Mehr Sonne, weniger Kosten, entspannter Alltag: Immer mehr Ruheständler zieht es ins Ausland. Ein großes internationales Ranking zeigt jetzt, in welchen zehn Ländern sich der Lebensabend am meisten lohnt – und an der Spitze steht erstmals ein echter Überraschungssieger.
Grundlage ist der Global Retirement Index 2026 des Magazins „International Living“. Er bewertet Länder unter anderem nach Wohnkosten, Lebenshaltungskosten, Gesundheitsversorgung, Klima, Visa-Regeln und Vergünstigungen für Rentner. Wir zählen hoch: Auf Platz 1 steht das Schlusslicht der Top Ten, auf Platz 10 der Gesamtsieger. Und am Ende verraten wir, warum Deutschland im Ruhestand für viele nicht mehr die erste Wahl ist.
Platz 1: Malaysia

Im Index landet Malaysia auf Rang zehn – und punktet vor allem mit dem Geldbeutel: Bei den Lebenshaltungskosten erreicht das Land 94 von 100 Punkten, bei Entwicklung und Regierungsführung 90 Punkte. Für Ausländer gibt es zudem das Aufenthaltsprogramm „Malaysia My Second Home“ (MM2H). Schwach schneidet Malaysia dagegen beim Bauchgefühl ab: In der Kategorie „Affinität“, die die Vorlieben von Autoren und Lesern abbildet, gibt es nur 45 Punkte.
Platz 2: Thailand

Das Ranking der besten Länder für Rentner geht weiter: Der Global Retirement Index 2026 hat zehn Ziele gekürt, in denen Ruheständler besonders gut leben können. Bewertet wurden Kosten, Gesundheit, Klima und Lebensqualität.
Thailand gehört zu den günstigsten Ländern im gesamten Index – bei den Lebenshaltungskosten liegen laut dem Bericht nur Vietnam und Sri Lanka noch weiter vorn. Auch beim Klima sowie bei Entwicklung und Regierungsführung schneidet das Land gut ab. Ein Auswanderer aus den USA zahlte laut CNN für ein Grundstück in Sam Roi Yot rund 50.000 US-Dollar.
Er fühle sich in Thailand sicherer als in jeder Stadt, in der er in den USA gelebt habe, sagte der Amerikaner Jim Dolan dem US-Sender.
Platz 3: Spanien

Bei deutschen Rentnern ist Spanien seit Jahrzehnten ein Klassiker. Im Index überzeugt das Land vor allem bei der Gesundheitsversorgung mit 94 Punkten und beim Bauchgefühl („Affinität“) mit 90 Punkten. Bei den Lebenshaltungskosten reicht es dagegen nur für 75 Punkte – Spanien ist also nicht mehr ganz so günstig wie früher.
Ein großer Vorteil für Deutsche: Als EU-Bürger brauchen sie kein Visum, um sich dort niederzulassen.
Platz 4: Frankreich

Unser Nachbarland hat eine echte Stärke: Das französische Gesundheitssystem bekommt mit 97 Punkten den höchsten Wert im gesamten Index. Dazu kommen Lebensart, gutes Essen und die Vielfalt von Atlantikküste bis Provence.
Allerdings gibt es auch einen Haken: Laut CNN wurde zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Index ein Vorschlag geprüft, die kostenlose Gesundheitsversorgung für ausländische Rentner abzuschaffen.
Platz 5: Italien

Italien holt seine besten Werte ausgerechnet beim Gefühl: Die Kategorie „Affinität“ ist die stärkste des Landes. Bei der Gesundheitsversorgung erreicht es 89 Punkte – genauso viel wie Griechenland.
Wer ein altes Haus nicht scheut, kann hier noch Schnäppchen machen: Ein US-Paar kaufte laut CNN im Jahr 2019 eine Wohnung aus dem 14. Jahrhundert für 9.000 Euro.
Platz 6: Mexiko

Mexiko ist vor allem bei Nordamerikanern beliebt: Laut CNN leben dort bis zu eine Million US-Amerikaner und Kanadier. Das Land punktet mit niedrigen Lebenshaltungskosten sowie guten Werten bei Visa-Regeln und Vergünstigungen für Rentner. Auch bei Entwicklung und Regierungsführung schneidet Mexiko im Index gut ab.
Platz 7: Portugal

