Dichter Rauch, angespannte Nerven, eine Warnung mit Wucht: In Deutschland hat sich eine brisante Feuer-Lage zugespitzt.
Alarmstimmung in Sachsen

Die Lage bei Plauen bleibt angespannt: In der Nähe der rund 65.000 Einwohner zählenden Stadt kämpft die Feuerwehr gegen einen großflächigen Wald- und Vegetationsbrand. Das Feuer hat sich auf etwa sieben Hektar ausgebreitet – eine Fläche, die ungefähr zehn Fußballfeldern entspricht.
Bereits am Dienstagabend beschrieb die Stadt die Situation als „unübersichtlich“. Im Laufe der Nacht änderte sich die Einschätzung kaum. Der Kampf gegen die Flammen blieb nach Angaben der Einsatzleitung „unverändert schwierig“.
Rund 120 Feuerwehrleute sind inzwischen im Einsatz. Doch die Bedingungen vor Ort machen ihnen die Arbeit besonders schwer. Das Gelände ist teilweise steil und für schwere Löschfahrzeuge nicht zugänglich.
Die Einsatzkräfte müssen deshalb zu Fuß in den betroffenen Bereich vordringen. Dabei kämpfen sie sich durch trockenes Totholz und bringen die Löschschläuche Stück für Stück weiter in Richtung Brandherd.
Zusätzlich wurde eine Schneise in den Wald geschlagen. Sie soll dabei helfen, eine weitere Ausbreitung des Feuers einzudämmen.
Wie außergewöhnlich groß der Einsatz inzwischen ist, machte Plauens Oberbürgermeister Steffen Zenner deutlich. Er sagte: „Wir reden hier von dem größten Brandereignis, das wir in den Wäldern und auf den Feldern in den letzten 30 Jahren hatten!“
Die schwierigen Bedingungen sorgen dafür, dass sich die Löscharbeiten deutlich länger hinziehen als bei einem gewöhnlichen Feuer. Gleichzeitig richtet sich der Blick bereits auf den nächsten Morgen – denn dann soll Unterstützung aus der Luft kommen.
Drei Hubschrauber sollen den entscheidenden Unterschied machen

Für die Feuerwehrleute am Boden gibt es Hoffnung: Ab Mittwochmorgen sollen drei Hubschrauber den Löscheinsatz unterstützen.
Geplant ist, dass die Maschinen Wasser aus der Talsperre Pirk aufnehmen und anschließend über den betroffenen Brandflächen abwerfen. Damit könnten auch Bereiche erreicht werden, die für die Einsatzfahrzeuge am Boden kaum oder gar nicht zugänglich sind.
Bis zum Beginn des Einsatzes aus der Luft müssen die Feuerwehrleute den Brand jedoch weiterhin vom Boden aus bekämpfen. Angesichts des schwer zugänglichen Geländes ist das eine enorme Herausforderung.
Auch der Verkehr in der Region ist von dem Feuer betroffen. Teile der nahe gelegenen Bundesstraße 173 wurden gesperrt.
Wegen der starken Rauchentwicklung hat die Stadt zudem eine Warnung an die Bevölkerung herausgegeben. Menschen in einem Umkreis von etwa zwei Kilometern werden dazu aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Die Stadt informiert fortlaufend über die Entwicklung und weist darauf hin, dass sich die Löscharbeiten noch längere Zeit hinziehen könnten. Grund dafür ist vor allem die schwierige Erreichbarkeit der Brandflächen.
An dem Großeinsatz sind zahlreiche Organisationen beteiligt. Im Einsatz stehen unter anderem die Berufsfeuerwehr Plauen sowie mehrere Freiwillige Feuerwehren aus der Region. Unterstützung kommt außerdem von der Freiwilligen Feuerwehr Oelsnitz mit einem Großtanklöschfahrzeug.
Auch das Technische Hilfswerk, die Polizei, Rettungskräfte und eine Drohnenstaffel der Johanniter sind vor Ort.
Damit ist der Kampf gegen die Flammen zu einem umfangreichen Einsatz geworden, bei dem Kräfte zu Land und bald auch aus der Luft zusammenarbeiten müssen. Wie schnell es gelingt, den Brand unter Kontrolle zu bringen, hängt dabei entscheidend von den Bedingungen vor Ort und dem Einsatz der Hubschrauber ab.