Ein ganz normaler Schultag endet in einer Tragödie: Ein 16-Jähriger dringt mit einer Schrotflinte in eine Grundschule ein. Drei Kinder und eine Lehrkraft sterben. Dass nicht noch mehr Menschen ums Leben kamen, ist offenbar einem Mann zu verdanken, der dem Schützen folgte.
Es ist kurz vor 13 Uhr am Donnerstag, 15. Oktober 2026, als bei der Polizei der erste Notruf eingeht. Wenige Minuten später ist nichts mehr, wie es war. Eine Grundschule, in der Kinder vom Kindergartenalter bis zur fünften Klasse lernen, wird zum Tatort.
Die Ermittler haben inzwischen erste Details zum Ablauf, zu den Opfern und zum mutmaßlichen Täter bekannt gegeben. Viele Fragen sind aber noch offen, allen voran die nach dem Motiv.
Schüsse auf verschlossene Türen

An einer Grundschule hat ein 16-Jähriger am Donnerstagmittag das Feuer eröffnet. Drei Kinder und eine Lehrkraft kamen ums Leben, zwei weitere Menschen wurden schwer verletzt. Der Täter selbst wurde noch im Gebäude erschossen.
Nach Angaben der Polizei begann alles außerhalb der Schule: Eine Person meldete per Notruf, dass in ihrem Auto mit einer Langwaffe auf sie geschossen worden sei. Kurz darauf gingen zahlreiche weitere Notrufe ein. Der Angreifer war in das Schulgebäude eingedrungen. Laut Polizeichef Mike Krantz verschaffte er sich Zutritt, indem er auf verschlossene Türen schoss. Mehrere Quellen aus Ermittlerkreisen sprechen von einer Schrotflinte.
Der Ablauf nach Angaben der Polizei (Ortszeit):
– 12:59 Uhr: Erster Notruf, ein Mensch in einem Auto wird beschossen
– 13:00 Uhr: Alarm an alle Einsatzkräfte
– 13:01 Uhr: Die Schule wird abgeriegelt
– 13:02 Uhr: Die ersten Beamten treffen ein, rund drei Minuten nach dem ersten Notruf
Als die Polizei eintraf, war der Schütze bereits tot.
Die Opfer: drei Kinder und eine Lehrkraft

Im Gebäude fanden die Einsatzkräfte die Opfer. Getötet wurden drei Kinder im Alter von 5, 8 und 11 Jahren sowie eine Lehrkraft. Ihre Namen haben die Behörden bislang nicht veröffentlicht, die Familien wurden informiert.
Zwei weitere Menschen kamen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus: ein 7 Jahre altes Kind und eine 54-jährige Lehrkraft. Zu ihrem aktuellen Zustand gibt es unterschiedliche Angaben.
| Was bisher bekannt ist | |
|—|—|
| Getötete Kinder | 3 (5, 8 und 11 Jahre alt) |
| Getötete Lehrkraft | 1 (Alter nicht bekannt) |
| Schwer verletzt | 2 (ein Kind, 7 Jahre; eine Lehrkraft, 54 Jahre) |
| Mutmaßlicher Täter | 16 Jahre alt, tot |
| Schülerzahl der Schule | 459 (Schuljahr zuvor) |
Schülerinnen, Schüler und Personal wurden mit Schulbussen in eine nahe gelegene Kirche gebracht. Dort konnten Eltern ihre Kinder wieder in die Arme schließen.
Ein Mann folgt dem Schützen in die Schule

Gestoppt wurde der 16-Jährige nicht von der Polizei, sondern von einem Mann aus der Nachbarschaft. Nach Angaben der Behörden sah er den Angreifer in die Schule gehen, folgte ihm und stellte ihn. Dabei erschoss er den Jugendlichen. Medienberichten zufolge, die sich auf Bundesbehörden berufen, besaß der Mann eine Erlaubnis zum verdeckten Tragen einer Waffe. Die Polizei hat das bislang nicht bestätigt, auch zur Person des Mannes machte sie keine Angaben.
Polizeichef Mike Krantz schilderte die Lage beim Eintreffen der Beamten so:
> „Unsere Beamten haben das Gebäude betreten und bestätigt, dass der Verdächtige tot war.“
> Polizeichef Mike Krantz (übersetzt aus dem Englischen)
An den Helfer gerichtet sagte Krantz: „Sie haben getan, was niemand jemals tun müssen sollte.“ Eine Quelle aus Ermittlerkreisen sagte, der Mann habe „definitiv weitere Todesopfer verhindert“.
Wer der 16-Jährige war und warum er die Tat beging, ist noch unklar. Ob er Verbindungen zu der Schule hatte oder früher selbst dort Schüler war, konnte die Polizei zunächst nicht sagen.
Gouverneurin lobt den Helfer als Held

Die Tat ereignete sich an der Silver Rail Elementary School in Bend im US-Bundesstaat Oregon. Die Grundschule umfasst die Klassenstufen vom Kindergarten bis zur fünften Klasse.
Oregons Gouverneurin Tina Kotek würdigte den Mann, der den Täter stoppte. Er habe „heldenhaft eingegriffen, um weitere Todesopfer zu verhindern“, sagte sie laut CBS News und Fox News.
Auch der Leiter des Schulbezirks Bend-La Pine, Steven Cook, rang um Worte:
> „Wir sind fassungslos und zutiefst erschüttert über diese sinnlose Tragödie.“
> Steven Cook, Superintendent der Bend-La Pine Schools (übersetzt aus dem Englischen, zitiert nach KPTV)
Gegenüber CBS News sagte Cook: „Keine Gemeinschaft sollte das durchmachen müssen, was wir gerade durchmachen.“ Polizeisprecherin Sheila Miller sagte laut der Nachrichtenagentur AP: „So etwas wollen wir in Bend niemals erleben.“
Hunderte Menschen trauern bei Mahnwache

Noch am Donnerstagabend kamen laut der Lokalzeitung „The Source“ Hunderte Menschen im Drake Park in Bend zu einer Mahnwache zusammen. Neben Gouverneurin Kotek sprachen Bürgermeisterin Melanie Kebler und mehrere Geistliche aus der Region. „Das ist ein Tag, den jeder Bürgermeister fürchtet“, sagte Kebler. Sie sprach von einem „dunklen, schrecklichen Tag“.
Wie es jetzt weitergeht:
– Alle Schulen des Bezirks Bend-La Pine bleiben am Freitag geschlossen, auch Sportveranstaltungen fallen aus.
– Die US-Bundespolizei FBI unterstützt die örtlichen Ermittler, wie FBI-Direktor Kash Patel auf X mitteilte.
– Offen sind weiterhin die Identität des Täters, sein Motiv und die genaue Rolle des bewaffneten Helfers.
Die Ermittlungen dauern an.