen Barmstedt und Elmshorn einzelne Züge ersatzlos aus.
Nicht der erste Unfall an diesem Bahnübergang
Für die Menschen in Klein Offenseth-Sparrieshoop ist es ein bekanntes Bild. Schon im Januar war an derselben Stelle ein Zug mit einem Transporter zusammengestoßen. Laut Bild war damals ein Amazon-Fahrer bei spiegelglatter Fahrbahn auf die Gleise gerutscht, er wurde nach dpa-Angaben leicht verletzt. Im November 2025 stieß zudem in Klein Offenseth-Sparrieshoop ein Auto mit einem Zug zusammen, der Beifahrer wurde leicht verletzt. Die Hamburger Morgenpost spricht vom dritten schweren Unfall an diesem Übergang innerhalb von zwölf Monaten.
Der Bahnübergang ist nicht durch Schranken, sondern nur durch Lichtzeichen gesichert. Nach diesem neuen Unfall dürfte die Frage, ob das ausreicht, erneut gestellt werden.