68 Tote nach Zug-Crash: Funkspruch offenbart gravierenden Fehler!

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Nach dem verheerenden Zusammenstoß zweier Schnellzüge mit mindestens 68 Toten kommt ans Licht, was in den Minuten vor dem Crash passiert ist. Funkaufnahmen aus der Zugzentrale offenbaren einen gravierenden Fehler: Von dort kam offenbar das grüne Licht für die Katastrophe.

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Grünes Licht für die Katastrophe

Symbolbild: Bahn-Leitstelle mit Monitoren (KI-generiert)
Symbolbild: Bahn-Leitstelle mit Monitoren (KI-generiert)

Am Mittwochmorgen (28. Oktober) ist ein Hochgeschwindigkeitszug auf einen stehenden Zug aufgefahren. Waggons stürzten einen Bahndamm hinab, Dutzende Menschen starben. Jetzt deutet vieles darauf hin, dass ein menschlicher Fehler die Tragödie ausgelöst hat.

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Mitschnitte des Funkverkehrs zwischen der Leitstelle und den beiden Lokführern sind inzwischen von mehreren Medien veröffentlicht worden. Sie zeigen: Die Zentrale schickte einen Zug mit normaler Geschwindigkeit auf die Strecke, obwohl dort ein anderer Zug stand. Und sie wusste offenbar davon.

„Mit normaler Geschwindigkeit?“ – „Ja.“

Symbolbild: rotes Haltesignal an einer Schnellfahrstrecke (KI-generiert)
Symbolbild: rotes Haltesignal an einer Schnellfahrstrecke (KI-generiert)

Ausgangspunkt war ein Computerausfall: Gegen 8:30 Uhr fiel nach offiziellen Angaben auf einem mehr als 60 Kilometer langen Abschnitt der Schnellfahrstrecke das automatische Zugsicherungssystem aus. Etwa sechs Züge blieben automatisch stehen, die Leitstelle übernahm die Steuerung.

Um 8:31 Uhr meldete sich der Lokführer des später auffahrenden Zuges per Funk. Nach kurzer Rücksprache gab ihm eine männliche Stimme aus der Zentrale die Anweisung, das Sicherungssystem aus- und wieder einzuschalten und die Fahrt „normal“ fortzusetzen. Auf dieser Strecke bedeutet das bis zu 200 km/h.

Der Lokführer hakte nach: „Mit normaler Geschwindigkeit?“ Die Zentrale bestätigte: „Ja.“ Damit war der Zug freigegeben. Vor ihm stand zu diesem Zeitpunkt etwa 25 Kilometer entfernt ein anderer Zug auf dem Gleis.

Die Lokführerin warnte – die Zentrale ließ es laufen

Symbolbild: Geschwindigkeitsanzeige im Führerstand eines Schnellzugs (KI-generiert)
Symbolbild: Geschwindigkeitsanzeige im Führerstand eines Schnellzugs (KI-generiert)

Auch die Lokführerin des vorausfahrenden Zuges meldete sich bei der Zentrale. Ihr Zug stand vor einem Einfahrsignal, das Sicherungssystem ließ sich nicht neu starten. Die Zentrale war damit informiert, dass dieser Zug die Strecke blockierte. Ihre Antwort laut den Aufnahmen sinngemäß: Dann eben, sobald sie könne, und bei Problemen solle sie sich melden.

Der Ablauf laut den veröffentlichten Mitschnitten:

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| Uhrzeit | Was passierte |

|—|—|

| ca. 8:30 Uhr | Ausfall des Zugsicherungssystems, mehrere Züge stoppen automatisch |

| 8:31 Uhr | Der Lokführer des nachfolgenden Zuges meldet die Störung |

| 8:36 Uhr | Die Zentrale gibt ihm die Anweisung: Weiterfahrt mit „normaler“ Geschwindigkeit |

| 8:41 Uhr | Die Lokführerin des vorausfahrenden Zuges meldet einen Übertragungsausfall, sie steht vor einem Signal |

| 8:48 Uhr | Sie meldet, dass sich das System nicht neu starten lässt – ihr Zug steht weiter |

| 8:53/8:54 Uhr | Der nachfolgende Zug rammt das Heck des stehenden Zuges |

Eine Anweisung an den nachfolgenden Zug, anzuhalten oder langsamer zu fahren, ist in den veröffentlichten Aufnahmen nicht zu hören.

Spanien: Hier geschah die Tragödie

Rettungskräfte an der Unglücksstelle des Zugunglücks bei Urda, Provinz Toledo, Spanien, 29.10.2026. Foto: IMAGO / Anadolu Agency (Burak Akbulut)
Rettungskräfte an der Unglücksstelle des Zugunglücks bei Urda, Provinz Toledo, Spanien, 29.10.2026. Foto: IMAGO / Anadolu Agency (Burak Akbulut)

Das Unglück ereignete sich in Spanien: Nahe dem Bahnhof von Urda in der Provinz Toledo fuhr ein AVE-Zug der Staatsbahn Renfe (Zug 2080) auf einen stehenden Zug des privaten Betreibers Iryo auf. Beide waren auf der Schnellfahrstrecke zwischen Madrid und Andalusien unterwegs. Mehrere Waggons entgleisten und stürzten teilweise eine Böschung hinab.

