Polizei warnt: Neue Masche – so kapern Betrüger Ihr Handy-Konto!

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Eine harmlose Nachricht, ein Klick, ein kurzer Code – und schon lesen Fremde heimlich mit. Die Polizei warnt vor einer neuen Betrugsmasche, bei der Kriminelle die Konten ahnungsloser Handynutzer übernehmen. Das Tückische: Die Opfer bemerken davon oft lange nichts.

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Betroffen ist einer der meistgenutzten Messenger in Deutschland. Die Täter nutzen dabei keine Sicherheitslücke, sondern eine ganz normale Funktion der App. Wie die Masche abläuft, woran man sie erkennt und was Betroffene jetzt tun sollten.

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Eine Nachricht, die harmlos aussieht

Eine ältere Frau tippt auf ihrem neuen Smartphone (Symbolbild), 15.10.2026. Foto: IMAGO / Wolfgang Maria Weber
Eine ältere Frau tippt auf ihrem neuen Smartphone (Symbolbild), 15.10.2026. Foto: IMAGO / Wolfgang Maria Weber

Kriminelle haben einen neuen Weg gefunden, fremde Messenger-Konten zu übernehmen – ganz ohne Passwort und ohne das Handy ihres Opfers je in der Hand zu halten. Fachleute sprechen von „Ghost Pairing“, frei übersetzt „Geister-Kopplung“.

Im Visier steht WhatsApp. Die Täter verbinden ein eigenes Gerät unbemerkt mit dem Konto des Opfers. Danach können sie Chats mitlesen und Nachrichten in dessen Namen verschicken. Möglich macht das die Funktion „Verknüpfte Geräte“, mit der Nutzer ihr Konto eigentlich auf Computer oder Tablet erweitern. Laut einem dpa-Bericht handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Sicherheitslücke, sondern um die reguläre Kopplungsfunktion der App.

So läuft die Masche Schritt für Schritt

Ein Hacker mit Kapuze arbeitet in einem dunklen Raum an mehreren Bildschirmen (Symbolbild), 14.05.2026. Foto: IMAGO / Zoonar (Sirinarth Mekvorawuth)
Ein Hacker mit Kapuze arbeitet in einem dunklen Raum an mehreren Bildschirmen (Symbolbild), 14.05.2026. Foto: IMAGO / Zoonar (Sirinarth Mekvorawuth)

Nach Angaben von Polizei und Verbraucherschützern gehen die Täter meist nach demselben Muster vor:

– Der Köder: Eine Nachricht per Messenger oder SMS – oft scheinbar von Bekannten – enthält einen Link. Beliebt ist etwa die Bitte, bei einer Online-Abstimmung mitzumachen.

– Die Fake-Seite: Der Link führt auf eine gefälschte Internetseite, die nach der Handynummer fragt.

– Die Kopplung im Hintergrund: Mit dieser Nummer starten die Täter parallel die Verknüpfung eines eigenen Geräts mit dem Konto des Opfers.

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– Der Code: Das Opfer wird dazu gebracht, einen achtstelligen Kopplungscode einzugeben.

– Der Zugriff: Damit bestätigt es unwissentlich das fremde Gerät – die Täter sind drin.

Eine Variante läuft laut dpa über manipulierte QR-Codes, die das Opfer scannen soll.

Der gefährliche Code

Symbolbild: Smartphone mit Code-Eingabe und Warnsymbol. Bild: KI-generiert
Symbolbild: Smartphone mit Code-Eingabe und Warnsymbol. Bild: KI-generiert

Der entscheidende Moment ist die Eingabe des Codes. Kopplungscodes werden nur dann benötigt, wenn man selbst ein eigenes Zweitgerät verbinden möchte. Wer einen solchen Code auf einer fremden Internetseite eingibt oder eine Verknüpfung bestätigt, die er nicht selbst gestartet hat, öffnet Kriminellen die Tür.

| | Echte Geräteverknüpfung | Betrugsmasche |

|—|—|—|

| Wer startet sie? | Nutzer selbst, für eigenen PC oder eigenes Tablet | Täter, unbemerkt im Hintergrund |

| Anlass | Wunsch, den Messenger auf einem Zweitgerät zu nutzen | angebliche Abstimmung oder Identitätsbestätigung |

| Wo landet man? | in der App und am eigenen Gerät | auf einer gefälschten Internetseite |

| Folge | eigener Zugriff | Fremde lesen mit und schreiben in Ihrem Namen |

Passwort oder Smartphone müssen die Opfer dabei nicht herausgeben – genau das macht die Masche so gefährlich.