Portugal erreicht bei der Gesundheitsversorgung den zweitbesten Wert nach Frankreich. Das umstrittene „Goldene Visum“ über Immobilienkäufe wurde inzwischen abgeschafft. Für Nicht-EU-Bürger gibt es das sogenannte D7-Visum, das ein regelmäßiges passives Einkommen voraussetzt.
Für deutsche Rentner ist das kein Thema: Als EU-Bürger können sie ohne Visum nach Portugal ziehen – an die Algarve oder in die Hauptstadt Lissabon.
Platz 8: Costa Rica

Beim Klima ist Costa Rica unschlagbar – hier belegt das Land im Index Platz 1. Laut CNN stehen rund ein Viertel der Landesfläche als Regenwald unter Schutz, und 99 Prozent des Stroms stammen aus erneuerbaren Energien.
Die Halbinsel Nicoya gilt außerdem als eine der fünf sogenannten „Blue Zones“ der Welt – Regionen, in denen Menschen besonders alt werden.
Platz 9: Panama

Panama lockt Ruheständler mit einem eigenen Rentnerprogramm. Das sogenannte „Pensionado“-Programm bringt laut CNN unter anderem diese Rabatte:
– 50 Prozent auf Unterhaltung
– 30 Prozent auf Transport
– 25 Prozent auf Flugtickets
– 15 Prozent auf Arztrechnungen
Auch medizinisch kann sich das lohnen: Ein Klinikaufenthalt, der in Miami rund 30.000 US-Dollar kosten würde, kostet in Panama laut dem Bericht etwa 3.200 US-Dollar.
Platz 10: Griechenland ist der Sieger

Zum ersten Mal überhaupt steht Griechenland an der Spitze des Index – mit 90,1 Punkten. Im Vorjahr lag das Land noch auf Platz sieben. Laut t-online schneidet Griechenland in allen Kategorien stark ab.
> „Greece’s rise to number one marks a shift in Europe’s retirement landscape.“ (Griechenlands Aufstieg auf Platz eins markiert einen Wandel in der europäischen Ruhestandslandschaft.)
> – Jennifer Stevens, Executive Editor von „International Living“, laut CNN
| Griechenland für Rentner | Wert laut Bericht |
|—|—|
| Monatliches Budget für einen komfortablen Ruhestand | rund 2.200 Euro (2.500 US-Dollar) |
| Immobilien am Meer | ab rund 160.000 Euro |
| Wohnungen | ab rund 40.000 Euro |
| Private Krankenversicherung ab 70 | rund 1.000 Euro pro Jahr |
| Pauschalsteuer auf ausländische Renten | 7 Prozent, bis zu 15 Jahre |
| Visum für EU-Bürger | nicht nötig |
Und Deutschland? Darum ist es nicht mehr die erste Wahl

Deutschland taucht im Ranking nicht auf – der Index bewertet Ziele für Auswanderer. Doch die Zahlen zeigen, warum es immer mehr Ruheständler wegzieht: Laut t-online lassen sich rund 200.000 gesetzlich versicherte deutsche Rentner ihre Rente monatlich auf ein Konto im Ausland überweisen – Tendenz steigend. Am beliebtesten sind Österreich und die Schweiz, wer es wärmer mag, zieht nach Spanien, Italien oder Portugal.
Ein Grund ist das Geld. Zwar stiegen die Renten zum 1. Juli 2026 um 4,24 Prozent, doch das Rentenniveau ist bei 48 Prozent festgeschrieben. Hinzu kommt: Für Neurentner des Jahres 2026 sind 84 Prozent der Rente steuerpflichtig – während Griechenland ausländische Renten pauschal mit 7 Prozent besteuert.
| Kennzahl Deutschland | Wert |
|—|—|
| Rentenerhöhung zum 1. Juli 2026 | 4,24 Prozent |
| Rentenniveau (festgeschrieben bis Mitte 2031) | 48 Prozent |
| Standardrente (45 Beitragsjahre) | 1.913,40 Euro brutto |
| Durchschnittliche Altersrente (laut biallo) | rund 1.202 Euro |
| Steuerpflichtiger Rentenanteil für Neurentner 2026 | 84 Prozent |
Dazu kommen hohe Mieten und Lebenshaltungskosten sowie lange, graue Winter. Der Vergleich zeigt: Mit einer Rente, die in Deutschland gerade so reicht, lässt sich laut dem Index in Griechenland ein komfortabler Ruhestand finanzieren. Wer auswandern will, sollte sich vorher aber gut zu Krankenversicherung, Steuern und Rentenauszahlung beraten lassen.
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