Live-Ticker: Wochen nach dem 1. Tag im Gericht – Gina H. entlarvt!

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Ein neuer Verhandlungstag im „Fall Fabian“ – und wieder hängen alle Augen am Landgericht Rostock. Schon früh füllt sich der Saal, draußen bildet sich eine Schlange Neugieriger, die miterleben wollen, ob Gina H. diesmal mehr preisgibt als in den vorangegangenen Sitzungen.

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Ein Tag, der mehr Klarheit verspricht

Image: AI
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Seit den frühen Morgenstunden herrscht gespannte Stille: 28. Prozesstag, die Schwurgerichtskammer nimmt Platz, Fotografen klicken noch schnell, dann fordert der Vorsitzende Richter Ruhe. Die Angeklagte, den Ordner vor dem Gesicht, setzt sich – und damit beginnt der erneute Schlagabtausch zwischen Gericht und Verteidigung.

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Schon die Formalien zeigen, wie hart umkämpft jedes Detail bleibt. Noch bevor die erste Frage gestellt ist, beantragt die Verteidigung ein weiteres Gutachten zu Handy-Bewegungsdaten eines Bekannten. Es geht darum, ob dessen Telefon am 10. Oktober 2025 in der Nähe des Tatorts war – eine Fährte, die Gina H. entlasten soll. Das Gericht nimmt den Antrag zur Prüfung auf, die Staatsanwaltschaft bleibt skeptisch.

Fragen prallen auf Schweigen

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Richter Holger Schütt knüpft dort an, wo die Vernehmung vergangene Woche abbrach: beim rätselhaften Ausflug der Angeklagten an jenen abgelegenen Tümpel in Klein Upahl. Dreimal sei sie an jenem Tag dorthin aufgebrochen, angeblich „nur, um Tiere zu beobachten“. Doch Schütt kontert trocken mit Verweis auf Social-Media-Aufrufe, in denen nirgendwo von Feldern oder Wäldern die Rede war.

Die Angeklagte windet sich. „Ich habe mir dabei nichts gedacht“, murmelt sie, vermeidet den Blickkontakt. Als es um die alarmierende Szene geht, in der sie und ein Bekannter auf die verbrannte Leiche stoßen, versucht Gina H. die Aufmerksamkeit auffällig auf genau diesen Bekannten zu lenken – „er sei panisch gewesen, fast den Tränen nah“. Das Gericht notiert, hakt nach, doch konkrete Antworten bleiben Mangelware.

Ein Netz aus Widersprüchen

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Mit jeder Minute wächst der Druck. Warum wurde der orangefarbene Ford Ranger am Tattag erst nur „grob mit einer Pferdebürste“ gereinigt, später aber angeblich doch noch gründlich mit Wasser abgespritzt? Warum soll die Großmutter – laut Angeklagter an Demenz erkrankt – sie zur Bank geschickt haben, während Zeugen das Gegenteil bekunden?

Auch die Frage, warum ausgerechnet Christian D. sie davon abgehalten habe, die Polizei zu rufen, lässt das Gericht nicht los. Gina H. spricht von Überforderung, von Angst, „falsche Hoffnung“ zu wecken – eine Erklärung, die weder Staatsanwaltschaft noch Nebenklage zufriedenstellt. Das Puzzle wirkt immer brüchiger, doch das entscheidende Teil wird erst später aufgedeckt.

Das Protokoll der Bank – und die plötzliche Erinnerungslücke

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Erst als Oberstaatsanwalt Oliver Schley das Wort ergreift, wird deutlich, worauf er den ganzen Vormittag gewartet hat. Er legt lückenlose Kontoauszüge der Großeltern vor: Zwischen dem 9. und 14. Oktober 2025 gab es keinerlei Buchungen – kein Bargeld, kein Abheben, nichts. Damit kollidiert die Erzählung der Angeklagten frontal mit den Fakten.

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Konfrontiert mit dem Dokument gerät Gina H. ins Stocken, sucht nach einer neuen Erklärung – doch mehr als ein vorsichtiges „Ich kann mich nicht mehr erinnern“ kommt nicht. Der Saal hält den Atem an: Zum ersten Mal hat die Staatsanwaltschaft eine konkrete Aussage der Angeklagten mit harten Daten widerlegt. Ob das die Wende im Verfahren bringt, entscheidet sich in den kommenden Tagen; für den Moment aber steht fest: Die vermeintliche Bank-Besorgung entpuppt sich als Lüge – und das Gericht rückt der Wahrheit ein gutes Stück näher.

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