Ministerin bricht das Tabu

Erst in der heutigen Kabinettssitzung hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche das heikle Thema offen angesprochen – und klar Position bezogen. Die CDU-Politikerin nannte die Rente mit 63 in der derzeitigen Form „keine gute Idee“, weil sie „den Arbeitsmarkt ausblutet und die junge Generation über Gebühr belastet“. Trotz scharfer Kritik aus der Opposition betonte Reiche, sie sehe „keine Alternative“ zu einem zügigen Ausstieg aus der Regelung.
Ihre Argumentation stützt sich auf Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, demzufolge allein der Jahrgang 1964 durch späteren Renteneintritt rund 125 000 zusätzliche Arbeitskräfte sichern könnte. Reiche machte zugleich deutlich, dass Härtefallregelungen für besonders belastete Berufe geprüft würden – doch an der Grundsatzentscheidung werde nicht gerüttelt.