Ein ohrenbetäubender Knall riss in den frühen Morgenstunden den Himmel auf – und hinterließ mehr Fragen als Antworten.
Sekunden, die alles veränderten

Schon bevor der erste Rauchschleier aufzog, spürten Anwohner eine Druckwelle, die Fensterscheiben klirren ließ. Viele dachten an ein Erdbeben, manche an ein Gewitter – doch dann folgten weitere Detonationen, lauter und näher.
Erst als Funkenregen über die Dächer prasselte, dämmerte es der verschreckten Bevölkerung: Irgendetwas Unfassbares war explodiert. Rettungswagen jagten im Minutentakt durch die dunklen Straßen, während Sirenen einen Klangteppich aus Panik webten.
Verwirrung statt Klarheit

Schnell kursierten widersprüchliche Opferzahlen. Mal war von zwei, dann von zehn Toten die Rede; von wenigen Verletzten – oder von mehr als achtzig. Offizielle Stellen wirkten überfordert, gaben hastige Zwischenstände, zogen sie wieder zurück.
Gleichzeitig sprach das Gerücht von gelagerter Munition, andere nannten illegal importierte Feuerwerkskörper als Ursache. In den sozialen Medien überschlugen sich Spekulationen über Sabotage, während Experten noch nicht einmal den Brandherd betreten durften.
Suche im Schatten der Flammen

Währenddessen kämpften Feuerwehrleute stundenlang gegen kleinere Folgebrände, die immer wieder aufflackerten. Jede neue Stichflamme zwang sie, den gefährlichen Trümmerhaufen zu räumen, bevor sie erneut nach Vermissten fahnden konnten.
In einem provisorischen Lazarett stapelten sich Feldbetten. Verletzte berichteten von plötzlich weggerissenen Mauern, von Kameraden, die nur Sekunden neben ihnen gestanden hatten – und jetzt weder lebend noch tot gefunden wurden.
Jetzt ist klar, wo alles geschah

Erst am späten Vormittag bestätigte das Verteidigungsministerium den Unglücksort: eine Kaserne im Industriestädtchen Viacha, Bolivien. Dort lagerten auf engstem Raum Pyrotechnik, Schwarzpulver und veraltete Sprengkörper – eine brandgefährliche Mischung.
Die Bilanz, die am Ende des Tages offiziell verkündet wurde, ist erschütternd: mindestens zehn Tote, rund sechzig Verletzte und noch etliche Vermisste. Viacha rief drei Tage Trauer aus, die Fahnen wehten auf Halbmast.
Ermittlungen zwischen Asche und Angst

Staatsanwälte leiteten umgehend ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung ein. Spezialisten sammelten verkohlte Metallteile, versuchten, Zündquelle und Kettenreaktion zu rekonstruieren. Fest steht nur: Die erste Explosion entstand in einem Depot voll Feuerwerkskörpern; die zweite, noch stärkere, folgte Sekunden später in einem angrenzenden Munitionsraum.
Sollte sich bestätigen, dass Sicherheitsvorschriften ignoriert oder Sprengstoff falsch deklariert wurde, drohen hohe Haftstrafen. Bis dahin bleibt Viacha in Alarmbereitschaft, denn unter den Schuttbergen könnten weitere Blindgänger lauern – und eine Stadt, die nie wieder dieselbe sein wird, bangt um jedes Lebenszeichen.