Ein scheinbar grausiger Fund hat einen Großeinsatz ausgelöst – und am Ende doch eine völlig andere Wendung genommen.
Der Schockmoment am Fundort
Ein herrenloser Koffer am Straßenrand löste in Australien einen Großeinsatz aus. Was zwei Passanten darin entdeckten, ließ zunächst nur einen Schluss zu: Jemand könnte eine Frau getötet und ihre Leiche entsorgt haben.
Die Polizei nahm den Fund entsprechend ernst. Ein möglicher Tatort wurde abgesperrt, Forensiker und Kriminalermittler rückten an.
Fast einen ganzen Tag lang untersuchten die Beamten den rätselhaften Fund. Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass der Fall am Ende eine äußerst ungewöhnliche Wendung nehmen würde.
Zwei Passanten machen einen grausamen Fund

Der Fall ereignete sich am Sonntag in Oallen im australischen Bundesstaat New South Wales, rund 60 Kilometer südöstlich von Goulburn.
Zwei Passanten waren dort unterwegs, als ihnen der verlassene Koffer am Straßenrand auffiel. Sie schauten hinein – und glaubten, darin die Überreste einer Frau entdeckt zu haben.
Sofort alarmierten sie die Polizei.
Die Beamten rückten gegen 12.50 Uhr Ortszeit an und behandelten den Fund wie einen möglichen Gewaltverbrechen. Angesichts der Umstände war zunächst völlig unklar, was genau passiert sein könnte.
Ermittler sichern den vermeintlichen Tatort

Die Polizei sperrte den Bereich ab und begann mit einer umfassenden Untersuchung. Forensiker und Kriminalermittler wurden hinzugezogen.
Die Beamten wollten offenbar kein Risiko eingehen. Schließlich bestand zunächst der Verdacht, dass es sich tatsächlich um menschliche Überreste handeln könnte.
Deshalb wurde der Fundort nach den üblichen kriminalistischen Verfahren untersucht. Jede mögliche Spur sollte erhalten bleiben.
Während die Ermittler ihrer Arbeit nachgingen, blieb die entscheidende Frage offen: Wer könnte eine Frau getötet und anschließend in einem Koffer zurückgelassen haben?
Diese Details führten die Polizei in die Irre

Der vermeintliche Leichenfund wirkte offenbar tatsächlich täuschend echt.
Die Attrappe trug Kleidung und hatte Haare. Selbst ein Nasenpiercing war vorhanden. Besonders irritierend waren außerdem Markierungen, die wie Blutergüsse und Schürfwunden aussahen.
Damit sah das Objekt auf den ersten Blick tatsächlich wie eine menschliche Person aus.
Polizeichefin Linda Bradbury vom Polizeidistrikt Hume erklärte später, die Attrappe habe „sehr realistisch“ ausgesehen. Genau deshalb habe man den Fund zunächst wie einen möglichen Leichenfund behandelt.
Nach 20 Stunden kommt die überraschende Auflösung

Erst am Montagmorgen, rund 20 Stunden nach Beginn des Einsatzes, kam die entscheidende Erkenntnis.
Die vermeintliche Frauenleiche war überhaupt keine Leiche.
Bei dem Fund handelte es sich um eine lebensechte Sex-Puppe.
Damit war der aufwendige Polizeieinsatz mit einem Schlag in einem völlig anderen Licht zu sehen. Einen Mord hatte es nicht gegeben. Die Ermittlungen konnten eingestellt werden.
Trotz der peinlichen Auflösung verteidigte die Polizei ihr Vorgehen – schließlich war die Attrappe so realistisch, dass ein menschlicher Leichnam zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte.
Wer stellte den Koffer dort ab?

Für die beiden Passanten gab es dagegen keinen Grund, sich Vorwürfe zu machen. Nach Angaben der Polizei hatten sie genau richtig gehandelt: Sie verständigten sofort die Behörden und versuchten nicht, den Fund selbst weiter zu untersuchen.
Der Fall konnte schließlich abgeschlossen werden. Ein Mordopfer gab es nicht.
Eine Frage bleibt allerdings offen: Wer hat den Koffer mit der täuschend echten Puppe an dem abgelegenen Ort abgestellt – und warum?
Darauf haben die australischen Ermittler bislang keine Antwort.