Die Funksprüche kamen aus der Steuerungszentrale des Infrastrukturbetreibers Adif im Madrider Bahnhof Atocha. Veröffentlicht haben die Aufnahmen unter anderem die Zeitung „El País“ und der Radiosender Cadena SER.

| Das Unglück in Zahlen | |

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| Datum | Mittwoch, 28. Oktober 2026, kurz vor 9 Uhr |

| Ort | bei Urda, Provinz Toledo (Spanien) |

| Menschen an Bord | 397 im Renfe-Zug, 147 im Iryo-Zug |

| Todesopfer | mindestens 68 (Stand: 29. Oktober) |

| Schwerverletzte | 15 in kritischem Zustand |

| Staatstrauer | drei Tage, 29. bis 31. Oktober |

Rettungskräfte durchsuchten auch in der Nacht weiter die Trümmer. Der Regionalpräsident von Kastilien-La Mancha, Emiliano García-Page, warnte, dass die Zahl der Toten noch steigen könne.

40 km/h wären Vorschrift gewesen

Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente bei einer Pressekonferenz nach dem Zugunglück, Madrid, 28.10.2026. Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire (C. Carvajal)
Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente bei einer Pressekonferenz nach dem Zugunglück, Madrid, 28.10.2026. Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire (C. Carvajal)

Laut spanischen Medien ist die Anweisung aus der Zentrale ein klarer Verstoß gegen die Vorschriften. Fällt das Sicherungssystem LZB (Linienzugbeeinflussung) aus, gelten nach Berichten von „El País“ und Cadena SER strenge Regeln:

– Fahrt nur „auf Sicht“ – der Zug muss vor einem Hindernis anhalten können

– Höchstgeschwindigkeit 40 km/h

– keine normale Fahrt, solange nicht gesichert ist, dass der Abschnitt frei ist

Verkehrsminister Óscar Puente bestätigte, dass die Leitstelle dem Renfe-Zug trotz roten Signals die Weiterfahrt erlaubt habe. Er nannte die Entscheidung „falsch“ und „unerklärlich“, den Unfall „wirklich unglaublich“. Wie schnell der Zug beim Aufprall war, ist laut Puente noch nicht bekannt. Einen Rücktritt schloss der Minister aus.

Die Anweisung der Zentrale an den Renfe-Lokführer lautete laut den veröffentlichten Aufnahmen:

> „Lokführer von Zug 2080, schalten Sie die LZB aus und wieder ein und setzen Sie die Fahrt unter BSL mit normaler Geschwindigkeit fort.“

> – Leitstelle Atocha im Funkverkehr (aus dem Spanischen übersetzt, nach Cadena SER)

Ermittlungen laufen – Erinnerungen an Adamuz

Rettungskräfte bei Einbruch der Dunkelheit an der Unglücksstelle bei Urda, Provinz Toledo, Spanien, 28.10.2026. Foto: IMAGO / ZUMA Press (Juan Carlos Lucas)
Rettungskräfte bei Einbruch der Dunkelheit an der Unglücksstelle bei Urda, Provinz Toledo, Spanien, 28.10.2026. Foto: IMAGO / ZUMA Press (Juan Carlos Lucas)

Die genauen Umstände werden nun untersucht. Zuständig ist ein Gericht in Orgaz, parallel ermittelt die unabhängige spanische Kommission für Eisenbahnunfälle. Offiziell bestätigt ist der Ablauf noch nicht.

Ministerpräsident Pedro Sánchez rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Spanien sei „in Trauer“, sagte er. Sollte es Versäumnisse gegeben haben, werde man „mit aller Härte“ reagieren. Iryo-Präsident Carlos Bertomeu sagte, der Unfall hätte „niemals passieren dürfen“. Die Beamtengewerkschaft CSIF fordert Puentes Rücktritt, die Gewerkschaft UGT wirft ihm vor, die Schuld auf die Mitarbeiter der Leitstelle abzuwälzen.

Für Spanien ist es bereits das zweite schwere Unglück im Hochgeschwindigkeitsnetz in diesem Jahr. Am 18. Januar 2026 waren bei Adamuz in der Provinz Córdoba ebenfalls ein Iryo- und ein Renfe-Zug kollidiert, 46 Menschen starben. Als wahrscheinliche Ursache gilt dort ein Schienenbruch. Nach Einschätzung von Sánchez haben die beiden Unglücke sehr wahrscheinlich nichts miteinander zu tun.

Renfe und der Betreiber Ouigo haben ihre Hochgeschwindigkeitsverbindungen nach Andalusien vorerst ausgesetzt. Wer etwa nach Sevilla, Córdoba oder Málaga reisen will, sollte sich vorab bei seinem Bahnunternehmen informieren.

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