Regenfäule geht jetzt von Mensch zu Mensch – Experten schlagen Alarm!

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Plötzlich melden Kliniken in mehreren europäischen Städten rätselhafte Fälle von entzündlichen Hautveränderungen – Ärzt:innen stehen vor einem neuen Puzzle, das Erinnerungen an längst überwunden geglaubte Tierkrankheiten weckt.

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Unerwartete Häufung ungewöhnlicher Hautveränderungen

Image: AI
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Zunächst wirkten die Berichte wie Einzelfälle: Menschen klagten über juckende, pockenähnliche Läsionen, kurze Zeit später bildeten sich krustige Beläge auf Armen, Beinen und im Gesicht. In Fachpraxen häuften sich die Anfragen, doch eine klare Diagnose blieb aus. Weil die Symptome allerdings in mehreren Ländern gleichzeitig auftauchten, wurde schnell klar, dass es sich nicht um ein lokales Phänomen handeln konnte.

Besonders bemerkenswert: Die Betroffenen hatten keinen direkten Kontakt zueinander und gaben an, weder Fernreisen unternommen noch exotische Tiere gehalten zu haben. Eine bloße Übertragung aus dem Tierreich erschien vielen Expert:innen deshalb zunächst unwahrscheinlich – zumal die Erkrankung bislang kaum in der Humanmedizin dokumentiert war.

Klimatische Bedingungen begünstigen Verbreitung

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Meteorolog:innen verweisen auf den außergewöhnlich feuchten Sommer, der vielerorts in Europa für anhaltend hohe Luftfeuchtigkeit sorgte. Feuchte Haut begünstigt mikrobielle Infektionen, insbesondere wenn Schutzbarrieren bereits durch Sonnenbrand oder kleine Verletzungen beeinträchtigt sind. Unter diesen Bedingungen können Bakterien leichter eindringen und sich in der Hornschicht vermehren.

Parallel dazu wuchs die Sorge in öffentlichen Einrichtungen wie Fitnessstudios, Schwimmbädern und Saunalandschaften. Dort herrschen Temperaturen und Feuchtigkeitsniveaus, in denen Mikroorganismen florieren. Desinfektionsroutinen wurden verschärft, doch die Fallzahlen stiegen weiter – ein Hinweis darauf, dass der Erreger sich möglicherweise schon an andere Übertragungswege angepasst hat.

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Laborbefunde geben erste Hinweise – doch viele Fragen bleiben

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Mehrere Universitätskliniken sandten Proben an spezialisierte mikrobiologische Labore. Unter dem Mikroskop zeigten sich fadenförmige Strukturen, die sich in verzweigten Mustern teilten – ein ungewöhnlicher Befund, der ein bakterielles, aber nicht klassisches Erscheinungsbild vermuten ließ. Noch war unklar, ob es sich um eine bekannte Spezies oder um eine bislang unentdeckte Variante handelte.

Das Robert Koch-Institut beauftragte daraufhin ein Team von Infektiolog:innen, die Proben genetisch zu sequenzieren. In internen Bulletins war von einer potenziellen Neuerkrankung die Rede, deren Ursprung zunächst im Tierreich vermutet wurde. Doch dann tauchte ein beunruhigendes Detail auf: Mehrere Patient:innen hatten sich offenbar innerhalb derselben sozialen Kreise infiziert – ein Hinweis auf direkte Mensch-zu-Mensch-Übertragung.

Jetzt steht der Erreger fest: **Dermatophilus congolensis** erreicht den Menschen

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Die Sequenzierung brachte Klarheit: Bei dem Auslöser handelt es sich um Dermatophilus congolensis, umgangssprachlich als „Regenfäule“ bekannt. Das Bakterium war bislang vor allem Tierärzt:innen ein Begriff – bei Pferden, Schafen und Rindern verursacht es nässende Krusten an Fell und Haut. Nun wurde erstmals eine nennenswerte Zahl von Übertragungen zwischen Menschen dokumentiert. In Deutschland bestätigte das Robert Koch-Institut 17 Fälle zwischen Dezember 2025 und Juni 2026, europaweit zählte das ECDC bis August bereits über 120 Infektionen.

Die meisten deutschen Patient:innen stammen aus Berlin und Brandenburg, fast alle hatten engen Hautkontakt in Sport- oder Wellnessbereichen. Fachleute raten, sichtbare Hautläsionen abzudecken, Handtücher nicht zu teilen und Gemeinschaftseinrichtungen nur mit konsequenter Hygiene zu nutzen. Für gesunde Erwachsene verläuft die Infektion meist mild; Immungeschwächte Personen sollten jedoch bei ersten Symptomen ärztlichen Rat suchen. Noch arbeiten Forschende an einer gezielten Therapie – bis dahin gilt: Vorsicht bei feuchtem Klima und intensiver Haut-zu-Haut-Berührung kann das Ansteckungsrisiko deutlich senken.

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