Warum die Opfer oft nichts merken

Eine besorgte ältere Frau am Smartphone (Symbolbild), 12.05.2026. Foto: IMAGO / Zoonar (Dmitrii Marchenko)
Eine besorgte ältere Frau am Smartphone (Symbolbild), 12.05.2026. Foto: IMAGO / Zoonar (Dmitrii Marchenko)

Nach der Kopplung funktioniert das Handy ganz normal weiter. Es gibt keinen Absturz, keine Abmeldung, keinen Alarm. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen bringt es auf den Punkt:

> „Häufig bleibt der Angriff lange unbemerkt, da WhatsApp auf Ihrem Smartphone weiterhin normal funktioniert.“

> – Verbraucherzentrale Niedersachsen

Für die Täter ist das Gold wert. Sie können laut Verbraucherzentrale private Nachrichten mitlesen, Betrugsnachrichten an Kontakte schicken und in fremdem Namen Geld fordern. Die Empfänger sehen den echten Namen und das echte Profil – und schöpfen deshalb kaum Verdacht. Die Kölner Polizei warnte bereits im September: „Kriminelle geben sich mit einem gehackten WhatsApp-Account als Tochter, Sohn, Freundin oder Bekannter aus.“

Fall in der Oberpfalz: Plötzlich bittet ein Bekannter um Geld

Blaulicht an einem Polizeiauto (Symbolbild, digital nachbearbeitet), 20.10.2026. Foto: IMAGO / Herrmann Agenturfotografie (Udo Herrmann)
Blaulicht an einem Polizeiauto (Symbolbild, digital nachbearbeitet), 20.10.2026. Foto: IMAGO / Herrmann Agenturfotografie (Udo Herrmann)

Wie real die Gefahr ist, zeigt ein aktueller Fall aus Bayern. Ein 26-Jähriger aus dem Landkreis Neustadt an der Waldnaab erhielt über das Konto eines guten Bekannten eine dringende Bitte um Geld. Weil Nummer und Chatverlauf vertraut waren, überwies er einen hohen dreistelligen Betrag.

Misstrauisch wurde er erst, als eine zweite Geldforderung kam. Er rief seinen Bekannten an – doch der wusste von keiner der Nachrichten. Dessen Konto war offenbar gekapert worden. Der 26-Jährige erstattete Anzeige. Laut einem Bericht des Bayerischen Rundfunks bestätigte das Polizeipräsidium Oberpfalz die Fälle.

Auch andernorts ist die Masche bekannt: Bereits im September hatten unter anderem die Polizei Köln und das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein vor „Ghost Pairing“ gewarnt.

So schützen Sie sich

Eine Seniorin schreibt eine Nachricht auf ihrem Smartphone, 23.08.2026. Foto: IMAGO / Wolfgang Maria Weber
Eine Seniorin schreibt eine Nachricht auf ihrem Smartphone, 23.08.2026. Foto: IMAGO / Wolfgang Maria Weber

Der wichtigste Schutz: regelmäßig nachsehen, welche Geräte mit dem eigenen Konto verbunden sind. Bis zu vier zusätzliche Geräte lassen sich verknüpfen – jedes davon taucht in einer Liste auf.

| Smartphone | So finden Sie die Liste |

|—|—|

| Android | Drei Punkte oben rechts in der Chat-Übersicht → „Verknüpfte Geräte“ |

| iPhone | „Einstellungen“ (Zahnrad unten rechts) → „Verknüpfte Geräte“ |

Polizei und Verbraucherschützer raten außerdem:

– Niemals Codes weitergeben oder auf fremden Internetseiten eingeben.

– Keine Verknüpfung bestätigen, die man nicht selbst gestartet hat.

– Unbekannte Links und QR-Codes meiden – auch wenn sie von vertrauten Kontakten kommen.

– Geldbitten immer prüfen: Die Person über einen anderen Weg kontaktieren, etwa per Anruf.

– Verifizierung in zwei Schritten aktivieren. Sie schützt allerdings nicht davor, eine Verknüpfung selbst zu bestätigen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

Finger über einer Bezahl-App auf einem Smartphone (Symbolbild), 02.07.2026. Foto: IMAGO / NurPhoto (Samuel Boivin)
Finger über einer Bezahl-App auf einem Smartphone (Symbolbild), 02.07.2026. Foto: IMAGO / NurPhoto (Samuel Boivin)

Wer ein fremdes Gerät in seiner Liste entdeckt, sollte schnell handeln:

– Gerät sofort abmelden: In der Liste „Verknüpfte Geräte“ den fremden Eintrag antippen und abmelden.

– Kontakte warnen: Freunde und Familie über einen anderen Kanal informieren, dass Geldforderungen nicht echt sind.

– Bank informieren: Wurde bereits Geld überwiesen, sofort die Bank kontaktieren. Eine Rückholung ist allerdings nicht garantiert.

– Beweise sichern: Nachrichten, Telefonnummern und Zahlungsbelege dokumentieren – verdächtige Links dabei nicht erneut öffnen.

– Anzeige erstatten: Den Fall bei der Polizei melden.

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Hätten Sie die Masche erkannt?

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